Umgerechnet verschwinden damit im Durchschnitt mehr als 21 Betriebe pro Stunde. Besonders schwer wiegt: Nicht nur insolvente Firmen geben auf. Auch wirtschaftlich grundsätzlich lebensfähige Unternehmen ziehen zunehmend die Reißleine.
Ein entscheidender Belastungsfaktor ist die Kombination aus hohen Energiekosten und steigenden Arbeitskosten. Gerade energieintensive Betriebe, Handwerker, Produzenten, Gastronomen oder kleinere mittelständische Unternehmen geraten dadurch von 2 Seiten unter Druck: Strom, Gas und andere Betriebskosten bleiben hoch, gleichzeitig steigen Löhne, Sozialabgaben und weitere Personalkosten.
Für viele Unternehmen wird die Rechnung immer schwieriger. Höhere Kosten lassen sich nicht unbegrenzt an Kunden weitergeben, insbesondere wenn gleichzeitig die Nachfrage schwächelt. Die Folge: Margen schrumpfen, Investitionen werden verschoben und Geschäftsmodelle, die über Jahrzehnte funktioniert haben, rechnen sich plötzlich nicht mehr.
Nicht nur Pleiten: Viele Unternehmer geben freiwillig auf
Besonders bemerkenswert ist, dass lediglich rund 13 % der Unternehmensschließungen mit einem Insolvenzverfahren verbunden waren. Die große Mehrheit verschwand ohne klassische Pleite vom Markt.
Creditreform warnt deshalb vor einer Entwicklung, die in der öffentlichen Diskussion häufig unterschätzt wird. Neben spektakulären Großinsolvenzen verschwinden Tausende kleinere und mittlere Betriebe nahezu geräuschlos.
Unternehmer schließen ihre Firmen, verkaufen nicht mehr weiter oder finden keinen Nachfolger. Neben dem demografischen Wandel spielen dabei wirtschaftliche Rahmenbedingungen eine immer größere Rolle.
Zu den genannten Belastungen gehören neben hohen Energie- und Personalkosten auch Fachkräftemangel, Bürokratie, technologische Veränderungen, zunehmender Wettbewerb und eine schwache Nachfrage.
Bau, Handel und Gastronomie besonders betroffen
Die Entwicklung zieht sich durch zahlreiche Branchen.
Im Baugewerbe verschwanden 2025 rund 24.000 Unternehmen, etwa 12 % mehr als im Vorjahr.
Im Handel waren es rund 37.000 Unternehmen.
In Gastronomie und Beherbergung stellten mehr als 15.000 Betriebe ihre Tätigkeit ein. Der Anstieg lag hier bei rund 15 %.
Auch der industrielle Bereich ist betroffen. Im verarbeitenden Gewerbe verschwanden mehr als 11.000 Unternehmen.
Gerade dort schlagen Energiepreise besonders stark durch. Maschinen, Produktionsanlagen, Kühlung, Heizung oder industrielle Prozesse benötigen große Mengen Strom und Gas. Gleichzeitig gehören qualifizierte Arbeitskräfte zu den größten Kostenblöcken vieler Betriebe.
Wenn beide Kostenpositionen gleichzeitig steigen, geraten insbesondere Unternehmen unter Druck, die im internationalen Wettbewerb stehen und ihre Preise nicht beliebig erhöhen können.
Selbst Arztpraxen verschwinden
Auch Bereiche, die auf den ersten Blick weniger von der klassischen Industriekonjunktur abhängig sind, bleiben nicht verschont.
Im Gesundheitswesen wurden nahezu 11.000 Unternehmensschließungen registriert. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Arztpraxen: Fast 5.500 Praxen verschwanden, rund 23 % mehr als im Vorjahr.
Hier spielt allerdings auch die Altersstruktur eine große Rolle. Viele Praxisinhaber erreichen das Rentenalter und finden keine Nachfolger.
Insgesamt hängt inzwischen ein erheblicher Teil freiwilliger Unternehmensschließungen mit fehlender Nachfolge zusammen. Doch selbst für potenzielle Nachfolger stellt sich zunehmend die Frage, ob sich die Übernahme eines Betriebes unter den derzeitigen Kostenbedingungen überhaupt noch lohnt.
Deutschlands Mittelstand verliert Substanz
Die Zahlen zeigen damit ein Problem, das weit über klassische Insolvenzen hinausgeht.
Wenn ein Unternehmen insolvent wird, ist der wirtschaftliche Zusammenbruch sichtbar. Wenn ein Unternehmer dagegen nach Jahren oder Jahrzehnten entscheidet, dass sich sein Betrieb wegen Energiepreisen, Personalkosten, Bürokratie und mangelnder Perspektive nicht mehr rechnet, verschwindet er weitgehend geräuschlos aus der Statistik des Wirtschaftslebens.
Genau darin liegt die Gefahr.
Deutschland verliert nicht nur angeschlagene Unternehmen. Zunehmend verschwinden auch Betriebe, die grundsätzlich wirtschaftlich funktionieren könnten, deren Eigentümer unter den bestehenden Rahmenbedingungen aber keine ausreichende Perspektive mehr sehen.
