Boris Pistorius ruft die Reserve

Ex-Soldaten sollen wieder zu Wehrübungen verpflichtet werden – auch wenn sie über 60 Jahre alt sind

Die Bundeswehr soll wachsen – und dafür greift Verteidigungsminister Boris Pistorius jetzt tief in die Reserve. Mit einem neuen Gesetz könnten ehemalige Soldaten künftig wieder regelmäßig zu Wehrübungen einberufen werden. Für viele Betroffene wäre das ein massiver Eingriff in Berufsleben, Familie und persönliche Planung.

Boris Pistorius, Reservepflicht und neue Wehrübungen


Deutschland rüstet auf – und diesmal könnte es Hunderttausende Bürger direkt betreffen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Reservepflicht faktisch zurückbringen würde. Wer früher Wehrdienst geleistet oder als Soldat gedient hat, könnte künftig wieder regelmäßig in die Kaserne einberufen werden.

Im Verteidigungsministerium spricht man vom „Reservestärkungsgesetz“. Kritiker sehen darin dagegen einen tiefen Einschnitt in das Leben vieler ehemaliger Soldaten.

Wehrübungen bis 65 Jahre möglich

Aus dem Referentenentwurf geht hervor, dass Männer und Frauen mit weniger als 1 Jahr freiwilligem Wehrdienst bis zum 45. Lebensjahr zu Übungen verpflichtet werden könnten.

Wer länger gedient hat oder Berufs- beziehungsweise Zeitsoldat war, soll sogar bis zum 65. Geburtstag in der Reservepflicht bleiben.

Geplant sind Wehrübungen im jährlichen oder zweijährlichen Rhythmus. Die Übungen sollen jeweils rund 2 Wochen dauern.

Bereits Anfang Juli könnte das Bundeskabinett den Entwurf beschließen. Nach der Sommerpause dürfte das Gesetz dann im Bundestag beraten werden.

Pistorius will eine größere Bundeswehr

Der Hintergrund ist die massive Aufrüstung der Bundeswehr.

Pistorius verfolgt das Ziel, die Truppe bis Mitte der 2030er Jahre auf rund 265.000 aktive Soldaten und zusätzlich 200.000 Reservisten auszubauen.

Doch die Realität sieht bislang deutlich ernüchternder aus.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums verfügte Deutschland Ende 2024 nur über rund 60.000 beorderte Reservisten. Von ihnen nahm lediglich etwa jeder Zweite tatsächlich an Übungen teil.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Rund jeder dritte Reservist ist inzwischen älter als 50 Jahre.

Rückkehr einer alten Debatte

Besonders brisant: Erst 2011 hatte die damalige Bundesregierung unter Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Wehrpflicht ausgesetzt – inklusive der bisherigen Reservepflicht.

Damals galt das als Symbol einer modernen Friedenspolitik nach dem Kalten Krieg.

Heute wird diese Entscheidung in Teilen der Politik zunehmend kritisch gesehen.

Die sicherheitspolitische Lage in Europa habe sich grundlegend verändert, argumentieren Befürworter der Reform.

CDU erhöht den Druck

Vor allem aus der CDU kommen seit Monaten Forderungen nach einer stärkeren Reserve.

Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, erklärte bereits im Frühjahr, Deutschland könne sich eine rein freiwillige Reserve nicht mehr leisten.

Besonders kritisiert wird das sogenannte „doppelte Freiwilligkeitsprinzip“. Bisher müssen sowohl Reservist als auch Arbeitgeber einer Wehrübung zustimmen.

Aus Sicht vieler Sicherheitspolitiker fehlt dadurch im Ernstfall die notwendige Planungssicherheit.

Sorge um Jobs und Familien

Auch innerhalb des Reservistenverbandes stößt der Vorstoß nicht nur auf Zustimmung.

Verbandspräsident Patrick Sensburg begrüßte zwar grundsätzlich den Ausbau der Reserve, warnte aber gleichzeitig vor möglichen Folgen für Arbeitnehmer.

Es dürfe nicht passieren, dass Reservisten berufliche Nachteile erleiden oder Arbeitgeber sie künftig schlechter behandeln, erklärte Sensburg.

Tatsächlich könnte die neue Regelung erhebliche Auswirkungen auf Berufsleben und Familienalltag vieler Betroffener haben.

2 Wochen Wehrübung pro Jahr bedeuten für viele Arbeitnehmer zusätzliche Belastungen – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Deutschland im sicherheitspolitischen Umbau

Die Diskussion über die Reservepflicht zeigt, wie stark sich die deutsche Sicherheitspolitik derzeit verändert.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges investiert die Bundesregierung massiv in Verteidigung und militärische Infrastruktur. Gleichzeitig wächst innerhalb der NATO der Druck auf Deutschland, seine militärischen Fähigkeiten deutlich auszubauen.

Mit dem neuen Gesetz würde dieser Kurs nun auch unmittelbar im Alltag vieler ehemaliger Soldaten spürbar werden.

