Er nannte es ein »Heidenspektakel«: Während der Amazonas-Synode wurde ein Bildnis der Pachamama im Petersdom im Beisein von Priestern, Bischöfen, Kardinälen und dem Papst selber verehrt-
»Die Rechtfertigungsversuche für dieses Treiben können nicht überzeugen. Zu sehr sind die heidnischen Konnotationen dieser Figur bekannt. Es handelt sich im Endeffekt um ein Greuel, der im Heiligtum der Kirche aufgestellt wurde (vgl. 1 Makk 1, 54). Es wiegt schwer, dass im Beisein eines Papstes derartiges passieren konnte. Wie sollen die einfachen Gläubigen, zu denen ich mich zähle, sich dagegen wehren können?« kommentiert Windisch.
Windisch lobt daher die mutigen Aktionen, wie die von Alexander Tschugguel, der die Statuen in den Tiber geworfen hatte.
Eine Aktion wie der Protestbrief gebe einfachen Gläubigen die Möglichkeit, ihren Unmut auszudrücken und ihrer Kritik eine Stimme zu geben. »Wir sind im Status confessionis, und deshalb haben viele den Protestbrief unterschrieben, unter ihnen z. B. Nuntius em. Viganò, Weihbischof Mutsaerts, de mattei, Henry Sire und viele andere bekannte Katholiken.«
Windisch argumentiert, der Brief sei kein Affront gegen den Papst, und auch kein leichtfertiger Ausbruch von Emotionen einiger weniger, sondern »aus großer Sorge um die Einheit und Identität der Kirche heraus« verfasst worden.
Windisch erkennt im derzeitigen Pontifikat eine Orientierungslosigkeit und Hilflosigkeit unter den Gläubigen, die von ihren Hirten nicht geführt werden. Der Priest stelle darum keine Kritik am Papsttum überhaupt, sondern vielmehr an dem derzeitigen Regierungsstil dar:
»Vor diesem Hintergrund ist es bedeutsam, zwischen Amt und Person einerseits und zwischen einem formalen und einem materialen, d.h. inhaltlichen Gehorsam andererseits zu unterscheiden.«
»Gerade aufgrund der Wertschätzung des kirchlichen Amtes eines Priesters, Bischofs, oder Papstes darf und muss man bisweilen die Taten oder Äußerungen der jeweiligen Amtsperson kritisieren. Denn die zweite, mit der ersten zusammenhängende Unterscheidung gibt den Gläubigen.«
Deutscher Theologe meldet sich zu Wort
Protestschreiben gegen Papst Franziskus ist legitim
Der emeritierte Professor für Pastoraltheologie an der Universität Freiburg, Hubert Windisch, erklärt in einem Gastkommentar bei kath.net, warum der Protestbrief gegen Papst Franziskus mit gutem Gewissen unterschrieben werden kann.
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