Ein Land in der Krise, aber auf dem Weg der Besserung
Argentinien erlebt eine der turbulentesten Phasen seiner jüngeren Geschichte. Die Inflation ist außer Kontrolle geraten, der Peso liegt bei über 1.600 pro Dollar, und die Regierung von Javier Milei steht bei den Parlamentswahlen am 26. Oktober 2025 vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Laut dem Ökonomen Fernando Ulrich ist "das, was in Argentinien geschieht, in der modernen Finanzgeschichte beispiellos": Das US-Finanzministerium kauft argentinische Pesos, um die Währung eines anderen Landes zu stützen – eine beispiellose Intervention. Trotz dieser Hilfe verliert der Peso weiter an Wert. Ulrich erinnert jedoch daran, dass diese Abwertung, so schmerzhaft sie auch sein mag, Teil des Preises für eine unverzichtbare fiskalische und monetäre Anpassung ist. Mileis Politik zielt darauf ab, die in Jahrzehnten des Populismus angehäuften Defizite und Subventionen abzubauen. Die Folgen – vorübergehende Rezession, Arbeitslosigkeit und soziale Spannungen – sind schwerwiegend, aber vorübergehend. Es handelt sich um einen notwendigen Sanierungs-Schock, der vielleicht nur in seiner Geschwindigkeit zu schnell umgesetzt wurde.
Washington kommt ins Spiel
Die Rettungsaktion der USA geht weit über die Wirtschaft hinaus. Die USA und Argentinien haben eine Devisenswap-Vereinbarung zwischen der Federal Reserve und der argentinischen Zentralbank unterzeichnet, die Liquidität in Dollar bereitstellt, um einen finanziellen Zusammenbruch zu verhindern. Parallel dazu organisiert das US-Finanzministerium ein Konsortium privater Banken, um zusätzlich zu den Vereinbarungen mit dem IWF weitere 20 Milliarden US-Dollar zu verleihen. Warum diese Großzügigkeit? Weil Washington versucht, seinen strategischen Einfluss im Süden Südamerikas angesichts der chinesischen Durchdringung zu bekräftigen. China ist heute der zweitgrößte Handelspartner Argentiniens und der Hauptabnehmer seines Sojas und Fleisches. Es finanziert Infrastrukturprojekte, den Ausbau von 5G durch Huawei und sogar ein neues Kernkraftwerk mit chinesischer Technologie. Angesichts dessen handelt das Weiße Haus klar und deutlich. Ein Berater des Finanzministeriums erklärte gegenüber dem Wall Street Journal: "Argentinien zu stabilisieren bedeutet Amerika zuerst.“
Milei zwischen zwei Imperien
Mileis Situation ist paradox: Er braucht die Vereinigten Staaten, um zu überleben, versucht aber, die nationale Unabhängigkeit zu bewahren. Auf der einen Seite bietet Washington Dollar und politische Unterstützung – und verlangt im Gegenzug eine strategische Annäherung an Peking. Auf der anderen Seite bietet China Investitionen und einen Markt, verlangt aber wirtschaftliche Abhängigkeit. Zwischen beiden versucht Argentinien, einen dritten Weg zu beschreiten: den der liberalen Souveränität, basierend auf Haushaltsdisziplin und Marktfreiheit. Laut Wirtschaftsminister Luis Caputo sind diese Wahlen "wichtiger als die Präsidentschaftswahlen 2027" – denn sie werden darüber entscheiden, ob das Land den Weg der Stabilisierung weitergeht oder zum interventionistischen Peronismus zurückkehrt. Die aktuellen finanziellen Schwierigkeiten sind zwar gravierend, spiegeln aber einen Realitätscheck wider: Ein Land, das jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt hat, muss nun seine Glaubwürdigkeit wiederherstellen. Die Rezession an sich macht die Wirtschaftspolitik nicht ungültig; sie ist die vorhersehbare Folge des Bruchs mit einem gescheiterten Modell des Klientelstaates.