Sven von Storch

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Comments

Ekkehardt Fritz Beyer

29.05.2026 | 10:46

... „Die Bundeswehr soll wachsen – und dafür greift Verteidigungsminister Boris Pistorius jetzt tief in die Reserve. Mit einem neuen Gesetz könnten ehemalige Soldaten künftig wieder regelmäßig zu Wehrübungen einberufen werden. Für viele Betroffene wäre das ein massiver Eingriff in Berufsleben, Familie und persönliche Planung.“ ...

Ähnlich des Volkssturms??? https://www.google.com/search?q=warum+der+volkssturm+einst+so+wichtig+was&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&oq=warum+der+volkssturm+einst+so+wichtig+was&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOTIHCAEQIRigATIHCAIQIRigATIHCAMQIRigATIHCAQQIRigATIHCAUQIRifBdIBCTIwMjgxajBqNKgCALACAQ&sourceid=chrome&ie=UTF-8 

"Ex-Soldaten sollen wieder zu Wehrübungen verpflichtet werden – auch wenn sie über 60 Jahre alt sind"

Das macht die Verzweiflung Pistorius' und dieser Bundeswehr sehr deutlich. Denn die meisten, die bei der Bundewehr beschäftigt sind, haben wahrscheinlich keinen Bock auf einen Kriegseinsatz an einer Front - weder in der Ukraine noch anderswo, die ja in keiner Weise der Landesverteidigung dient. DAS nehmen Pistorius & Co. sehr genau wahr und lassen sich deshalb alle möglichen und unmöglichen Maßnahmen bis hin zu Zwangsmaßnahmen einfallen, um ihr Problem lösen zu können. Das Dumme ist nur, kein Soldat/Berufssoldat, der sich nicht bereits zu jeglichen Auslandseinsätzen per Arbeitsvertrag verpflicht hat, kann zu einem solchen gezwungen werden. Denn es geht dabei schließlich NICHT um die Landesverteidigung!

Und Männer mit über 60 zu sogenannten Wehrübungen zu verpflichten, dürfte gesetzlich kaum möglich sein. Denn Arbeitnehmer - noch dazu in diesem fortgeschrittenen Alter - aus ihren jahrelang bestehenden Arbeitsverhältnissen ohne dringenden Grund und Notwndigkeit einfach herausreißen zu wollen, würde wahrscheinlich eine riesige Klagewelle zur Folge haben. Und da der Hintergrund dieser "Mobilisierung" jedem klar sein sollte und wird, dass diese eben NICHT zur LANDESVERTEIDIGUNG dient, sondern hauptsächlich WIEDER EINMAL gegen Russland in den Krieg ziehen zu sollen und müssen, wird kaum einer dazu gewillt und bereit sein.

Was soll dieser ganze Quatsch im Zeitalter des unbemannten Drohnenkrieges?

Und außerdem dient der ganze Aufrüstungswahn doch nur dazu, den globalistischen Welteroberern und Kriegstreibern zu Willen zu sein.

Allein die sind es, gegen die wir uns verteidigen müßten - am besten mittels einer von diesen unabhängigen Regierung!

Pistorius der beliebteste Politiker der Deutschen. Sind das die Möchtegern-Deutschen die von der SPD einen deutschen Pass geschenkt bekommen haben. Mir war der Pistorius schon immer ekelhaft unsympathisch. Der hat schon immer demenzverdächtige Äußerungen von sich gegeben.

Ex-Soldaten sollen wieder zu Wehrübungen verpflichtet werden – auch wenn sie über 60 Jahre alt sind

Na, zum Glück hatte Lars Klingbeil (SPD) rechtzeitig den Kriegsdienst verweigert; nicht auszudenken, wenn UNSER Vize-Kanzler - mit der mörderischen Kriegswaffe in der Hand -  Deutschland dienen müsste...


...dann doch lieber zum Sozi-Foto-Shooting vor WK II Panzern ... und wieder schleunigst verpissen...

https://taz.de/SPD-Generalsekretaer-Klingbeil/!5789323/

MP

Glass Steagall Act

30.05.2026 | 00:06

Genau, lasst euch von den gierigen Milliardären verheizen! Helft den Investoren von Black Rock noch mehr Kohle zu scheffeln! Die reiben sich die Hände, wenn genügend dumme Suizid-Gefährdete Soldaten zusammen kommen, um sich in wenigen Tagen an der geplanten russischen Grenze abschießen lassen! Und lasst euch schön einreden, hier würde angeblich nur das Vaterland verteidigt! Das einzige was hier verteidigt wird, ist der Gewinn der Investoren, für einen Krieg, der uns rein gar nichts angeht!

Es hat aber auch sein Gutes. Man kommt wieder an anständige Knarren ran um zu üben und kann sich dann die Kriegstreiber  vom Halse halten. 

Denkt doch mal praktisch!

Der schlimmste Feind“

Paßt Obacht ! Da steht Euer Feind,
der euch hundert mal verraten! / Den BONZEN loben gern vereint / Nationale und Demokraten. 
Freiheit? Erlösung? Gute Nacht! / Ihr seit um die Frucht eures Leidens gebracht. 
Das macht : Ihr konntet Euch nicht befrein von den Feinden aus den eigene Reihn."      (Tucholsky)

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