Internationaler Druck gegen China und die WHO wächst

Australien, Japan und Indien unterstützen Trump-Kritik an China und WHO

Der Weltgesundheitsorganisation WHO wird vorgeworfen, in der Corona-Krise auf Peking gehört und die Epidemie anfangs verheimlicht zu haben. Die Kritik kommt nicht nur von Trump. Auch aus Australien, Indien, Taiwan und Japan wächst der Druck auf die WHO.

Vor allen Dingen aus den USA, namentlich aus dem Weißen Haus von US-Präsident Donald Trump, aber auch von mehreren US-Kongressabgeordneten und aus mehreren US-Anwaltskanzleien kommt scharfe Kritik an der Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Vorwurf: Sie sei unkritisch den Vorgaben aus Peking gefolgt. Auf diese Weise wurde der Virus-Ausbruch lange Zeit verheimlicht und internationale Maßnahmen zu spät eingeleitet.

Mittlerweile ist der Streit zwischen den USA und der WHO eskaliert. Der US-Präsident hat die Zahlungen an die WHO eingefroren. Ein Untersuchungs-Komitee des US-Senats prüft weitere Schritte gegen China und die WHO. Der Vorwurf: Die WHO habe China anfangs geholfen, den Virusausbruch zu vertuschen [siehe Bericht »China in Focus | NTD«].

Die USA stehen mit ihrer scharfen Kritik nicht allein. International wächst die Front der Peking-Kritiker: Australien, Indien und Japan haben sich der Kritik des US-Präsidenten angeschlossen. Sie alle kritisieren die WHO als China-hörig [siehe Berichte »FAZ«, »Focus«].

»Hätten wir auf den Rat der WHO gehört, hätten wir dasselbe Schicksal wie viele andere Länder erlitten«, schlussfolgerte Australiens Ministerpräsident Scott Morrison. Die Zahlungen an die WHO werde Australien allerdings noch nicht einfrieren. Man wolle das Kind nicht gleich mit dem Bade ausschütten, heißt es.

Der stellvertretende japanische Ministerpräsident Taro Aso schlug ironisch via Twitter vor, die Weltgesundheitsorganisation von »WHO« in »CHO« umzubenennen, denn sie sei eher eine »China Gesundheitsorganisation«. Sein Vorwurf: »Hätte die WHO nicht in der frühen Phase der Welt gegenüber darauf bestanden, dass China keine Epidemie der Lungenentzündungen habe, hätte jeder sich wappnen können« [siehe Berichte »FAZ«].

Schwere Vorwürfe kamen mehrfach aus Taiwan, das als erstes von der Epidemie erfuhr und Konsequenzen sowie weitere Infos von Peking und der WHO forderte. Doch sowohl die Hinweise auf einen neuen SARS-Coronavirus-Ausbruch in Wuhan als auch die Bitte um weitere Informationen ließ die WHO unbeachtet [siehe Bericht »Freie Welt«]. Mit Rücksicht auf Pekings Ein-China-Politik ignoriert die WHO Taiwan, diesmal mit schweren Folgen für die Weltgesundheit und Weltwirtschaft.

Sven von Storch

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