Deutschland beginnt mit der Produktion ukrainischer Drohnen:

Volodymyr Selenskyj lächelt, die Rechnungen zahlen die Steuerzahler

Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj stellte am 13. Februar die erste Angriffsdrohne vor, die in Deutschland im Rahmen eines neu gegründeten deutsch-ukrainischen Joint Ventures hergestellt wurde.

Deutsch-ukrainisches Joint Venture für Drohnenproduktion in Deutschland


Die Produktion ist Teil einer breiteren Expansion der ukrainischen Rüstungsindustrie nach Europa und wird vor allem aus Mitteln des deutschen Verteidigungshaushalts und aus europäischen Fonds finanziert – also in erster Linie aus Steuergeldern der Bürger Deutschlands und der Europäischen Union.

Die erste Drohne aus der deutschen Produktionslinie

Volodymyr Selenskyj stellte am 13. Februar, am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz, die erste auf deutschem Boden produzierte Angriffsdrohne vor. Die Information veröffentlichte er in einer Erklärung auf dem Netzwerk X.

„Heute habe ich die erste gemeinsam hergestellte Angriffsdrohne übernommen. Wir haben die Produktionslinie und den ersten Flug dieser Maschine gesehen“, erklärte Selenskyj. Gleichzeitig betonte er: „Es ist moderne ukrainische Technologie. Kampferprobt. Mit Unterstützung künstlicher Intelligenz. Sie wird angreifen, aufklären und unsere Soldaten schützen.“

Quelle Screenshot X@@ZelenskyyUa 15-02-2026 

Das Joint Venture und die Rolle Deutschlands

Selenskyj besuchte das Unternehmen gemeinsam mit dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius. Die Produktion erfolgt bei Quantum Frontline Industries (QFI), einem Joint Venture der deutschen Firma Quantum Systems und des ukrainischen Unternehmens Frontline Robotics, wie das ukrainische Portal kyivindependent.com berichtet.

Während des Besuchs wurde die Mehrzweckdrohne Linza 3.0 vorgeführt und anschließend dem Präsidenten übergeben. Nach seinen Angaben soll die Anlage innerhalb eines Jahres bis zu 10.000 Drohnen produzieren, die an die ukrainischen Streitkräfte geliefert werden.

Technologie Linza 3.0

Die Drohne Linza 3.0 ist die neueste Version der Mehrzweckplattform, die von Frontline Robotics entwickelt wurde. Der Hersteller gab an, dass sie mit einer visuell-inertialen Navigation mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausgestattet ist, bis zu 4 Kilogramm Nutzlast tragen kann, eine Reichweite von etwa 15 Kilometern (9 Meilen) hat und bis zu 60 Minuten in der Luft bleiben kann.

Es handelt sich somit um ein modernes unbemanntes System, das sowohl für Aufklärungszwecke als auch vor allem für Angriffsoperationen bestimmt ist. Solche Systeme spielen heute eine Schlüsselrolle auf dem Schlachtfeld.

Wer die Produktion tatsächlich finanziert

Die entscheidende Frage betrifft jedoch die Finanzierung. Die deutsche Produktionslinie baut auf umfassenderen Verteidigungsabkommen zwischen Kyjiw und Berlin auf, die im Dezember unterzeichnet wurden, als Deutschland neue Verteidigungsverträge im Umfang von 1,2 Milliarden Euro (1,4 Milliarden US-Dollar) zusagte.

Diese Mittel stammen aus dem deutschen Staatshaushalt. Und der Staatshaushalt wird aus Steuern finanziert. Das bedeutet, dass sich deutsche Steuerzahler maßgeblich an dem Projekt beteiligen. Indirekt beteiligen sich auch Steuerzahler anderer Länder der Europäischen Union, da ein Teil der Unterstützung über europäische Fonds und gemeinsame Verteidigungsprogramme erfolgt.

Das Verteidigungspaket umfasste langfristige Unterstützung für den Betrieb der Patriot-Luftverteidigungssysteme, den Kauf in der Ukraine hergestellter Drohnen sowie gemeinsame Produktionsprojekte zwischen Quantum Systems und Frontline Robotics. Das bedeutet, dass öffentliche Finanzen der EU-Mitgliedstaaten direkt mit dem Ausbau dieser Produktionskapazität verbunden sind.

Pläne für weitere Expansion

Die gemeinsame Produktion wurde offiziell bereits im Dezember 2025 angekündigt. Selenskyj erklärte zudem, dass die Ukraine bis Ende 2026 zehn weitere Joint Ventures in Europa eröffnen wolle. Konkrete Länder nannte er bislang nicht.

Selenskyj hatte zuvor angekündigt, dass die ukrainische Drohnenproduktion nach Europa ausgeweitet werde und dass ähnliche Produktionslinien bereits im Vereinigten Königreich in Betrieb seien. Im Oktober 2025 beauftragte er zudem das Verteidigungsministerium mit der Einführung eines Programms für den „kontrollierten Export“ ukrainischer Waffen, dessen Ziel es ist, überschüssige Militärausrüstung zu exportieren und die Gewinne in weitere Systeme zu reinvestieren.

Wachstum des ukrainischen Rüstungssektors

Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2022 ist die ukrainische Drohnenindustrie deutlich gewachsen. Hunderte Unternehmen produzieren heute Aufklärungs- und Angriffssysteme, die eine zentrale Rolle auf dem Schlachtfeld spielen.

