Bedrohung für europäische Bauern und Auslöser massiver Proteste

EU-Mercosur-Handelsabkommen: EU gibt trotz Bauernproteste Weg frei für umstrittenes Abkommen

Europäische Bauern sehen in dem Mercosur-Abkommen eine existenzielle Gefahr für die europäische Landwirtschaft, da er zu einer Flut günstiger Importe aus Südamerika führen könnte. Die Produktionskosten in Lateinamerika sind aufgrund niedrigerer Löhne und weniger strenger Regulierungen deutlich geringer.

Ursula von der Leyen


Am 9. Januar 2026 hat eine ausreichende Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten das lang umstrittene Handelsabkommen mit dem Mercosur-Block (Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay) genehmigt. 

Trotz Opposition aus Ländern wie Frankreich, Polen, Österreich, Irland und Ungarn wurde das Abkommen mit 21 zu 5 Stimmen angenommen. Es soll am 17. Januar 2026 in Paraguay unterzeichnet werden. 

Europäische Bauern sehen in dem Deal eine existenzielle Gefahr für ihre Branche, da er zu einer Flut günstiger Importe aus Südamerika führen könnte. Dies hat zu weit verbreiteten Protesten geführt, bei denen Landwirte gegen unfairen Wettbewerb und den Verlust von Arbeitsplätzen demonstrieren. 

Der Deal verspricht zwar Milliarden an Zollersparnissen, birgt aber für die Agrarwirtschaft erhebliche Risiken.

Aktueller Status des Abkommens: Seit 25 Jahren wurde es verhandelt

Das EU-Mercosur-Abkommen, das nach 25 Jahren Verhandlungen nun vor der Unterzeichnung steht, zielt auf die Schaffung einer der größten Freihandelszonen der Welt ab. Es sieht die Abschaffung von Zöllen auf 91 Prozent der EU-Exporte vor, einschließlich Autos und Maschinen, und entfernt Zölle in Höhe von etwa vier Milliarden Euro. 

Auf der anderen Seite öffnet es den EU-Markt für südamerikanische Agrarprodukte wie Rindfleisch, Geflügel, Zucker und Ethanol. Die Genehmigung kam trotz Versuchen Frankreichs und anderer, das Abkommen zu blocken, da eine qualifizierte Mehrheit ausreichte. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird den Deal unterzeichnen, doch das Europäische Parlament muss ihn noch ratifizieren [siehe Bericht "Politico"]. 

Kritiker, darunter viele Bauernverbände, fordern eine Ablehnung, da der Deal die Landwirtschaft opfert, um andere Sektoren zu stärken.

Wirtschaftliche Nachteile für europäische Bauern

Das Abkommen würde den EU-Markt mit zusätzlichen 99.000 Tonnen Rindfleisch aus Südamerika überschwemmen, was zu erheblichen Preisdrücken führen könnte. Europäische Bauern befürchten, dass günstigere Importe ihre Produkte unverkäuflich machen, da die Produktionskosten in Mercosur-Ländern aufgrund niedrigerer Löhne und weniger strenger Regulierungen deutlich geringer sind [siehe Bericht "The Guardian"]. 

Ähnlich betroffen wären Geflügel, Zucker, Reis und Mais, wo der Deal zollfreie Importe in großem Umfang ermöglicht. Analysten schätzen, dass dies zu Einkommensverlusten von bis zu 20 Prozent für betroffene Höfe führen könnte, insbesondere in Ländern wie Irland und Frankreich, wo die Rinderhaltung eine Schlüsselbranche ist. 

Der Deal priorisiert Exportchancen für die EU-Industrie, wie Automobilhersteller, auf Kosten der Landwirtschaft, was zu einer Ungleichheit in den Vorteilen führt. Obwohl Kompensationen für EU-Bauern zugesagt wurden, halten Kritiker diese für unzureichend, um die langfristigen Schäden auszugleichen.

Umwelt- und Standardsbedenken: In Südamerika sind Pestizide und Hormone erlaubt, die in der EU verboten sind

Ein zentraler Kritikpunkt ist der Unterschied in den Produktionsstandards zwischen der EU und Mercosur. In Lateinamerika sind Pestizide und Hormone erlaubt, die bei uns in Europa verboten sind, was zu gesundheitlichen Risiken für Verbraucher und unfairer Konkurrenz führt. Der Deal könnte auch die Abholzung im Amazonas fördern, da höhere Exporte in die EU den Druck auf brasilianische Landwirte erhöhen, mehr Flächen zu roden. 

