Ein Kindheitsforscher warnt: Unseren Kindern geht es schlecht, und zwar in historischer Dimension [siehe Bericht »Focus-Online«].
Niemals zuvor sei es so gewesen, das rund die Hälfte der Kinder in Europa chronisch krank sei. Das ist ein Alarmzeichen. Wie kann es sein, dass trotz des medizinischen Fortschritts immer mehr Kinder körperlich oder psychisch krank sind?
Die zentrale Erkenntnis: »Kinder können sich heute nicht mehr altersgemäß entwickeln, weil ihnen ein kindgerechtes Aufwachsen verwehrt wird.«
Immer mehr Ärzte, Psychologen, Soziologen und Neurobiologen zeigen sich besorgt über den gesundheitlichen und psychischen Zustand von Kindern und Jugendlichen. Und wir alle kennen die besorgten Berichte der Erzieher und Lehrer an den Kindergärten und Schulen.
Den Kindern fehlt es zudem oft an elterlicher Zuneigung und intakten Familienverhältnissen. Was der Kindheitsforscher besonders kritisiert ist, dass die Kinder oft viel zu früh aus ihrer familiären Umgebung herausgerissen werden und in Kitas fremdbetreut werden. Den Kindern fehlt die elterliche oder zumindest mütterliche Zuwendung: »Wir verheizen die wenigen Kinder, die wir noch haben, in ein defizitäres Bildungs- und Betreuungssystem, damit die Eltern für wenig Geld viel arbeiten können, nur um ein Wirtschaftssystem aufrechtzuerhalten, das zum Scheitern verurteilt ist.«
Auch das Schulsystem wird kritisiert. Viele Kinder haben vor lauter Schulaktivitäten ein Burnout-Syndrom. Es fehlt die freie Zeit, die Kinder spielend in der Natur verbringen können. Stattdessen werden sie auch nachmittags mit Programmen versorgt. Man spricht schon von »Gebäudekindheit«, weil die Kinder so wenig draußen aktiv an der frischen Luft sind.


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