Interview mit Sven von Storch

Geplantes Gender-Gesetz_ Die Grünen riskieren unfassbares Leid für Kinder und Familien

Wir riskieren unfassbares Leid für die betroffenen Kinder, deren Eltern, für ganze Familien, wenn wir dazu übergehen, unsere Natur und die damit verbundenen unabweislichen biologischen Tatsachen einem egoistischen, radikal-individualistischen Befreiungsstreben zu unterwerfen, das seine falschen Glücksverheißungen niemals einlösen kann.

Familien-Schutz: Herr von Storch, die Grünen haben ein Gesetz eingebracht, das im medialen Dauerfeuer um die US-Wahl und dem Corona-Lockdown vollständig untergeht. Obwohl die Forderung der Grünen eine fundamentale Änderung in der gesellschaftlichen Verfasstheit mit sich bringt.

Sven von Storch: Sie spielen auf das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz an, das vor gut einer Woche in einer Expertenrunde im Bundestag besprochen wurde. Schlicht ausgedrückt, soll nach dem Willen der Grünen jeder Bürger ab 14 Jahren sein eingetragenes Geschlecht wählen können. Dafür muss er lediglich beim Standesamt vorstellig werden, wo er seinen offiziellen, bei der Geburt zuerkannten Geschlechtseintrag ändern darf. Er braucht dafür weder ein medizinisch-psychologisches, noch irgendein anderes formales Gutachten.

Die verhaltene Reaktion der Medien auf das Gesetz wird seiner Bedeutung für uns alle definitiv nicht gerecht. Denn es enthält grundstürzende Elemente für unsere Geschlechterordnung, schlechthin also für unsere gesamte gesellschaftliche Ordnung. Die Grünen wollen den fundamentalen geistig-moralischen Paradigmenwechsel per Dekret durchsetzen. Ein unabänderlicher biologischer Zustand des Menschen, sein Geschlecht, soll zum Ergebnis einer individuellen Wahl gemacht werden. Das ist kolossaler Irrsinn. Er zeigt, wie weit der geistige Verfall bei Teilen der Grünen schon gekommen ist.

Familien-Schutz: Nun hat das Geschlecht nicht nur eine biologisch-medizinische Bedeutung, sondern auch eine rechtliche Dimension.

Sven von Storch: Richtig. Mit dem Wechsel von einer Frau zum Mann ändert man ja nicht nur seine persönliche Anredeform, sondern einen ganzen Personenstand mit allen dazugehörigen rechtlichen Folgen. Beispielsweise sieht der Gesetzgeber nicht vor, dass aus einem Mann bzw. Vater ohne weiteres eine Mutter werden kann. Abstammungsrechtlich ist die Vaterrolle gesetzt und kann nicht zur Mutterrolle werden. Das hat 2017 der Bundesgerichtshof im Fall einer Mann-zur-Frau-Transsexuellen festgestellt. Nicht nur abstammungs- und familienrechtlich, auch im Steuer- und Zivilrecht ergeben sich aus der niedrigschwelligen, quasi hürdenlosen Möglichkeit zum Geschlechtswechsel eine Vielzahl von Folgeproblemen, die man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht absehen kann. Die Grünen öffnen mit ihrem „selbstbestimmten Geschlecht“ ein Faß ohne Boden. Das ist die Büchse der Pandora.

Familien-Schutz: Kritiker des Gesetzes wie der Jugendpsychiater Alexander Korte sehen darin insbesondere eine Gefahr für Kinder.

Sven von Storch: Studien besagen, daß Kinder und Jugendliche mit Transitionswunsch – das heißt, der Wunsch, das Geschlecht zu ändern – nach dem Einstieg in eine medizinisch-psychologische Behandlung zu fast 100 Prozent den ganzen Weg gehen. Zuerst schlucken sie Hormone, die die natürliche Pubertät unterbinden, später kommt zu dieser chemischen Kastration die chirurgische Unfruchtbarmachung: Mädchen lassen sich Brüste und Eierstöcke entfernen, Jungen ihren Penis und Hoden.

Dieser Eingriff ist irreversibel. Doch die Biologie lässt sich eben nicht so einfach überlisten: All diese jungen Menschen werden dauerhaft auf Medikamente und Behandlungen angewiesen sein. Sie werden zu lebenslangen Patienten gemacht. Das Tragische ist, dass die meisten Transsexuellen all das auf sich nehmen, ohne wirklich ihr Ziel zu erreichen, nämlich wie eine echte Frau oder ein echter Mann zu sein. Die Reaktionen der Umwelt auf ihre Erscheinung, das sogenannte „Passing“, befriedigt ihre Hoffnung und Erwartungen an das neue Leben nicht. Schlimmstenfalls reagieren Mitmenschen unsicher und wissen nicht, wie sie die Person, die vor ihnen steht, anreden sollen. Kein Wunder, dass die Suizidquote unter Transsexuellen enorm hoch ist.