Europäische Bauern argumentieren, dass sie strenge EU-Vorschriften für Tierwohl, Umweltschutz und Nachhaltigkeit einhalten müssen, was ihre Kosten steigert, während Importe aus Mercosur diese Standards umgehen. Dies untergräbt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die EU-Ziele für grüne Landwirtschaft, da der Deal keine ausreichenden Sanktionen für Umweltverstöße vorsieht. 

Bauern sehen darin einen "Verrat" an europäischen Werten, der langfristig zu einer Schwächung der lokalen Produktion führt.

Der Widerstand hält an: Die Proteste der Bauern

In den vergangenen Wochen haben Tausende von Bauern in mehreren EU-Ländern gegen das Abkommen demonstriert. 

In Irland marschierten am 10. Januar 2026 Tausende durch Athlone, um gegen die drohende Überflutung mit billigem Rindfleisch zu protestieren. 

Französische Landwirte fuhren mit Traktoren in Paris ein, blockierten Straßen und forderten den Schutz der heimischen Märkte. 

In Polen und Österreich schlossen sich Bauernverbände an, die das Abkommen als "Todesstoß" für die Agrarwirtschaft bezeichnen. 

Die Proteste werden von Gewerkschaften wie der Coordination Rurale und der Irish Farmers' Association organisiert, die auf unfairen Wettbewerb und gesundheitliche Risiken hinweisen. 

Demonstranten fordern eine Neubewertung des Deals und mehr Schutzmaßnahmen, da sie befürchten, dass kleine Höfe schließen müssen. Die Regierungen in den oppositionellen Ländern haben die Proteste unterstützt, doch die EU-Kommission beharrt auf den Vorteilen des Abkommens.

Es bestimmt immer noch Hoffnung, den Deal zu verhindern

Trotz der Genehmigung bleibt die Ratifizierung im Europäischen Parlament unsicher, da Abgeordnete auf die Proteste reagieren könnten. Bauernverbände warnen vor einer weiteren Eskalation der Unruhen, falls der Deal umgesetzt wird. 

Langfristig könnte das Abkommen zu einer Konzentration der Landwirtschaft in großen Betrieben führen, während kleine Familienbetriebe untergehen.

Sven von Storch

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Kommentare

Bekanntlich (!) wurde das EU-Mercosur-Handelsabkommen - sehr sorgfältig & von langer (lobbyistischer) Hand - durch die willfährigen Anführer aus der EU-Koalition der "Willigen" "beackert" - resp. durch begleitende "EU-Regelungen" seitens der  "Agro-Lobbyisten" zum Freibrief- & insbes. zum gesundheitlichen Abenteuer für alle Verbraucher "ausgestaltet" - wie folgt :

______________________

https://www.dnr.de/aktuelles-termine/aktuelles/neue-gentechnik-deregulierung-und-bruch-mit-dem-vorsorgeprinzip

+++ Neue Gentechnik: Deregulierung und Bruch mit dem Vorsorgeprinzip +++

Zitat : "In der Nacht zum 4. Dezember haben Unterhändler*innen von Europäischem Parlament, Rat und Kommission eine weitreichende Deregulierung für neue genomische Techniken (NGT) vereinbart, die Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Risikoprüfung für das Gros künftiger NGT-Pflanzen abschafft. Verbraucher-, Bauern-, Umwelt-, Landwirtschafts- und Einzelhandelsverbände schlagen Alarm." Zitat-Ende.

__________________

https://www.wiwo.de/politik/europa/lieferkettengesetz-merz-und-macron-fordern-abschaffung-der-eu-richtlinie/100129802.html

(Zitat) "Nicht nur Bundeskanzler Merz, auch Frankreichs Präsident Macron will die Sorgfaltspflichten der Unternehmen streichen." Zitat-Ende.

