„Wofür noch arbeiten?“ – Unternehmer, Manager und Gutverdiener verlieren das Vertrauen

Immer mehr Leistungsträger ziehen sich aus Deutschland zurück

Deutschlands Wirtschaft kämpft mit Rezession, Bürokratie und Rekordabgaben. Doch immer häufiger kommt es zu einer Entwicklung, die Ökonomen und Unternehmer gleichermaßen alarmiert: Leistungsträger ziehen sich zurück.

Immer mehr Leistungsträger ziehen sich innerlich aus Deutschland zurück und stoppen Investitionen


Manche wandern aus, andere reduzieren ihre Arbeit drastisch oder stoppen Investitionen. Die stille Abkehr vieler Unternehmer und Spitzenverdiener entwickelt sich zunehmend zu einem politischen und wirtschaftlichen Warnsignal.

Der stille Rückzug der Leistungsträger

Es sind keine spektakulären Massenauswanderungen, die derzeit für Diskussionen sorgen. Viel häufiger geht es um einen schleichenden Rückzug aus wirtschaftlicher Verantwortung.

Unternehmer stellen weniger Mitarbeiter ein, Investoren verlagern Kapital ins Ausland, Selbstständige reduzieren ihre Arbeitszeit oder geben ihre Unternehmen ganz auf.

Mehrere Erfahrungsberichte von Unternehmern und Spitzenverdienern zeigen dabei ein ähnliches Muster: hohe Steuer- und Abgabenlast, zunehmende Bürokratie, wirtschaftliche Unsicherheit und wachsende Frustration über politische Entwicklungen.

Ex-Geschäftsführer zieht Konsequenzen

Besonders aufsehenerregend ist der Fall eines ehemaligen Geschäftsführers aus Nordrhein-Westfalen, über den zuletzt in Unternehmerkreisen diskutiert wurde.

Der Mann arbeitete nach eigenen Angaben mehr als 30 Jahre in der Stahl- und Metallbranche, davon 17 Jahre als Geschäftsführer. Die Unternehmen erzielten Umsätze von bis zu 150 Millionen Euro jährlich.

Sein Einkommen habe zuletzt zwischen 180.000 und 230.000 Euro pro Jahr gelegen.

Nach einem Konflikt im Herbst 2025 zog er jedoch offenbar einen radikalen Schlussstrich. Statt einen neuen Spitzenposten anzunehmen, habe er sich vollständig aus dem Berufsleben zurückgezogen.

Als Gründe nennt er hohe Steuerlasten, übermäßige Bürokratie und mangelnde politische Reformbereitschaft.

Belgien statt Deutschland?

Besonders brisant: Nach Angaben aus seinem Umfeld beschäftigt sich der ehemalige Manager bereits konkret mit einem möglichen Umzug nach Belgien.

Vor allem Diskussionen über höhere Kapitalertragsteuern oder mögliche Vermögenssteuern würden die Bereitschaft zur Auswanderung zusätzlich verstärken.

Steuerberater und Vermögensberater berichten seit Monaten von wachsendem Interesse deutscher Unternehmer an Standorten wie Belgien, der Schweiz oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Unternehmer entlassen Mitarbeiter und bremsen Expansion

Auch jüngere Unternehmer berichten zunehmend von Frustration über den Standort Deutschland.

Ein Unternehmer Mitte 30 schilderte zuletzt, dass er nach Jahren intensiver Arbeit sämtliche Mitarbeiter entlassen habe. Zuvor habe er 60 bis 80 Stunden pro Woche gearbeitet und jährlich mehr als 150 Tage auf Geschäftsreisen verbracht.

Als Hauptprobleme nennt er Bürokratie, hohe Kosten, schwierige Finanzierungsmöglichkeiten und mangelnde Leistungsbereitschaft vieler Arbeitnehmer, wie Frankfurter Rundschau berichtet.

Der Satz:

„Das Land, in dem ich aufgewachsen bin, existiert nicht mehr“

wird inzwischen in sozialen Netzwerken und Unternehmerforen vielfach geteilt.

Spitzenverdiener fühlen sich zunehmend unter Generalverdacht

Auch aus Großkanzleien und Führungsetagen großer Unternehmen kommen ähnliche Stimmen.

Ein Partner einer Münchner Großkanzlei erklärte laut Medienberichten, er würde hohe Steuern grundsätzlich akzeptieren – wenn er den Eindruck hätte, dass das Geld effizient eingesetzt werde.

Viele Spitzenverdiener kritisieren dabei weniger die absolute Höhe der Abgaben als vielmehr das gesellschaftliche Klima.

Leistungsträger fühlten sich zunehmend unter Generalverdacht gestellt, während gleichzeitig die Belastungen weiter steigen würden.

Deutschlands Wirtschaft unter Druck

Die Debatte fällt in eine Phase wachsender wirtschaftlicher Probleme.

Die deutsche Industrie kämpft mit hohen Energiepreisen, steigenden Produktionskosten und schwacher Nachfrage. Gleichzeitig warnen Wirtschaftsverbände seit Monaten vor überbordender Bürokratie und sinkender Wettbewerbsfähigkeit.

Nach aktuellen Daten gingen allein seit dem Jahr 2019 mehrere hunderttausend Industriearbeitsplätze verloren.

Zudem belasten hohe Sozialabgaben, Inflation und steigende Staatsausgaben viele Unternehmen zusätzlich.

Gefahr für den Wirtschaftsstandort?

Ökonomen warnen zunehmend davor, dass nicht nur Kapital, sondern auch Motivation und Leistungsbereitschaft verloren gehen könnten.