Die Monroe-Doktrin des 21. Jahrhunderts
Die amerikanische Unterstützung für Milei ist nicht sentimental. Sie ist strategisch. Sie offenbart den Versuch, die Monroe-Doktrin – "Amerika den Amerikanern" – mitten im 21. Jahrhundert wieder aufleben zu lassen. Das Weiße Haus von Donald Trump und seine republikanischen Verbündeten sehen in Argentinien einen Schlüssel zur Eindämmung der Expansion Chinas im Südatlantik und zur Wiederherstellung des amerikanischen Einflusses in der westlichen Hemisphäre. "Man kann Handel [mit China] treiben, aber nichts, was den Militärsektor betrifft", soll Trump Milei gewarnt haben. Die Botschaft ist eindeutig: Wer Buenos Aires kontrolliert, beeinflusst den gesamten Südkegel – von der Lithiumroute im Norden bis zur maritimen Projektion über den Atlantik.
Der europäische Blick
Für Europa – insbesondere für Deutschland – ist die Wahl in Argentinien mehr als nur ein lateinamerikanisches Ereignis. Sie ist ein Gradmesser für den Widerstand des Westens gegen das Vorrücken autoritärer Mächte. Eine stabile und kohärente Milei-Regierung wäre die erste konsistente liberale und antikommunistische Erfahrung in Lateinamerika seit den 1980er Jahren. Ihr Scheitern hingegen würde den Weg für die Rückkehr des Populismus und die Stärkung des chinesischen und russischen Einflusses auf dem Kontinent ebnen.
Der Preis der Freiheit
Argentinien "kämpft um sein Leben", wie Fernando Ulrich wiederholt betont. Dieser Kampf ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch zivilisatorischer Natur. Es ist der Kampf zwischen Souveränität und Abhängigkeit, zwischen Freiheit und Vormundschaft. Auf dem Spiel steht nicht die Zukunft einer Regierung, sondern der Platz des Westens in Südamerika. Mileis Reformen mögen zu schnell gewesen sein, aber sie sind ein entscheidender Schritt, um den Kreislauf der populistischen Illusion zu durchbrechen. Wenn Argentinien Widerstand leistet, wird es beweisen, dass es noch Raum für Regierungen gibt, die sich der Krise stellen, ohne sich Washington oder Peking zu unterwerfen – sondern nur der Vernunft und der Freiheit.
Quellen:
· Transkript von Fernando Ulrich, "Was in Argentinien geschieht, ist beispiellos" (Okt. 2025).
· The Wall Street Journal, 21. Okt. 2025, "U.S. Seeks to Counter China’s Influence in Argentina".
· Reuters (Okt. 2025): "U.S. Treasury arranges dollar swap to stabilize Argentina".
· Clarín und La Nación, "Wechselkurs- und Inflationsdaten" (Okt. 2025).
· Offizielle Erklärungen von Minister Luis Caputo und Präsident Javier Milei.


Comments
Ukraine - Die Nazis wieder…
Ukraine - Die Nazis wieder gross machen (Artikel vom 27. März 2022)
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2022/03/ukraine-die-nazis-wieder-gross-machen.html
Das oberste Ziel (der US-Strategie) ist der Regimewechsel in Russland, die Ukraine ist nur eine Schachfigur in diesem Spiel – oder schlimmer noch, bloßes Kanonenfutter.
Eine geopolitische Analyse von Pepe Escobar
Alle Augen sind auf Mariupol gerichtet. Am Mittwochabend waren mehr als 70% der Wohngebiete unter der Kontrolle von Donezk und den russischen Streitkräften, während russische Marineinfanteristen, das 107. Bataillon von Donezk und tschetschenische Spetsnaz unter der Führung des charismatischen Adam Delimchanow in die Azov-Stal-Anlage eingedrungen waren – das Hauptquartier des neonazistischen Azov-Bataillons.
Asow wurde ein letztes Ultimatum gestellt: Ergeben Sie sich bis Mitternacht – oder Sie fahren wie in einem „Take no prisoners“-Highway zur Hölle.