__________

(...nur ein winzig kleiner Einblick in die "christliche Lobby-Welt" der Herren Merz (& Macron), i.R.d. "Entbürokratisierung durch faktische Abschaffung des Lieferkettengesetzes ! )

https://www.csr-in-deutschland.de/DE/Wirtschaft-Menschenrechte/Gesetz-ueber-die-unternehmerischen-Sorgfaltspflichten-in-Lieferketten/gesetz-ueber-die-unternehmerischen-sorgfaltspflichten-in-lieferketten.html

...was sagt die KI zur drastischen "Entbürokratisierung" per Einschränkung des Lieferkettengesetzes ? :

https://www.google.com/search?q=Aus+welchen+Gr%C3%BCnden+hat+die+Merz+%2F+Klingbeil+Regierung+das+Lieferkettengesetz+in+Deutschland+am+4+Dezember+2025+massiv+ge%C3%A4ndert%3F&sca_esv=31db8cbb946c4eae&udm=50&fbs=ADc_l-YGrpJMQtvjQ6h14rj-dfIrn37ZoAvKM_jki0XSUf6j8Qhr-qRxYgsXCDKO8ui4_jFU4mAugBXNeZyR3k2MA6fY1BnCBerS4F86rHui7xCRh3FoRlIFF23xSRNXqR9ecnKkz0ZG57r0iX-EfdzE-L9KrUoQ8f_hy97uYrubaXYQR6IV8YPtg-m8ML9dJ3ab55WkjNiQ&aep=1&ntc=1&sa=X&ved=2ahUKEwj1667P1oGSAxUz2wIHHSvhLo8Q2J8OegQIDxAE&biw=1920&bih=931&dpr=1&aic=0&mstk=AUtExfDuNNKfczDvlrCz2rLYhedARGDnwagNraVqhzSX4sf25ZZP6aPrU7LKWcpkE8KYIhLZ86H_6TN5zBgu3kAK9TcJnJJ6Y5PALj3CpfH97Mat1hu0MS1LcEwyiPXLOy8-QyZ7ZdE4-CVvKGJiO86fXOvIGw6SYLlb5nw1uIe15EmAKfOHpurJqfmGgc5z_K8kUhTBYpdl2K2nd_X3lZQYkO1a2mRxgYmNeIYPjvWdsx4Y3pOXRoJb6-bdAA&csuir=1

Welche Gefahren gehen von GVO für Mensch & Natur aus : KI-Modus

https://www.google.com/search?q=Welche+Gefahren+bestehen+durch+genmanipulierte+Lebens-+und+Futtermittel+in+freier+Natur%3F&sca_esv=31db8cbb946c4eae&udm=50&fbs=ADc_l-YGrpJMQtvjQ6h14rj-dfIrbPkd_Upq68wJVnEIgo2Pwxu679PACFfTKv4n_1_FsyWcmsJ_9bzoaht0GJmpTAK6NGetV4LYidH27P17bEWGcqb61olDnAs8SKsFLJIjjqYZYmKcgmE2B6CIxNCMXqpbvG5FTcIxaEHQxnlu8bSMpazV2e6NH0qoXGCK-APmraougqQt&aep=1&ntc=1&sa=X&ved=2ahUKEwjRhaGr14GSAxV_zAIHHTbWGSkQ2J8OegQIEBAE&biw=1920&bih=931&dpr=1&aic=0&mstk=AUtExfDdILM0Gd-a59wfkk_ItDQiIh8gYq1Iynn3fAxh1GCISWgIopAME41HsLgYuJvriUGIOyz9Iks50q0wX1_Y7yC3NvcaiSykO0zjDYRx6e_kHlP7he26biIbM5mnC2iJZN5l_SqN5HCepYF4OGSVICCs0gZFtWaAKlgj1JBKqZ7X3XOKtGkK5bhRuDdUdhenYuYmgu4G9j62ed6AaLe0wQuEduGrmORB9Y3q8oSeMaJ6Y49eal8CLSVEHQ&csuir=1

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-kreuzweg-benedikt-geisselt-gentechnik-als-suende-a-411531.html

Benedikt geißelt Gentechnik als Sünde
Zitat : "Herr, wir haben das Empfinden für die Sünde verloren! Mit heimtückischer Propaganda verbreitet sich heute eine törichte Apologie des Schlechten, ein absurder Kult Satans, ein unsinniger Wille zur Übertretung, eine verlogene und haltlose Freiheit, welche die Laune, das Laster und den Egoismus verherrlicht und sie als Errungenschaften der Zivilisation hinstellt." Zitat-Ende.