Besonders problematisch sei dabei der sogenannte „stille Exodus“: Menschen bleiben zwar offiziell im Land, investieren jedoch weniger, arbeiten weniger oder ziehen sich innerlich aus wirtschaftlicher Verantwortung zurück.

Die Folgen könnten langfristig erhebliche Auswirkungen auf Steueraufkommen, Innovation und Wachstum haben.

Deutschland verliert seine Leistungsträger

Immer mehr Unternehmer, Investoren und Spitzenverdiener ziehen sich innerlich aus Deutschland zurück. Hohe Steuern, Bürokratie und steigende Staatsausgaben sorgen in Teilen der Wirtschaft für wachsende Frustration.

Während die Bundesregierung weiter Milliardenprogramme auflegt, fragen sich viele Leistungsträger zunehmend, warum sie immer mehr arbeiten und zahlen sollen.

Die eigentliche Gefahr beginnt dabei nicht erst mit Auswanderung – sondern wenn Unternehmer aufhören zu investieren und Fachkräfte dem Standort Deutschland innerlich kündigen.

Sven von Storch

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Comments

Wahrheitsfinder

27.05.2026 | 07:51

“Immer mehr Leistungsträger ziehen sich aus Deutschland zurück“

Tja wenn es in Deutschland keine Leistung mehr zu tragen gibt !? 😆😁
 

"Gutverdiener verlieren das Vertrauen

Immer mehr Leistungsträger ziehen sich aus Deutschland zurück"

 

Das will was heißen, wenn jetzt sogar "Gutverdiener" das "Vertrauen" verlieren. 

Viele Schlecht - und Durchschnittsverdiener haben das Vertrauen längst verloren. 

Mit freundlichen Grüßen

Menschundrecht 

Ekkehardt Fritz Beyer

27.05.2026 | 09:45

... „Die eigentliche Gefahr beginnt dabei nicht erst mit Auswanderung – sondern wenn Unternehmer aufhören zu investieren und Fachkräfte dem Standort Deutschland innerlich kündigen.“ ...

Weil die Bundeskanzlerin ihre Ökonomen seit Herbst anno 2005 ähnlich enttäusche, wie einst die DDR ihr Volk??? https://derkommunist.de/warum-enttaeuschte-die-ddr-die-hoffnung-auf-einen-sozialistischen-neuanfang/  

Ja mei: „Der „Große Austausch“ scheint dies nun zu besiegeln!!! https://uncutnews.ch/warum-der-westen-seine-weisse-bevoelkerung-ersetzt/

Allerdings scheint all dies längst ein gesamt-westliches Phänomen zu sein!!! https://uncutnews.ch/vertrauensbruch-im-westen-buerger-wenden-sich-massenhaft-gegen-ihre-regierungen/

Ich mache das alles nur noch für meine Familie und zähle für deutsche Verhältnisse zu den Spitzenverdienern. Ich selbst hätte wohl auch schon längst aufgehört. Und ja, bei mir war es besonders die Stadt in der ich aufgewachsen bin, Berlin. Sie existiert nicht mehr.

Ich mache noch so lange es geht und wenn noch irgend so ein Hammer kommt mache ich zu und lebe von Zinsen. Ich bin arm aufgewachsen und weiß wie man spart! 

Das obige kann ich voll und ganz unterstreichen, wenngleich es nicht annähernd die gegenwärtige Situation und Stimmung umschreibt.

Für viele ist es so gravierend ausgeartet das man dafür keine Worte findet. Ich selbst werde demnächst wohl auch keine Aufträge mehr annehmen können, einfach weil die Mitarbeiter schlicht nicht vorhanden sind und wir beiden "Leistungsträger" schon seit Jahren durcharbeiten.

Wer zuerst umkippt von uns beiden reißt die ganze Firma mit und ich weiß nicht ob ich dafür oder dagegen beten soll!

Die eigentliche Gefahr beginnt dabei nicht erst mit Auswanderung- sondern.... und Fachkräfte dem Standort Deutschland innerlich kündigen".
In der Endzeit der DDR nannte man das "Bummelstreik".

Nunja, der Wirtschaftsstandort Deutschland sollte eigentlich schon mit dem 1. Weltkrieg und den astronomischen Reparationszahlungen durch das Versailler Friedensdiktat von 1919 beseitigt werden. Dieses führte in der Weimarer Republik zu Armut und Hunger und 1923 zu einer Hyperinflation. 1929 kam dann noch die große Depression dazu. Seltsamerweise wuchs aber ab 1933 die deutsche Wirtschaft wieder, was gewissen Kreisen  ein Dorn im Auge war. Deswegen wurde über Deutschland ein 2. Weltkrieg verhängt. Eigentlich sollte nach dem Ende dieses Krieges gemäß dem Morgenthau-Plan von 1944 Deutschland komplett deindustrialisiert werden. Jedoch fiel den "gewissen" Kreisen glühend heiß ein, dass Deutschland dann doch nicht in der Lage wäre, die Reparationszahlungen von 1919 und 1945 zurückzuzahlen!  Also "gewährte" man Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkrieges erst einmal ein "Wirtschaftswunder". Deutschen Firmen, die man aber nicht "benötigte", wurde jedoch der Geldhahn zugedreht. Man unterstützte lieber die globalen Player, die fest in der Hand der Finanzmacht waren. Gute deutsche Firmen, teils mit Weltruf,  wie z.B. AEG, Telefunken, Braun, ASC, Grundig, UHER, Borgward, DKW usw. wurden nach und nach "entsorgt"! Heute wird von der deutschen Politik die Vollendung des Morgenthau-Plans angestrebt.

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