Hormus brennt

US-Angriffe auf Iran lassen Ölpreise explodieren

Die Lage im Nahen Osten eskaliert erneut. Nach amerikanischen Luftschlägen gegen iranische Drohnenstellungen nahe der Straße von Hormus schossen die Ölpreise nach oben, während die Börsen weltweit nervös reagierten. Für Deutschland könnte die neue Krise schnell zur nächsten Energie- und Preisfalle werden.

US-Angriffe auf Iran nahe der Straße von Hormus und steigende Ölpreise


Die Hoffnung auf eine Stabilisierung im Nahen Osten bekommt den nächsten schweren Rückschlag. Mit gezielten Angriffen auf iranische Drohnenstellungen nahe der strategisch entscheidenden Straße von Hormus haben die USA die Spannungen mit Teheran weiter verschärft.

Nach Berichten von Reuters und Bloomberg sollen Streitkräfte des US Central Command zunächst 4 iranische Angriffsdrohnen abgefangen haben, die auf ein Handelsschiff gefeuert worden seien. Kurz darauf griffen US-Kampfflugzeuge offenbar eine iranische Drohnenstarteinheit im Hafen von Bandar Abbas an.

Der Angriff erfolgte nur wenige Kilometer entfernt von einer der wichtigsten Energieadern der Welt.

Die Straße von Hormus wird zum Pulverfass

Kaum eine Region ist für die globale Energieversorgung wichtiger als die Straße von Hormus. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls passiert diese schmale Meerenge zwischen Iran und Oman.

Schon kleinere militärische Zwischenfälle reichen dort aus, um die Finanzmärkte weltweit in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Parallel zu den Luftschlägen verschärfte Washington nach Angaben mehrerer US-Medien auch die Sanktionen gegen Iran. Ziel sei es, Teherans Einfluss auf den Schiffsverkehr durch die Meerenge weiter einzuschränken.

Die iranische Führung hatte in den vergangenen Wochen ihren beanspruchten Kontrollbereich entlang der Route deutlich ausgeweitet. Reedereien müssen inzwischen teilweise mit iranischen Behörden verhandeln, um sichere Passagen zu erhalten.

Explosionen auch in Kuwait

Besonders brisant: Die Krise scheint sich inzwischen auf weitere Staaten der Region auszudehnen.

Die kuwaitische Armee meldete in der Nacht militärische Aktivitäten sowie das Abfangen feindlicher Raketen und Drohnen durch Luftabwehrsysteme. Augenzeugen berichteten laut internationalen Medien von Explosionen am Himmel über Kuwait.

Damit wächst die Sorge vor einer regionalen Eskalation weit über den direkten Konflikt zwischen Washington und Teheran hinaus.

Trump zieht klare Linie

US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor den Angriffen ungewöhnlich deutliche Worte gefunden. Kein Staat dürfe die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen, erklärte Trump bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus.

Die Wasserstraße müsse internationales Gewässer bleiben und für alle offenstehen.

Konkrete militärische Maßnahmen kündigte Trump zwar nicht an, doch die späteren Luftschläge machten deutlich, dass Washington bereit ist, seine Interessen in der Region mit Nachdruck zu verteidigen.

Ölpreis schießt nach oben

Die Reaktion der Märkte ließ nicht lange auf sich warten.

Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl sprang zeitweise um 3,7 Prozent auf 97,75 US-Dollar. Händler fürchten vor allem eine mögliche Blockade oder massive Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus.

Denn sollte die Route tatsächlich zeitweise ausfallen, hätte das unmittelbare Folgen für die weltweite Energieversorgung.

Besonders Europa gilt dabei als verwundbar. Deutschland kämpft bereits seit Jahren mit hohen Energiepreisen und steigenden Belastungen für Industrie und Verbraucher.

Börsen unter Druck

Auch an den Aktienmärkten setzte sofort Nervosität ein.

Der Nasdaq 100 fiel nach seinem jüngsten Rekordhoch wieder deutlich zurück. Der DAX rutschte zeitweise unter die Marke von 25.000 Punkten.

Anleger reagierten mit klassischer Risikoaversion: Öl und geopolitische Krisen gelten seit Jahrzehnten als gefährliche Kombination für die Weltwirtschaft.

Vor allem energieintensive Branchen gerieten erneut unter Druck.

Gold bleibt Krisengewinner

Während Aktienmärkte schwankten, blieb Gold trotz kurzfristiger Rücksetzer weiter im Fokus vieler Anleger. Das Edelmetall notierte zuletzt bei rund 4.372 US-Dollar pro Unze.

Marktbeobachter verweisen darauf, dass geopolitische Krisen, hohe Staatsverschuldung und Inflationsängste weiterhin zentrale Treiber für die Nachfrage nach Edelmetallen bleiben.

Deutschland erneut im Energiestress

Für Deutschland könnte die neue Eskalation zu einem besonders heiklen Zeitpunkt kommen.

Die deutsche Wirtschaft leidet weiterhin unter hohen Energiepreisen, schwacher Industrieproduktion und anhaltender Unsicherheit an den Rohstoffmärkten.

Sollte sich die Lage rund um die Straße von Hormus weiter verschärfen, drohen erneut steigende Kosten für Treibstoffe, Heizung und industrielle Produktion.

Damit könnte der Konflikt im Nahen Osten schon bald direkte Auswirkungen auf Unternehmen, Verbraucher und die gesamte wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland haben.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Kommentare

Und wieder sind es die Amis, die die Eskalation befeuern! Die wollen einfach nicht kapieren, dass die den Iran nicht klein kriegen, nicht fertig machen und sich nicht unterwerfen können, so wie die das mit den anderen Ländern in all den letzten Jahrzehnten tun konnten. 

Am Iran beißen die sich die Zähne aus und stürzen damit die ganze Welt in ein zumindest wirtschaftliches Chaos. Aber die Welt schaut zu. Und keiner fordert Trump und die USA auf, endlich mit ihren grundlosen Angriffen aufzuhören.

Wenn Trump meint, dass kein Staat die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen dürfe, dann ist DAS wieder glatt gelogen. Denn diese Kontrolle wollen allein die USA haben. Und NUR DESHALB bombardieren die dort.

Ekkehardt Fritz Beyer

29.05.2026 | 12:58

... „Für Deutschland könnte die neue Krise schnell zur nächsten Energie- und Preisfalle werden.“ ...

Ja mei: Da sich immer mehr Deutsche von der Sichtweise der von ihnen(?) gewählten(?) Obrigkeit mit einem „positives Russlandbild“ https://www.cicero.de/aussenpolitik/die-deutschen-haben-ein-positives-russlandbild/42425 abwenden:

Ist es nicht längst an der Zeit, unsere aktuelle Regierung und die auch m. E. Brüsseler Diktatoren zu schleichen – um mit den Bären wieder knuddeln zu können???  

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.