Familien-Schutz: Das Ganze spielt sich ja nicht im luftleeren politischen Raum ab. Welche Rolle spielen die Medien bei alldem?

Sven von Storch: Die Bedeutung der Medien ist riesig, gerade, weil Kinder und Jugendliche zu ihren wichtigsten Konsumenten gehören. Soziale Medien wie auch die Massenmedien unterstützen den Transgender-Trend. Durch „trans-idente“ Stars wie Valentina Sapaio, Laverne Cox und ihren bunten Geschichten ihrer angeblich erfolgreichen Verwandlung lassen sich Kinder leicht verführen, ohne die Gefahren zu durchschauen. Sogar bei der Heidi Klum-Modelshow hat der Trans-Trend durchgeschlagen mit dem Transmädchen Lucy, einer eher gewöhnlich aussehenden Kandidatin, die es als biologisches Mädchen nie in die Show geschafft hätte. Über 2 Millionen Kinder ab drei Jahren schauen sich die Heidi-Show an. Soviel zu der enormen Reichweite und damit Vorbildfunktion dieser Sendung für Kinder.

Für mich äußerst verstörend ist der Fall des amerikanischen Jungen Desmond Napoles. Über Drag Shows im Fernsehen kam das Kind bereits mit sechs Jahren in die Szene, tanzte als buntgekleideter, geschminkter „Drag Boy“ auf Schwulendemos, tritt als weiblich zurechtgemachter Paradiesvogel in LGBT-Shows auf und bezeichnet sich – selbst noch ein Kind – als homosexuell beziehungsweise queer. All das begleitet vom Jubelchor der Medien. Dieser schwere Kindesmissbrauch findet vor den entzückten Augen eines millionenfachen, weltweiten Publikums statt und ist wohl als der reinste Ausdruck einer immer mehr um sich greifenden abgrundtiefen Dekadenz einer Kultur zu sehen, deren vielgerühmte Libertinage völlig aus dem Ruder gerät.

Kopien von Desmond Napoles wird es bald auch in Deutschland geben. Die Einführung eines niedrigschwelligen Verwaltungsakts, der den Geschlechtswechsel vollzieht, wie die Grünen ihn wollen, werden solche Schicksale lediglich potenzieren. Die Chance auf ein gelingendes Leben, einen Partner zu finden und mit ihm eine Familie zu gründen, wird durch die Einflüsterungen einer skrupellosen Ideologie für viele Kinder und Jugendliche von vornherein zerstört.

Familien-Schutz: Die Zahlen geben Ihnen recht: Destatis zufolge hat sich die Zahl der jungen Frauen, die eine Geschlechtsunwandlung wünschen, seit 2008 verdreifacht.

Sven von Storch: In dem Transgender-Hype, den die Grünen jetzt noch gesetzlich befeuern wollen, sehe ich eine sehr große Gefahr für das Kindeswohl. Ich glaube, die wenigsten Jugendlichen können mit 14 Jahren abschätzen, welche Tragweite die Entscheidung für das ganze weitere Leben hat, sein Geschlecht zu wechseln. Das Geschlecht ist kein Modeaccessoire oder Kleidungsstück, das man je nach Laune an- oder ablegen kann. Wir leben in einem Land, das jungen Menschen erst ab 18 Jahren die nötige Reife zutraut, eine Partei zu wählen. Aber schon mit 14 sollen Jugendliche, die eigentlich noch Kinder sind, die Einsichtsfähigkeit haben, um sich von einem Tag zum anderen für einen völlig anderen Lebensweg mit allen Konsequenzen zu entscheiden?

Wir riskieren unfassbares Leid für die betroffenen Kinder, deren Eltern, für ganze Familien, wenn wir dazu übergehen, unsere Natur und die damit verbundenen unabweislichen biologischen Tatsachen einem egoistischen, radikal-individualistischen Befreiungsstreben zu unterwerfen, das seine falschen Glücksverheißungen niemals einlösen kann. Aber genau die sind es, mit denen die jungen Menschen gelockt werden. Der Zahltag wird auf später verschoben und er wird brutal ausfallen: lebenslange Zeugungsunfähigkeit, eine enorm erschwerte Partnersuche, Einsamkeit durch Kinder, Ehe- und Familienlosigkeit, ein erhöhtes Risiko für Suchtkrankheiten, Selbstmord usw.. Das alles wird Verwerfungen erzeugen, die das schlagende Herz unserer Gesellschaft, die Familien, bis ins Innerste erschüttern werden. Diesem Wahnsinn müssen wir Einhalt gebieten. Die verquere grüne Denkart im Parlament darf niemals zur Lebensrealität der Bürger werden.

Initiative Familienschutz: Herr von Storch, die Initiative Familien-Schutz dankt Ihnen für das Gespräch.

Sven von Storch

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