https://www.abl-ev.de/aktuelles/details/bienen-im-visier-der-neuen-gentechnik

https://www.welt.de/wissenschaft/article958102/Umwelt-Imker-sehen-Bienenvoelker-durch-Gen-Mais-bedroht.html

https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/wildbienen/bienensterben

_______

KURZUM :

Sicherlich kein Grund zur Sorge akut vorhanden : Die im Langzeitversuch mit GVVO an Krebs verstorbenen Versuchsratten wären sicherlich auch ohne elenden GVO-Fraß gestorben :

https://www.agrarheute.com/land-leben/studie-erhoeht-gv-mais-krebsrisiko-512242

...außerdem sind EU-Bürger sicherlich keine "Versuchsratten" der Eliten, so denke ich nicht.

https://www.deutschlandfunk.de/krebs-durch-genmais-100.html

...übrigens war das - gar so verträumte & verschlafene - McPommes im Osten der Republik bereits ab 1999 echter Vorreiter für den genmanipulierten Dreck der Agro-Lobbyisten und unchristlichen Geschäftemacher - wie folgt :

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/marianne-linke/fragen-antworten/22600

...und das konnte nur gelingen, weil der Gen-Dreck dem sog. "christlichen Menschenbild" der CDU entprungen war - wie folgt :

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/ulrich-born/fragen-antworten/21911

...ALLES wird gut werden, liebe CDU`ler und/oder Versuchsratten in McPommes :

https://presseportal.greenpeace.de/207366-illegaler-gen-mais-in-mecklenburg-vorpommern-erstes-bundesland-veroffentlicht-betroffene-flachen/

+++ Guten Hunger allerseits ! +++ ("Ratten wollt ihr ewig Leben ? !")

MP 

Ekkehardt Fritz Beyer

12.01.2026 | 10:35

... „Die Produktionskosten in Lateinamerika sind aufgrund niedrigerer Löhne und weniger strenger Regulierungen deutlich geringer.“ ...

Dauerte es nicht ganz besonders deshalb 25 Jahre bis zur Unterzeichnung dieses Abkommens, weil die EU das Hofsterben in ihren Gefilden erst entsprechend voranzutreiben hatte???https://www.fr.de/wirtschaft/gastwirtschaft/bauern-unter-druck-eu-saatgutverordnung-wie-sie-das-hofsterben-vorantreibt-92847983.html 

https://www.gp-metallum.de/podcast/Weizsaecker_Der_bedrohte_Frieden_-_heute.pdf 

Wolfgang Lammert

12.01.2026 | 17:02

Mit dem Mercosur-Abkommen tritt die EU als Konkurrenz zur USA auf. TRUMP will Südamerika unter seiner Knute bekommen. Mercosur könnte viele Südamerikanische Staaten von der USA abwenden. Ich gehe davon aus, dass neben Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay auch Bolivien und Chile sich Mercosur anschließen. Venezuela würde wohl gerne in den Mercosur beitreten, aber hier gibt es "systemische Probleme". TRUMP KÖNNTE IN MITTEL- UND SÜDAMERIKA SCHEITERN !

Das wird so enden wie das Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta zwischen USA, Kanada und Mexiko.

Mexiko sollte landwirtschaftliche Produkte und Grundnahrungsmittel anbauen. Nach einer Weile wurden diese zu teuer und die USA kauften ihre Produkte in China. Den mexikanischen Bauern wurde nichts mehr abgenommen, aus den Verträgen wurde sich mit Tricks und Winkeladvokaten herausgewunden. Die Menschen dort standen vor dem Nichts. Viele haben sich dem Anbau von Drogen und der Kriminalität zugewandt.

Mexiko heute: Mexiko hat ein ernstes Kriminalitätsproblem, hauptsächlich durch organisierte Kriminalität (Drogenkartelle), Korruption und Gewalt, die zu Tausenden von Morden und Entführungen führen; Touristen sind oft von der Bandengewalt weniger betroffen, aber Kleinkriminalität (Raub, Diebstahl) ist in Großstädten und Touristengebieten verbreitet, weshalb Vorsicht geboten ist, insbesondere bei der Nutzung von Taxis und Geldautomaten, sowie das Meiden bestimmter Gebiete und nächtliche Spaziergänge. 

Ich werde einfach diese Produkte nicht kaufen. Das Herkunftsland muss doch deklariert werden. Und wer diese Sachen essen will, kann die Hormone usw. ja essen

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