Sven von Storch im Familienschutz-Interview

Durch die Hintertür der Verantwortungsgemeinschaft wird die Vielehe eingeführt

Bundesjustizminister Marco Buschmann preist die Einführung der »Verantwortungsgemeinschaft« als Zeitenwende, um der »Vielfalt der Lebensentwürfe Rechnung zu tragen«. Dahinter steht nichts anderes als die Legalisierung der Polygamie.

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Familien-Schutz: Herr von Storch, der schwammige Begriff »Verantwortungsgemeinschaft« verbirgt ein sehr konkretes familienrechtliches Vorhaben des Bundesjustizministers Marco Buschmann.

Sven von Storch: Als die Ehe für homosexuelle Paare 2017 eingeführt wurde, prophezeiten Kritiker – unter anderen auch der Familien-Schutz – dass die Vielehe bald folgen würde. Nun ist es so weit. Selbstverständlich mag Herr Buschmann von der FDP den kontroversen Begriff »Vielehe« nicht bemühen. Also versteckt sein Ministerium das Ganze hinter dem viel gefälligeren Wort »Verantwortungsgemeinschaft«. Die soll als neues Rechtsinstitut künftig neben der Ehe gelten.

Familien-Schutz: Heißt das, es können bald auch Geschwister heiraten?

Sven von Storch: Heiraten im herkömmlichen Sinn nicht, aber sie können eine abgesicherte Wirtschaftsgemeinschaft gründen mit allen steuerlichen wie sozialrechtlichen Privilegien – so wie sie einer Ehe zukommen. Der gewollte Nebeneffekt besteht darin, dass das islamische Klan-Oberhaupt bald legal mit seinen drei Ehefrauen zusammenleben kann inklusive aller Vorteile, die das Steuerrecht normalen Ehepaaren bietet. Polygamie, nach deutschem Recht und christlicher Tradition bisher verboten, wird mit der »Verantwortungsgemeinschaft« durch die Hintertür eingeführt.

Gemeinsam mit den Grünen betätigt sich nun auch die FDP als Treiber der Ehe- und Familienzerstörung. Selbst die in konservativen Themen sonst schlafmützige CDU warnt, dass mit der Verantwortungsgemeinschaft eine konkurrierende Rechtsform zur Ehe geschaffen wird. Langfristig wird all das darauf hinauslaufen, Ehe und Familie Schritt für Schritt überflüssig zu machen und ihnen Daseinsrecht und Legitimation zu entziehen.

Familien-Schutz: Dabei ist die FDP in der Wahl angetreten, als bürgerliches Korrektiv in der Ampelkoalition zu wirken. Was ist daraus geworden?

Sven von Storch: Das, was aus Wahlprogrammen nach Wahlen immer wird: Ein Fall für den Papierkorb. Zudem hat die FDP ja schon in den letzten zwei Pandemiemaßnahmen-Jahren gezeigt, daß ihr bürgerliches Recht und bürgerliche Freiheit eher Last als Lust ist. Statt die Familie zu entlasten, was angesichts hoher Inflation und Energiekosten ihre Verpflichtung wäre, bringt Buschmann die Abrissbirne gegen die Familie erst so richtig in Schwung.

Die FDP hat in Sachen Familie vollständig die Ideologie der Grünen übernommen, die sie jetzt rücksichtslos durchsetzen wird. Dazu gehören wie selbstverständlich die Legalisierung von Abtreibung, die Vielehe, Leihmutterschaft, Geschlecht nach Wahl und ein naturwidriges Abstammungsrecht, bei dem man von Recht gar nicht mehr reden mag, sondern eher von Willkür und völliger Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Kindeswohl. Ein falsch verstandener, ideologisch betriebener Liberalismus, wie ihn die FDP durchsetzen will, mag in der Wirtschaft eine Weile gut gehen. Aber bei einem gewachsenen, lebendigen Organismus wie der Familie wird er nichts als Leid und Zerstörung bringen. Das haben die bürgerlichen Wähler verstanden, weshalb die FDP jetzt völlig zu Recht bei den Landtagswahlen eine Schlappe nach der anderen einfährt.

Familien-Schutz: Herr von Storch, wir danken für das Gespräch.

Sven von Storch

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