Europa solle sich lieber dem zivilisatorischen Niedergang entgegenstellen als Konflikte mit Russland zu schüren

Douglas Macgregor: Das alte globalistische Imperium zerbricht

Eine vergleichbare europäische Feindschaft gegenüber Russland wie einst gegenüber Napoleon existiere heute nicht: Colonel Douglas Macgregor plädiert dafür, die abendländische Zivilisation zu verteidigen und die Zukunft eher in der Bewältigung innerer Herausforderungen zu suchen als in Konflikten mit äußeren Mächten wie Russland.

Douglas Macgregor

Der Niedergang der europäischen Stabilität

In einem Video-Interview stellt Douglas Macgregor (Politikwissenschaftler, Militärtheoretiker, Autor, pensionierter Colonel der United States Army) klar, dass Europa sich in einem schleichenden Niedergang befindet – nicht in einem plötzlichen Kollaps, sondern in einem langsamen, fast unmerklichen Zerbröckeln. 

Dabei beruft er sich auf Charles de Gaulle, der einmal sagte, die Amerikaner lebten nicht in Europa – europäische Probleme müssten deshalb auch von Europäern selbst gelöst werden. 

Er weist auf die unterschiedlichen strategischen Sichtweisen innerhalb der NATO hin: Länder wie Spanien und Italien sehen die Bedrohungen ganz anders als die nordeuropäischen Staaten wie Deutschland und Finnland. Diese Unterschiede lassen vermuten, dass künftig eher regionale Sicherheitsbündnisse nach gemeinsamen Interessen entstehen werden als ein einheitliches NATO-Konzept. 

Douglas Macgregor betont, dass kulturelle, ethnische und religiöse Gemeinsamkeiten bei der Bildung solcher Bündnisse eine entscheidende Rolle spielen werden, denn historisch haben sich diese Faktoren stets überschnitten. Er macht deutlich, wie schwer es ist, die jeweils andere Perspektive in Europa zu verstehen, weil geografische und kulturelle Distanzen die Einheit erschweren.

Der Zerfall der westlichen Narrative

Douglas Macgregor kritisiert das von den westlichen Mächten aufgebaute Narrativ zur Rechtfertigung des Kriegs in der Ukraine scharf und bezeichnet es als "Reich der Lügen", das nun langsam zusammenbricht. Die Realität vor Ort werde immer unleugbarer: Die ukrainische Armee löse sich offenbar auf, hohe Offiziere ergäben sich. In der Ukraine selbst werde bereits über eine Ablösung von Präsident Selenskyj und seiner Regierung diskutiert – ein Zeichen für einen tiefgreifenden Wandel im Inneren. 

Douglas Macgregor äußert massive Zweifel an der Sinnhaftigkeit westlicher Friedensvorschläge und hält sie für zunehmend bedeutungslos. Er erinnert an den Österreichischen Staatsvertrag von 1955, der Österreich Neutralität und Sicherheit ohne fremde Truppenpräsenz garantierte, und schlägt dieses Modell als Vorbild für künftige europäische Beziehungen vor. Gleichzeitig verweist er auf Entscheidungen der 1950er Jahre, die zur Teilung Deutschlands führten, und deutet an, dass diese unter den heutigen Spannungen neu bewertet werden müssten.

Zukunft der europäischen Sicherheitsarchitektur

Douglas Macgregor geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine seinem Ende entgegengeht und das westliche Lügengebäude endgültig zerfällt. Politiker, die jahrelang vom Konflikt mit Russland profitiert hätten, verlören nun rapide an Glaubwürdigkeit. Er stellt die Frage nach den tatsächlichen amerikanischen Interessen in der Region und hält eine Annäherung an Moskau für unverzichtbar, wenn Europa sicher sein wolle. 

In Deutschland werde sich früher oder später ein politischer Wandel durchsetzen, der den Ausstieg aus der bisherigen Konfrontationspolitik ermögliche. Er weist darauf hin, wie langwierig der Aufbau einer modern kriegsfähigen Armee ist und dass Russland derzeit deutlich besser gerüstet sei als der Westen. 

Historisch vergleicht er die Situation mit der schnellen Mobilmachung deutscher und österreichischer Truppen in den Napoleonischen Kriegen – ein Kontrast zur heutigen fehlenden Bereitschaft, sich Russland entgegenzustellen. 

