Geo-Engineering in der Luft: Aerosole sollen Himmel abdunkeln

Forscher in Großbritannien, USA und Israel wollen mit Aerosolen Sonnenstrahlen filtern

In Großbritannien werden die Forschung und Experimente intensiviert, mittels Aerosole, die aus Flugzeugen ausgebracht werden, die Sonneneinstrahlung zu dimmen und den Klimawandel auszubremsen. Auch in den USA und Israel gibt es ähnliche Vorhaben.

Wie die britische Zeitungen »The Telegraph« und »The Guardian« berichteten, wollen britische Wissenschaftler mit Unterstützung des staatlich finanzierten Programms der »Advanced Research and Invention Agency (Aria)« im Umfang von 50 Millionen Pfund kleine Geoengineering-Experimente im Freien durchführen, um Technologien zur Steuerung der Sonneneinstrahlung (Solar Radiation Management, SRM) zu bewerten.

Diese Experimente zielen darauf ab, wichtige Daten aus der Praxis zu sammeln und zu klären, ob SRM, bei dem Sonnenlicht reflektiert wird, um den Planeten vorübergehend abzukühlen, die Auswirkungen des Klimawandels mildern kann, insbesondere angesichts der drohenden Gefahr von Klima-Kipp-Punkten.

Ein weiteres Projekt des National Environment Research Council (NERC) im Wert von 11 Millionen Pfund konzentriert sich auf Modellierungen und vorhandene Daten ohne neue Tests im Freien. Durch seine Investitionen ist Großbritannien einer der wichtigsten Geldgeber für Geoengineering-Forschung weltweit.

SRM ist jedoch aufgrund möglicher unbeabsichtigter Folgen, wie veränderter Niederschlagsmuster, umstritten. Kritiker argumentieren, es könnte von der Reduzierung der Emissionen fossiler Brennstoffe ablenken. Es werden keine giftigen Substanzen verwendet, den Experimenten werden Umweltverträglichkeitsprüfungen vorausgehen und die örtlichen Gemeinden werden konsultiert. Einige Wissenschaftler bezeichnen SRM als »gefährliche Ablenkung« und es gibt keine internationale Vereinbarung zur Regelung groß angelegter Geoengineering-Maßnahmen, was zu Forderungen nach einem Moratorium für deren Einsatz führt.

Wie das Magazin »Wired« berichtet, gibt es ähnliche Vorhaben in den USA und Israel. So strebt das Startup-Unternehmen »Stardust« die eigene Entwicklung einer Geoengineering-Technologie an, die Sonnenstrahlen von der Erde fernhalten soll. Stardust wurde 2023 gegründet und hat seinen Sitz in Israel, ist aber in den USA eingetragen.

 

 

Sven von Storch

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