Und der Druck hält an: Auch 2026 bewegen sich die Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf außergewöhnlich hohem Niveau.
Die entscheidende Frage lautet deshalb längst nicht mehr nur, wie viele Unternehmen in Deutschland pleitegehen. Sie lautet vielmehr: Wie viele Unternehmer entscheiden sich noch dafür, unter diesen Bedingungen überhaupt weiterzumachen?


Comments
Alles läuft nach Plan…
Alles läuft nach Plan. Traurig, aber wahr.
Zu den "bestehenden…
Zu den "bestehenden Rahmenbedingungen" gehört nicht zuletzt auch der Frust über unsere(?) fremdbeherrschten Regierungen, die nicht für unser Land, sondern für die böswilligen Absichten globalistischer Deutschlandabschaffer regiert haben bzw. noch regieren.
Man darf davon ausgehen, daß gerade Unternehmer das sehr viel klarer sehen, als die medienverdummte (immer noch) Mehrheit der Wähler.
... „Deutschlands…
... „Deutschlands Unternehmenslandschaft schrumpft in alarmierendem Tempo. Im Jahr 2025 stellten nach einer Analyse des ZEW Mannheim und von Creditreform rund 187.700 Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit ein.“ ...
Klar(?), damit wird deutschlich(?): „Deutschland braucht auch in Zukunft geregelte und qualifizierte Zuwanderung, um den Mangel an Arbeitskräften auszugleichen, den Wohlstand zu sichern und die Renten zu bezahlen. Ohne Zuwanderung sinkt die Zahl der Erwerbstätigen durch den demografischen Wandel massiv. Gleichzeitig wird politisch und gesellschaftlich stärker nach Herkunft, Qualifikation und geordneten Verfahren unterschieden“??? https://www.google.com/search?q=deutschland+brauch+auch+weiterhin+einwanderung&sca_esv=cf5c3a640caff83a&sxsrf=APpeQnu71irma8yFwMO_StzvwlCDNvZXXA%3A1787136120564&source=hp&ei=eIiFarneH6Psi-gP5oyisQk&iflsig=ABILxe8AAAAAaoWWiC7VLDkGOFt0kdyBLtISszEuqjeK&ved=0ahUKEwi5-oPtwKyWAxUj9gIHHWaGKJYQ4dUDCBw&uact=5&oq=deutschland+brauch+auch+weiterhin+einwanderung&gs_lp=Egdnd3Mtd2l6Ii5kZXV0c2NobGFuZCBicmF1Y2ggYXVjaCB3ZWl0ZXJoaW4gZWlud2FuZGVydW5nMgUQIRifBTIFECEYnwUyBRAhGJ8FMgUQIRifBTIFECEYnwUyBRAhGJ8FMgUQIRifBTIFECEYnwUyBRAhGJ8FMgUQIRifBUiQaFAAWP9icAB4AJABAJgBsAGgAYwrqgEFMjEuMjW4AQPIAQD4AQGYAi2gAtgrwgIOEC4YgAQYsQMYxwEY0QPCAgsQABiABBixAxiDAcICCBAAGIAEGLEDwgIREC4YgAQYsQMYgwEYxwEY0QPCAg4QLhiABBiKBRixAxiDAcICCBAuGIAEGLEDwgIFEAAYgATCAhQQLhiABBiKBRixAxiDARjHARjRA8ICDhAAGIAEGIoFGLEDGIMBwgIFEC4YgATCAgkQABgWGB4YxwPCAgYQABgWGB7CAgYQABgeGA3CAggQABgIGB4YDcICBRAAGO8FwgIHECEYChigAcICCBAAGIAEGKIEwgIEECEYFcICBBAhGAqYAwCSBwUyMC4yNaAHn48CsgcFMjAuMjW4B9grwgcHMTcuMTkuOcgHVYAIAQ&sclient=gws-wiz
Tatsächlich???????
Bauernproteste
Die Traktoren rollen wieder – Bauernproteste in den Niederlanden
Die bereits seit Jahren andauernden Bauernproteste in den Niederlanden sind in den letzten Tagen wieder deutlich angewachsen. Tausende Landwirte demonstrieren auf den Straßen gegen die von der Regierung beschlossenen verschärften Umwelt- und Emissionsauflagen.
https://rtde.press/kurzclips/video/288965-traktoren-rollen-wieder-bauernproteste-in/
Mafia-Methoden
Die, die sich über finanziellen Nachschub keine Gedanken machen brauchen, verzocken unser Geld :
Nicht nur Krankenkassen: Skandal um verzocktes Geld weitet sich aus
https://web.de/magazine/politik/inland/krankenkassen-skandal-verzocktes-geld-weitet-42628878
Und wenn das Geld ausgeht, wen juckt das schon ?! :
Kasse erhöht Zusatzbeiträge und kein Versicherter kriegt es mit
https://web.de/magazine/ratgeber/finanzen-verbraucher/kasse-erhoeht-zusatzbeitraege-versicherte-mitbekommen-42626356
Keine Informationspflicht mehr, nichts !
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