Sein Fazit: Eine vergleichbare europäische Feindschaft gegenüber Russland wie einst gegenüber Napoleon existiere heute nicht.

Herausforderungen durch Migration und kulturelle Identität

Douglas Macgregor thematisiert die zunehmenden Spannungen rund um die Migration in Europa und fordert, das Problem nicht assimilierter nichteuropäischer Bevölkerungsgruppen offen anzusprechen. Er sieht eine erzwungene kulturelle Umgestaltung am Werk, die sich von den traditionellen europäischen Werten entferne. 

Er plädiert dafür, die abendländische Zivilisation zu verteidigen und die Zukunft eher in der Bewältigung innerer Herausforderungen zu suchen als in Konflikten mit äußeren Mächten wie Russland. Er rät, Wissenschaftlern wie Professor David Betts zuzuhören, der vor möglichen Umwälzungen in Großbritannien warnt – Probleme, die ähnlich in ganz Europa vorhanden seien. Sein Schlussappell lautet, die abendländische Zivilisation von innen heraus zu bewahren, statt sinnlose Kriege zu führen, die den Interessen der europäischen Völker widersprechen.

Sven von Storch

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Kommentare

Ukrainer, Russen, Belarus sind alle vom gleichen Stamme Rus. Es ist ein Bruderkrieg. Sie sind alle Europäer, auch die Russen. Sie stammen alle aus Norwegen ab.  

Wie wahr! Gewisse europäische Politiker haben das allerdings völlig anders zu sehen - und zwar genau im Auftrag dieses "alten globalistischen Imperiums", das leider noch nicht zerbrochen ist.

Möge der "Zerfall der westlichen Narrative" beschleunigt vorankommen! Wer AfD wählt, trägt dazu bei. Und wer zu spät kommt, den bestraft (hoffentlich!) das Leben!

"Europa soll sich lieber dem zivilisatorischen Niedergang entgegenstellen als Konflikte mit Russland zu schüren."

Genau das Gegenteil davon wollen die globalistischen Deutschlandabschaffer mit Hilfe ihrer europäischen Polit- und Medienmarionetten bewirken!

Ekkehardt Fritz Beyer

30.11.2025 | 10:37

... „Sein Fazit: Eine vergleichbare europäische Feindschaft gegenüber Russland wie einst gegenüber Napoleon existiere heute nicht.“ ...

So sah es scheinbar auch dieses Emmanuel – Macron in einem Interview: „Wir dürfen Russland nicht demütigen, damit wir an dem Tag, an dem die Kämpfe aufhören, mit diplomatischen Mitteln eine Startrampe bauen können“, sagt der Präsident. „Ich bin davon überzeugt, dass es die Rolle Frankreichs ist, eine vermittelnde Macht zu sein.“ ... https://www.tagesspiegel.de/politik/scharfe-kritik-an-macrons-aussagen-zum-ukraine-krieg-4337227.html

Aha: https://saba.ye/de/news3578584.htm

Ja mei: ... „Der Ukrainekonflikt ist die größte Niederlage, die die EU sich selbst jemals zugefügt hat“! ... https://x.com/MartinSonneborn/status/1992921705044460019

Und nun auch das noch: https://freedert.online/russland/243786-wertvollsten-natuerlichen-ressourcen-blick-auf/

Deutschlands Bundesregierung aber hält spätestens seit göttlichem(?) Diktat straff dagegen!? https://www.danisch.de/blog/2025/11/27/weihnachtsmarkt/

https://www.kettner-edelmetalle.de/news/alarmierender-bericht-deutsche-stromnetze-vor-dem-kollaps-26-02-2024

Inzwischen nicht nur vorausgesagt ,sondern von immer mehr wahren Fachleuten und der mitleidenden Bevölkerung klar erkennbar !

Die Kriegsgewinn-Blase ist geplatzt!  Was aber kleine Kinder nicht wahr haben wollen ,versuchen sie mit Geschrei und wütendem Nachtreten dennoch durchzusetzen .

Es sieht aus ,als wenn viele unserer Kriegstreiber-Politiker aus ihrer Trotzalterphase nicht heraus gekommen sind ? Bei all den entgleisten dummen Äußerungen ,vermutlich eine Verdachtsbestätigung einer bisher nicht erkannten ,neuen Machtkrankheit ,die hauptsächlich bei Politikern auftritt ?

Vielleicht eine Auswirkung von Long-Covid ,wie K.Lauterbach schon erwähnte ?

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