Wie LifeSiteNews berichtet, hat Kristan Hawkins, Präsidentin von Students for Life of America, Papst Leo XIV. scharf für dessen jüngste Bemerkungen über Abtreibung kritisiert. Leo hatte erklärt: »Wer sagt, ich bin gegen Abtreibung, aber ich bin für die Todesstrafe, ist nicht wirklich lebensfreundlich.«
Hawkins reagierte mit einer Reihe von Posts auf X, in denen sie den Papst direkt ansprach: »Ich will es für unseren Heiligen Vater vereinfachen. Wer dafür stimmt, dass in Abtreibungseinrichtungen geborene Babys sterben dürfen, wer immer wieder für mehr Abtreibungen oder für Richter stimmt, die diese ermöglichen – der verdient NULL Auszeichnungen von einem katholischen Werk.«
Sie fügte hinzu: »Außerdem ist die Unterstützung oder Duldung unmenschlicher Behandlung illegaler Einwanderer nicht dasselbe wie das Gutheißen der Zerstückelung unschuldiger Kinder im Mutterleib. Das ist der Papst als Politiker, nicht als moralischer Führer.«
Umstrittene Verteidigung eines Abtreibungsbefürworters
Der Hintergrund: Papst Leo hatte auf die Entscheidung von Kardinal Blase Cupich reagiert, den demokratischen Senator Dick Durbin – einen der konsequentesten Befürworter von Abtreibungsgesetzen – mit einem »Lifetime Achievement Award« zu ehren. Leo verteidigte die Entscheidung teilweise, indem er betonte, man müsse das »Gesamtwerk eines Senators« betrachten und die »Spannungen« verstehen.
Viele Bischöfe widersprachen: Unter anderem Erzbischof Salvatore Cordileone (San Francisco), Bischof Joseph Strickland (Tyler), Bischof David Ricken (Green Bay) und Erzbischof Joseph Naumann (Kansas City) erklärten öffentlich, die Ehrung verursache »großen Skandal« und verwirre die Gläubigen über die Lehre der Kirche zum Schutz des ungeborenen Lebens.
Senator Durbin lehnte schließlich den Preis ab, nachdem die Empörung selbst in vatikanischen Kreisen wuchs. Gegenüber NBC News sagte er, er sei »überrascht vom Ausmaß der Kontroverse« und habe die Ehrung abgelehnt, »weil die Reaktionen für den Kardinal, der sie vorgeschlagen hat, so heftig waren«.
Ein Skandal mit Signalwirkung
Durbin, seit 1997 im Senat, hat eine 0-Prozent-Bewertung bei Lebensschutzgruppen und 100 Prozent Zustimmung von Planned Parenthood und NARAL. Bereits 2004 wurde ihm in seiner Heimatdiözese Springfield der Kommunionempfang untersagt.
Bischof Thomas Paprocki von Springfield nannte die Entscheidung, Durbin zu ehren, »schockierend« und warnte, sie gefährde den Glauben vieler Katholiken.
Hawkins’ Reaktion steht stellvertretend für eine wachsende Unruhe unter amerikanischen Katholiken: Viele fragen sich, ob Papst Leo XIV. die klare Lehre der Kirche über das Lebensrecht aller Unschuldigen verwässert – und ob Rom noch erkennt, dass zwischen moralischem Irrtum und politischem Opportunismus ein himmelweiter Unterschied besteht.


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