Während vielerorts über Haushaltsdisziplin und Sparzwang gesprochen wird, laufen langfristige Mietverträge weiter – oft ohne jede Ausstiegsklausel.
54.000 Euro im Monat – für ein leeres Gebäude
Besonders deutlich zeigt sich das Problem im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Dort sollte ein Gebäude Platz für 96 Schutzsuchende bieten. Doch ein Nachbar klagte – mit Erfolg. Das Bayerische Verwaltungsgericht entschied, dass sich die 50 Meter lange Anlage nicht in das Wohngebiet einfüge.
Das Ergebnis: Keine Asylunterkunft.
Die Rechnung aber läuft weiter.
54.000 Euro Miete pro Monat – plus 2.600 Euro Nebenkosten. Bereits rund 850.000 Euro wurden gezahlt. Insgesamt könnte der zwölfjährige Vertrag den Landkreis rund 8,1 Millionen Euro kosten.
Der Vermieter besteht auf Vertragserfüllung.
Markt Schwaben: Vertrag bis 2030 – ohne Ausstieg
Auch im Landkreis Ebersberg steht ein Gebäude leer, das ursprünglich für Geflüchtete vorgesehen war. Zwei Immobilien hatte der Freistaat 2023 angemietet, eine davon wurde nie bezogen.
Kostenpunkt: rund 12.000 Euro im Monat.
Vertragslaufzeit: bis September 2030.
Ausstiegsklausel: keine.
Der Eigentümer rechnet mit Einnahmen von rund einer Million Euro bis zum Vertragsende.
Kein Einzelfall
In Bayern lebten 2025 rund 127.000 Menschen in etwa 6.900 Asylunterkünften. Die Nettomiete für genutzte Gebäude summiert sich auf rund 42,5 Millionen Euro. Doch wie viele der angemieteten Objekte tatsächlich ausgelastet sind, wird nicht systematisch veröffentlicht.
Und Bayern ist nicht allein.
Bereits nach der Migrationswelle 2015/16 standen bundesweit Unterkünfte leer. Eine FOCUS-Studie zeigte 2017: In mindestens zwölf Bundesländern gab es Erstaufnahmeeinrichtungen, die ganz oder teilweise ungenutzt blieben. In Schleswig-Holstein fielen 2016 für zwei große Anlagen mit bis zu 2.500 Plätzen über 4,17 Millionen Euro Kosten an – trotz geringer Belegung., wie Epoch Times berichtet.
Kapazitäten aufgebaut – Nachfrage gesunken
Das Muster wiederholt sich: Nach stark steigenden Zugangszahlen werden Kapazitäten schnell aufgebaut. Sinkt der Bedarf, bleiben Gebäude im Stand-by-Modus oder ganz leer – doch die Verträge laufen weiter.
Rechnungshöfe warnten mehrfach vor langfristigen Mietverträgen ohne flexible Anpassungsmöglichkeiten. Solche Konstruktionen könnten zu ineffizientem Mitteleinsatz führen – besonders wenn sich die Lage rasch ändert.
Kommunen suchen Auswege
In Markt Schwaben wird inzwischen nach alternativen Nutzern gesucht – etwa Gewerbemietern oder sozialen Einrichtungen. Ziel ist es, die finanziellen Belastungen bis 2030 zumindest teilweise abzufedern.
Doch klar ist: Die Verträge sind geschlossen. Und solange sie gelten, fließt das Geld.
Wahlkampfthema mit Sprengkraft
Kurz vor den Kommunalwahlen gewinnt das Thema zusätzliche Brisanz. Bürger fragen sich, wie es zu solchen langfristigen Verpflichtungen kommen konnte – und wer am Ende die Verantwortung trägt.
Leere Häuser, volle Rechnungen:
Ein Problem, das nicht neu ist – aber jetzt wieder auf die politische Bühne zurückkehrt.


Kommentare
Wetten daß ... diejenigen …
Wetten daß ... diejenigen "die am Ende die Verantwortung tragen" da mitverdienen!
Am schlimmsten sind aber diejenigen, die die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen bzw. abgenickt haben, daß Deutschland und letztlich seine Kommunen überhaupt verpflichtet wurden, Migranten aufzunehmen und unterzubringen.
Beim lesen dieses Artikels,…
Beim lesen dieses Artikels, kommen Zweifel an der immer wieder thematisierten Wohnungsnot auf.
... „Leere Häuser, volle…
... „Leere Häuser, volle Rechnungen:
Ein Problem, das nicht neu ist – aber jetzt wieder auf die politische Bühne zurückkehrt“!!!
Ja mei; die Gründe hierfür sind für die KI scheinbar mehr als einfach erklärbar: https://www.google.com/search?q=warum+die+wohnungsnot+unter+deutschen+immer+gr%C3%B6%C3%9Fer+wird&sca_esv=0ccad900ef2a9a41&source=hp&ei=J3iVaazIDZici-gPvJvysQ0&iflsig=AFdpzrgAAAAAaZWGN4BdXhMuKeB-5EtT…
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