Hintergründe: Monatelanger Streit in der Partei

WerteUnion: Maaßen tritt aus seiner eigenen Partei aus

Vorausgegangen war ein monatelanger Streit in der WerteUnion. Einige Vorstandsmitglieder warfen Maaßen eine zu große Nähe zur AfD vor.

Pressefoto: Hans-Georg Maaßen

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Dr. Hans-Georg Maaßen hat seinen Austritt aus der konservativen Kleinpartei WerteUnion angekündigt [siehe Bericht »Spiegel«].

Der Schritt markiert das vorläufige Ende eines langwierigen internen Konflikts, der die Partei seit Monaten lähmt, wie »n-tv« berichtet.

Der Austritt: Ein Brief an die Mitglieder

In einem dreiseitigen Schreiben an die rund 1400 Mitglieder der WerteUnion erklärte Maaßen am Mittwoch: »Für mich geht es mit der WerteUnion nicht mehr weiter.« [siehe Bericht »n-tv«].

Er legte nicht nur sein Amt als Bundesvorsitzender nieder, sondern verlässt die Partei vollständig. Begleitet wird er von nahezu dem gesamten Bundesvorstand, darunter Jürgen Rappert, Udo Kellmann und Michael Kuhr.

Der Brief wurde auf Maaßens Website veröffentlicht und von Medien wie n-tv und Spiegel detailliert wiedergegeben.

Hintergründe: Monatelanger Streit in der Partei

Seit ihrer Gründung 2024 als Abspaltung vom CDU-nahen Verein kämpft die WerteUnion mit internen Spaltungen. Maaßen, der die Partei als Brücke zwischen Union und AfD positionieren wollte, geriet in Konflikt mit Vize-Vorsitzenden wie Jörg Meuthen (ehemaliger AfD-Chef) und Sylvia Pantel. Ihm wurde ein autokratischer Führungsstil vorgeworfen, darunter die unrechtmäßige Absetzung des NRW-Landesvorstands.

Zudem kritisierte der Vorstand Maaßens Nähe zur AfD und Kooperationen mit umstrittenen Figuren wie dem Rechtsextremisten Erik Ahrens.

Bereits Ende August hatte Maaßen einen Rückzug angedeutet, doch der endgültige Bruch folgte auf eine Vorstandswahl im Förderverein, bei der vorwiegend Nicht-Mitglieder dominierten.

Fazit des Ex-Vorsitzenden: Keine Politikwende mehr möglich

Maaßen zieht ein vernichtendes Fazit: Das ursprüngliche Ziel, »an einer Politikwende in Deutschland mitzuwirken«, sei unerreichbar geworden. Er wies auf die organisatorische und finanzielle Krise der Partei hin. Der Ex-Verfassungsschützer signalisierte Offenheit für zukünftige politische Engagements, blieb jedoch vage.

Ausblick: Zerfall der WerteUnion?

Der Maaßenaustritt aus dem Vorstand könnte die WerteUnion an den Rand des Zerfalls bringen. Meuthen und Pantel, die Maaßens Rücktritt zuvor gefordert hatten, stehen nun vor der Aufgabe, die Partei zu stabilisieren.

Beobachter sehen in dem Konflikt den Niedergang einer Initiative, die konservative Wähler zwischen CDU und AfD ansprechen sollte, aber an personellen und programmatischen Rissen scheiterte.
 

Sven von Storch

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