Blackout auf der Iberischen Halbinsel legte öffentliches Leben lahm

Experten_ Stromausfall in Spanien und Portugal vermutlich durch Energiewende begünstigt

Beim Stromausfall in Spanien, Portugal und Teilen Südwest-Frankreichs spielt vermutlich die Energiewende eine Rolle: Überproduktion von Solarstrom, die nicht abgeführt werden konnte, und ein instabiles Netz durch viele unregulierbare erneuerbare Energien könnten den Blackout begünstigt haben.

Der großflächige Stromausfall auf der iberischen Halbinsel hat für Furore gesorgt. Das öffentliche Leben war zusammengebrochen. Das Hochfahren des Stromnetzes gelingt nur Schritt für Schritt. Behörden prüfen mögliche Ursachen wie einen Cyberangriff oder einen Brand in Frankreich, aber es gibt keine klaren Hinweise auf solche Ursachen.

Wie »Apollo News« berichtete, vermuten einige Experten, dass die Energiewende eine Rolle spielt: Überproduktion von Solarstrom, die nicht abgeführt werden konnte, und ein instabiles Netz durch viele unregulierbare erneuerbare Energien, könnten den Blackout begünstigt haben. Solche Probleme machen Stromnetze anfälliger. Das gelte auch für Deutschland.

Der Kraftwerksökonom und Energie-Experte Dr. Björn Peters erklärte gegenüber »Apollo News«, dass es wohl in Frankreich eine Netzstörung gab, weil Spanien hohe Überschüsse an Solarenergie loswerden musste, die nicht mehr abgenommen werden konnte.

Dieses Problem gehe auf die Energiewende und den Wechsel auf erneuerbare Energien zurück. Denn ins Spanien seien, so der Experte, große Anteile der PV-Anlagen nicht regelbar. Zudem stünden immer weniger Kraftwerke zur Verfügung, um auf eventuelle Instabilitäten zu reagieren. So könne es zu großen Ausfällen kommen. Ähnlich Probleme gebe es auch in Deutschland.

Und Prof. Fritz Vahrenholt erklärte, dass eine Abweichung der Netzfrequenz zum Abschalten großer Stromabnehmer geführt haben könnte. Infolgedessen kam es zu einem großflächigen Zusammenbruch der Stromversorgung. Vahrenholt weiter: »Wir kennen das Problem aus Deutschland, wo im Sommer regelmäßig nicht zu gebrauchender, wertloser Solarstrom im Sommer mit Zuzahlungen ins Ausland entsorgt wird.«  Infolgedessen hätten sich »große Verbraucher zum Schutz der eigenen Maschinen vom Netz abgekoppelt«, was zum Blackout geführt habe, schätzt Vahrenholt.

Ein Cyberangriff ist somit wohl nur eine Ausrede gewesen, um eine vorläufige Erklärung parat zu haben. Doch am Ende scheint das System der Komplexität infolge der Energiewende zum Opfer gefallen sein. Ein gutes Stromnetz braucht verlässliche Kraftwerke, die das Hin und Her von Über- und Unterproduktion von Solar- und Windenergie ausgleichen.

Sven von Storch

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