Das bedeutet eine große Veränderung auf dem ukrainischen Schlachtfeld. Mariupol wird endlich gründlich entnazifiziert, denn das Asow-Kontingent, das sich seit langem in der Stadt verschanzt hat und Zivilisten als menschliche Schutzschilde einsetzt, war seine härteste Kampftruppe. …ALLES LESEN !!!
EU bald ohne Gas? USA und…
EU bald ohne Gas? USA und Katar drohen mit LNG-Stopp wegen Liefergesetz
https://exxpress.at/politik/eu-bald-ohne-gas-usa-und-katar-drohen-mit-l…
Erst Russland, jetzt der nächste Gas-Hammer:
USA und Katar drohen mit dem Stopp von LNG-Lieferungen, sollte das EU-Liefergesetz bleiben.
Es wäre ein Fiasko „Made in Brüssel“. Europas Energieversorgung droht ein Engpass historischen Ausmaßes – mit katastrophalen Folgen für Haushalte und Industrie.
Die EU hat einen vollständigen Gasstopp aus Russland eingeleitet. Das 19. Sanktionspaket umfasst auch einen Importstopp für russisches LNG:
Kurzläufer-Verträge enden binnen sechs Monaten, Langläufer spätestens am 1. Jänner 2027....ALLES LESEN !!
Was Trump wirklich will: DEN…
Was Trump wirklich will: DEN LINKEN DIKTATOR MADURO STÜRZEN, UM DIE BODENSCHÄTZE VENEZUELAS ZU RAUBEN.
Die USA wollen eine Marionettenregierung in Venezuela installieren, genau wie sie es in der Ukraine, die reich an Bodenschätzen ist, taten.
Die Ukraine auch als Rammbock gegen Rußland.
Außerdem ist Venezuela mit Rußland militärisch & wirtschaftlich befreundet.
Daher will Trump einen Keil dazwischen schlagen.
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TRUMP KANN MAN NIEMALS VERTRAUEN !!
DIE US-POLITIK IST DURCH UND DURCH VERKOMMEN: EINE BÖSARTIGE KRAKE…
Trump hat Putin übern Tisch gezogen, nicht umgekehrt, wie die MSM lügen.
Trump hat nun über Monate Rußland belogen und der
Höhepunkt seiner Lügerei: das Treffen in Alaska !
So haben die kriegsgeile USA Zeit gewonnen, ihre Rüstungsproduktion hochzufahren…
Tacheles #176 ist online, fast 2 Std. lang unbedingt anhören !!
https://anti-spiegel.ru/2025/tacheles-176-ist-online/
Von mir o.g. Thema Trump-Putin gleich zu Beginn !!
Macgregor: "Zerfall von NATO…
Macgregor: "Zerfall von NATO und EU ist unvermeidlich"
Russland ist die einzige nukleare Supermacht, die sich nicht in das westliche Sicherheits- und Wirtschaftssystem integriert hat.
Jeder Versuch, Russland durch Sanktionen, Regimewandel oder Einkreisung „einzufangen“, riskiert automatisch eine nukleare Reaktionskette.
Die USA und ihre Verbündeten setzen auf Zwangsmittel (Sanktionen, Waffenlieferungen, Lug & Trug), um politische Resultate zu erzwingen.
Das kann kurzfristig Druck erzeugen, aber langfristig Systemchaos – weil Russland, Iran, Nordkorea, China etc. sich als Überlebensgemeinschaft zusammenschweißen.
Wenn Russland destabilisiert wird, instabilisiert sich die ganze Welt.
Das macht den westlichen „Druckkurs“ objektiv zur gefährlichsten Eskalationsquelle.
Fazit:
1) Die größte Gefahr für die Welt entsteht aus einer irrsinnigen westlichen Strategie, die Russland destabilisiert oder „besiegt“.
2) Die stabilste und friedlichste Zukunft liegt in einer multipolaren, BRICS-kompatiblen Weltordnung – einer Ordnung, in der Macht geteilt und Konflikte ausgeglichen, nicht ausgetragen werden !
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