Der Aufbau von Produktionslinien in Partnerländern ermöglicht es, ukrainische Systeme in größerem Maßstab herzustellen und gleichzeitig die rüstungsindustrielle Zusammenarbeit mit europäischen Staaten zu vertiefen. Eine grundlegende Tatsache bleibt jedoch bestehen: Diese Expansion wird zu einem erheblichen Teil aus öffentlichen Mitteln finanziert – vor allem aus Steuergeldern der Bürger Deutschlands und anderer Staaten der Europäischen Union.

Das Risiko, dass Produktionsanlagen zum Angriffsziel werden

Die Ausweitung der Produktion militärischer Technik auf dem Gebiet eines NATO-Mitgliedstaates bringt auch sicherheitspolitische Risiken mit sich. Produktionsstätten, die Angriffs-Drohnen für einen Krieg herstellen, können aus russischer Sicht als legitime militärische Ziele betrachtet werden. Obwohl sie sich auf deutschem Territorium befinden, also im NATO-Raum, kann ihre Existenz im Informations- und Hybridkrieg genutzt werden und im Extremfall Gegenstand von Sabotage, Cyberangriffen oder anderen Formen des Drucks werden.

Die Verlagerung eines Teils der Produktion von der Ukraine nach Deutschland reduziert zwar das Risiko eines direkten Raketenangriffs, wirft jedoch zugleich die Frage auf, ob dadurch europäisches Territorium noch enger mit der Kriegslogik des Konflikts verknüpft wird.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

16.02.2026 | 09:16

„Deutschland beginnt mit der Produktion ukrainischer Drohnen: Volodymyr Selenskyj lächelt, die Rechnungen zahlen die Steuerzahler“!!! ...

Was auch aus meiner Sicht unterstreicht: „Die Bundesregierung nutzt das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität nur teilweise für neue Projekte. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird bis 2029 rund jeder zweite Euro zweckentfremdet. Dabei bedienen sich Union und SPD einer ganzen Reihe von Tricks.“ ... https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/tobias-hentze-die-haelfte-wird-zweckentfremdet.html

Zum Wohle und Nutzen des deutschen Volkes - mit dessen demokratisch-mehrheitlicher Unterstützung??????? 

Haut den West-Deutschen Politikern endlich wieder paar auf die Fresse. Das Pack kann es nicht sein lassen wieder zu morden. Mit jedem Schurkensystem sind sie verbandelt. Die Wiedervereinigung hat uns nur politisches Banditentum und Terror eingebracht. Besser wäre in der Tat eine erneute Teilung und Reparationen. Ihre eigene Spitze nannte es den größten Raubzug in der Geschichte der Menschheit. Vergeßt dies nie, denn er war nur einer von vielen in 1500 Jahren mit aber millionen Opfern von Mitteldeutschen. Die Mörder sind immer noch unter uns und  machen weiter. 

Ich bin auch kein Freund der von Ihnen gemeinten "westdeutschen" Politiker - aber ebensowenig ein Freund jener "ostdeutschen" Politiker, die es nicht lassen können, die Nachfolgepartei der SED zu wählen.

Aber wozu sich innerdeutsch gegenseitig anfeinden - wo es doch wahrhaftig genug anzuprangernde Bosheiten unserer gemeinsamen Feinde gibt?

Das passt ja, am Tag der kompletten Zerstörung Dresdens vor 81 Jahren! Und jetzt fangen diese mörderischen Kriegstreiber wieder an, eine Verwüstung anderer Länder begehen zu wollen und stellen dieses menschenfeindliche Vorhaben noch lachend zur Schau. Und wer ist an der Herstellung dieser mörderischen Produkte wieder voll beteiligt?? Wie könnte es anders sein, als dass die deutschen Regierenden mit ihrer erneut aufblühenden Rüstungsindustrie wieder ihre dreckigen Finger drinstecken haben?!

Else Schrammen

16.02.2026 | 20:07

Der "kleine Diktator" hat sich ja in München unter den Welt-Größen kräftg aufgeblasen - wie ein Bantam-Hühnchen unter Brahma-Hähnen. Die EU kräftig beschimpft und mit Tadel für die geizigen Deutschen nicht gespart. Allerdings der Zeitpunkt der Bekanntmachung des Drohnen-Paktes lädt zum Sinnieren ein: Der 13. Februar, mitten im Karneval? Ein Gag aus einer Büttenrede? <Was wird in Deutschland von versierten deutschen Ingenieuren gebaut und soll fliegen? Eine Drohne, die fliegt. Kann sie aber nicht, weil in Deutschland gebaut.> Da klappt doch nix mehr, was Technik ist!

Jens Maininger

17.02.2026 | 07:35

Die Ukraine auch unsere  und der Westen kriegt den Hintern nicht richtig hoch! Zeitenwende, unsere Politiker. In Wirklichkeit ist es aber nur Aufrüstung im Schneckentempo. Für 100 Panzer, die Russland produziert, produzieren wir vielleicht einen. Und das, obwohl dieses verarmte riesige Oligarchen-Land eine geringere Wirtschaftskraft als Italien hat!



 Herr Merz, wir sollten in der Rüstung endlich den Turbo einschalten. Nicht nur zum Wohle der Ukraine, sondern in erster Linie zum Wohl unseres eigenen Landes! 

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