Für aufgeklärte europäische Verhältnisse klingt der Fall unglaublich, hat sich aber tatsächlich so ereignet: Eine Christin, Mutter und Großmutter, noch dazu Ärztin und hochrangige finnische Politikerin wurde stundenlangen polizeilichen Verhören ausgesetzt und sah sich am Ende einem Prozess ausgesetzt, bei dem mindestens eine hohe Geldstrafe, schlimmstenfalls sogar eine mehrjährige Haftstrafe für die Angeklagte drohte.
Päivi Räsänen hatte niemanden betrogen, ausgeraubt oder verletzt. Ihr Vergehen bestand darin, im Jahr 2019 ein Bibelzitat veröffentlicht zu haben, mit dem sie sich gegen die Pläne der evangelischen Kirchenleitung wendete, den jährlichen Marsch der Homosexuellenbewegung zu unterstützen. Bei der Bibelpassage handelte es sich um Verse aus dem Römerbrief 24-27:
»Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, sodass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten. Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers – gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen. Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer treiben mit Männern Unzucht und erhalten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.«
Wegen ihres Glaubens musste sich Räsänen in stundenlangen Befragungen vor der Polizei rechtfertigen, gegen Räsänen und den sie unterstützenden Bischof Juhana Pohjola wurde ermittelt, bis die Generalstaatsanwaltschaft 2021 Anklage gegen Pohjola und Räsänen erhob.
Der Prozess hatte teilweise kafkaeske Züge, wie konservative Medien berichten. Die Schnittmengen zwischen Räsänens persönlicher Weltanschauung und tradierten, bibelgestützten Positionen war kaum auszumachen. Zwar betonte das Gericht, daß Räsänen und Pohjola auf der Anklagebank säßen und nicht der Apostel Paulus – aber wie sollte man das nun vernünftigerweise auseinanderhalten? Wieviel tradiertes Denken ist in einem modernen Diskurs noch erlaubt, wenn man die Meinungsfreiheit nicht abschaffen will?
Tichys Einblick schrieb dazu: »Die Ironie, dass eine konservative Christin hier eine säkularisierte Inquisition erfuhr, drängte sich auf.« Zuletzt sah wohl auch das Gericht keinen anderen Weg, als den Bischof und die ehemalige finnische Innenministerin in allen Punkten freizusprechen, wenn man nicht das gesamte Christentum und die Bibel mit Zensur belegen wollte.
„Ich bin froh, dass das Gericht die Meinungsfreiheit verteidigt und zu unseren Gunsten entschieden hat. Durch den Freispruch wurde eine große Last von mir genommen. Ich bin dankbar, dass ich für die Meinungsfreiheit einstehen durfte. Gleichzeitig hoffe ich, dass dieses Urteil für andere solche belastenden Prozesse verhindert,“ teilte Päivi Räsänen nach ihrem Freispruch mit. Dies sei gleichzeitig ein Sieg für die individuelle Redefreiheit.
Ein Gastbeitrag der Initiative Christenschutz
Sieg für die christliche Meinungsfreiheit
Wegen angeblicher Hassrede angeklagte Christin ist frei
Die finnische Politikerin Päivi Räsänen hat einen Sieg vor Gericht errungen. Angeklagt war die ehemalige Innenpolitikerin wegen eines von ihr veröffentlichten Bibelzitats, das der konservativen Christin als »Hassrede« ausgelegt wurde. Jetzt wurde sie in allen Anklagepunkten freigesprochen.
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