Laut einer Studie des Pestel-Instituts, ist der Wohnungsmangel deutlich gravierender als bisher angenommen und festgestellt. Die katastrophale Lage droht, sich weiter zu verschärfen.
Laut einer Studie des Pestel-Instituts, ist der Wohnungsmangel deutlich gravierender als bisher angenommen und festgestellt. Die katastrophale Lage droht, sich weiter zu verschärfen.
Dazu teilt der baupolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Marc Bernhard, mit:
»Die soziale Frage des Wohnens wächst sich unter der Merz-Regierung zu einer Katastrophe für breite Schichten der Bevölkerung aus. Und statt das Bauen von Wohnraum massiv über Kostenentlastungen beim Neubau zu fördern, versagt diese Regierung völlig. Merz leere Versprechungen, dass diesen Sommer die Stimmung besser würde, steht im krassen Widerspruch zur Lage am Wohnungsbau. Und der Herbst der Reformen ist sichtbar genauso ein Totalausfall wie die ganze Bundesregierung. Mit der fachfremden Genossin Hubertz und ihrem sogenannten Bauturbo wird die Wohnungsnot in Deutschland nur noch schlimmer.
Wir als AfD-Bundestagsfraktion haben wirksame Lösungsvorschläge, wie man Wohnungen zum halben Preis bauen und damit dringend benötigten Wohnraum für alle schaffen kann: Wir brauchen jetzt Steuersenkungen, Bürokratieabbau und die Abwicklung des großen ideologischen Kostentreibers, des energetischen Vorschriftenwahns der Altparteien.«
Hintergrund:
Wohnungsknappheit in Westdeutschland
Nach Schätzungen des Pestel-Instituts fehlen in Westdeutschland 1,2 Millionen Wohnungen, wobei langfristig leerstehende Immobilien bereits berücksichtigt wurden [siehe Bericht »BR«]. Der Wohnungsbau ist laut Axel Gedaschko, Präsident des GdW, nicht nur sozial, sondern auch volkswirtschaftlich essenziell. Das Thema wird intensiv auf der Immobilienfachmesse Expo Real in München diskutiert, die die Studie in Auftrag gegeben hat.
Rückgang des Wohnungsbaus
Bis 2000 wurden in Deutschland jährlich über 400.000 Wohnungen gebaut, 1995 sogar 600.000. Seitdem wurden diese Zahlen nicht mehr erreicht, mit einem Tiefpunkt von 160.000 Wohnungen in 2009 und 2010. Trotz eines leichten Aufschwungs bleibt die politische Zielvorgabe von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr oft unerreicht.
Warum ein gesunder Wohnungsmarkt wichtig ist
Ein funktionaler Wohnungsmarkt erleichtert Unternehmen die Mitarbeitersuche, da bezahlbarer Wohnraum in wirtschaftsstarken Regionen fehlt. Matthias Günther, Geschäftsführer des Pestel-Instituts, warnt, dass ein stagnierender Wohnungsmarkt den Arbeitsmarkt beeinträchtigt. Zudem würde die Bauwirtschaft profitieren: 2024 waren 918.000 Beschäftigte in 81.950 Betrieben tätig, und mehr Baugenehmigungen könnten diese Zahlen steigern.
Wann kommt endlich die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren?
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte an, dass ein »Bau-Turbo« im Bundesrat beschlossen werde, um bürokratische Hürden zu reduzieren. Genehmigungsverfahren sollen von Jahren auf Monate verkürzt werden. Ist das wieder ein utopisches Versprechen, das gebrochen wird?
Förderung neuer Bauweisen
Die Branche fordert einfachere Bauweisen wie den Gebäudetyp E sowie serielle und modulare Konzepte, die schnell, bezahlbar und ästhetisch sind. Hubertz betont, dass die Regierung daran arbeitet und die Fördermittel für sozialen Wohnungsbau auf 23,5 Milliarden Euro erhöht wurden, was besonders Studierenden und Auszubildenden zugutekommt.
Reform des Mietrechts und große Wohnungen
Matthias Günther schlägt eine Mietrechtsreform vor, um Eigentümern die Vermietung zu erleichtern und Ängste vor problematischen Mietern zu reduzieren. Zudem leben viele Alleinstehende, oft ältere Menschen, in großen Wohnungen (über 100 Quadratmeter), was den Wohnungsmarkt belastet, da sie aus verschiedenen Gründen nicht umziehen wollen.
Unerreichbares Ziel von 400.000 Wohnungen
Die Studienautoren halten das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr derzeit für unrealistisch. Im ersten Halbjahr 2025 wurden nur 110.000 Wohnungen genehmigt, trotz eines leichten Anstiegs um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Es ist am Ende wie immer: Die Regierung macht Ankündigungen, der keine ausreichenden Taten folgen.


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