Einbahnstrecken für Hochgeschwindigkeitszüge

China fährt Deutschland an die Wand

China ist nicht nur offen für neue Technologien und Infrastrukturprojekte, sondern setzt diese auch zügig um. Deutschland ist mit seiner infrastrukturellen Entwicklung ins Hintertreffen geraten.

Vor vierzig Jahren, 1979, galt in Deutschland noch der Spruch »pünktlich wie die Bahn«. Deutschland war weltweites Vorbild in punkto Eisenbahn. In der Volksrepublik China waren damals die Züge veraltet, hoffnungslos überfüllt, das Netz noch nicht ausgebaut.

Vierzig Jahre später, 2019, sind Deutschlands Züge überfüllt, ständig verspätet, zahllose Strecken stillgelegt. China hat dagegen das Tor zur Zukunft aufgetreten. Die großen Städte sind durch hypermoderne Schnellzüge verbunden. Auf vielen Strecken jagen die Züge mit Hochgeschwindigkeit durch das Reich der Mitte. Die Bahnhöfe sind sauber und modernisiert. In manchen Städten muten die Bahnhöfe wie Flughäfen an. Überhaupt: Mit dem Zug von Peking nach Shanghai zu fahren ist mittlerweile eine gute Alternative zum Fliegen.

Das Schnellzugnetz ist in China auf 30.000 Kilometer angewachsen. Das entspricht rund zwei Drittel aller Schnellzugstrecken im Rest der Welt zusammengenommen [siehe Bericht »Spiegel«].

China scheut auch davor nicht zurück, neue Technologien auszuprobieren. Vom Flughafen in Shanghai fährt man mit der Magnetschwebebahn in die City.

Europa und speziell Deutschland wird immer wieder vorgeführt: Vom Flughafenbau bis zum Eisenbahnstrecken-Ausbau, von der Umsetzung neuer Technologien und moderner Infrastrukturprojekte (z.B. Straßenbahn ohne Schienen in Yibin in der Provinz Sichuan): China zeigt, wie Zukunft modern gestaltet wird. Deutschland hinkt nicht nur hinterher. Deutschland ist bereits abgehängt.

Zum Vergleich: Wer mit dem Zug in den USA von Washington D.C. nach Dallas/Texas mit dem Zug fährt, braucht ca. 44 Stunden. So viel Zeit muss man auch einplanen, wenn man die vergleichbare Strecke in Europa von Paris nach Athen fährt. Für die ungefähr ebenso weite Strecke von Hongkong nach Peking braucht man mit dem chinesischen Hochgeschwindigkeitszug nur 9 Stunden.

Ein anderer Vergleich: Die Fahrt von Peking nach Shanghai dauert mit dem Hochgeschwindigkeitszug ca. 4,5 Stunden. Die Fahrt von Hamburg nach München mit dem ICE dagegen 5-6 Stunden, obwohl die Strecke kürzer ist.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.