Während der Konflikt mit dem Iran weiter schwelt und die Ölpreise die amerikanischen Verbraucher belasten, geraten auch Trumps Umfragewerte massiv unter Druck: Nur noch 33 Prozent der Amerikaner sind mit seiner Amtsführung zufrieden.
Trump droht Oman mit Bomben
Die Worte könnten kaum drastischer sein. In einem Telefoninterview mit Fox News erklärte Trump am Montag mit Blick auf den Oman sinngemäß: Wenn sich das Land den USA in den Weg stelle, werde man es „in Grund und Boden bombardieren“. Reuters bestätigt die Äußerung und berichtet, dass Trump wenige Stunden später im Oval Office nachlegte. Der Oman habe sich seiner Ansicht nach "nicht sehr gut verhalten", könne aber von den USA "sehr leicht" in den Griff bekommen werden.
Hinter der Drohung steckt der erbitterte Streit um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Seerouten der Welt. Vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar liefen durch die Meerenge rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung. Seit Beginn des Konflikts ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt.
Iran und Oman verhandeln derzeit über eine Regelung, mit der der kommerzielle Schiffsverkehr wieder ausgeweitet werden soll. Nach Angaben der Associated Press erklärte Teheran, mit Maskat sei bereits grundsätzlich eine Route für Schiffe vereinbart worden. Die Details einer gemeinsamen Erklärung würden noch ausgearbeitet. Die USA verlangen dagegen eine für sie akzeptable Öffnung der Meerenge, bevor sie ihre Blockade iranischer Häfen beenden.
Nicht die erste Drohung
Es ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass Trump dem Oman offen mit militärischer Gewalt droht.
Schon im Mai hatte der Präsident während einer Kabinettssitzung erklärt, der Oman müsse sich "benehmen wie alle andere“, andernfalls müsse man das Land "in die Luft jagen". Der Streit drehte sich auch damals um eine mögliche gemeinsame Verwaltung beziehungsweise Kontrolle der Straße von Hormus durch Iran und Oman.
Das ist politisch besonders brisant, weil Oman kein Kriegsgegner der Vereinigten Staaten ist. Das Sultanat unterhält seit Jahrzehnten enge Beziehungen zu Washington und hat immer wieder als diskreter Vermittler zwischen den USA und Iran fungiert. Auch frühere amerikanisch-iranische Verhandlungen liefen teilweise über Maskat.
Der demokratische Senator Tim Kaine kündigte inzwischen an, nach der Sommerpause eine War Powers Resolution einzubringen, die einen amerikanischen Militäreinsatz gegen Oman ohne Zustimmung des Kongresses verhindern soll. Kaine verwies dabei auch auf die engen diplomatischen Beziehungen und das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Oman.
Iran soll "die weiße Fahne hissen"
Parallel dazu verschärfte Trump auch seine Rhetorik gegenüber Teheran. Iran werde nach seiner Einschätzung nicht dem Abkommen zustimmen, das die USA für notwendig hielten. Ziel bleibe, dass Iran unter keinen Umständen über Atomwaffen verfügen dürfe. Zuvor hatte Trump gegenüber Fox News erklärt, Teheran solle die "weiße Fahne der Kapitulation" hissen.
Eine Verlängerung des im Juni vereinbarten Übergangsabkommens lehnt Trump ab. Das Abkommen sollte ursprünglich die Kampfhandlungen beenden und innerhalb von maximal 60 Tagen zu einer umfassenden Vereinbarung führen. Es zerbrach jedoch bereits Wochen später. Die 60-Tage-Frist lief am Montag aus.
Trump erklärte zugleich, dass die bevorstehenden Zwischenwahlen seine Iran-Politik nicht beeinflussten.
Doch innenpolitisch wird der Krieg für den Präsidenten zunehmend zum Problem.
Trump stürzt auf 33 Prozent
Eine neue Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt einen deutlichen Absturz der Zustimmung zum Präsidenten.
Nur noch 33 Prozent der Befragten erklärten, mit Trumps Amtsführung zufrieden zu sein. 64 Prozent äußerten sich unzufrieden. Anfang August hatte seine Zustimmung noch bei 35 Prozent gelegen. Der aktuelle Wert ist der niedrigste seiner laufenden Amtszeit und entspricht zugleich dem Tiefpunkt, den Trump bereits im Dezember 2017 während seiner ersten Präsidentschaft erreicht hatte.
Als Trump Anfang 2025 ins Weiße Haus zurückkehrte, lag seine Zustimmung noch bei knapp unter 50 Prozent. Reuters führt den jüngsten Popularitätsverlust unter anderem auf den Krieg gegen Iran, die eingeschränkten Öltransporte durch die Straße von Hormus und die daraus resultierenden höheren Benzinpreise zurück.
Das trifft Trump ausgerechnet bei zwei Themen, mit denen er im Wahlkampf punkten wollte: niedrige Inflation und die Vermeidung langer Kriege.
80 Prozent erwarten langen Krieg
Besonders alarmierend für das Weiße Haus ist die Einschätzung der Amerikaner zur Dauer des Konflikts.
80 Prozent glauben inzwischen, dass sich die amerikanische Beteiligung am Iran-Konflikt noch längere Zeit hinziehen wird. Selbst unter republikanischen Anhängern teilen 71 Prozent diese Einschätzung. Bei den Demokraten sind es 87 Prozent. Lediglich 16 Prozent der Befragten erwarten, dass der Konflikt innerhalb weniger Wochen beendet werden kann.
Noch deutlicher fällt das Urteil bei der Frage aus, ob der Krieg die bisherigen Opfer und Kosten überhaupt wert gewesen sei.
Nur etwa jeder fünfte Amerikaner hält den Krieg laut Reuters/Ipsos für gerechtfertigt. Selbst unter republikanischen Anhängern ist nur etwa die Hälfte dieser Meinung.
Trump verteidigt dagegen die wirtschaftlichen Folgen seiner Iran-Politik. Bei einer Kundgebung erklärte er, ein geringfügig höherer Benzinpreis sei es wert, wenn dadurch verhindert werde, dass ein von ihm als „sehr böse“ bezeichnetes Land Atomwaffen bekomme.
Republikaner geraten unter Druck
Für die Republikaner kommen die Zahlen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Am 3. November 2026 stehen die Midterm-Wahlen an, bei denen über die Mehrheitsverhältnisse im Kongress entschieden wird.
Und der Iran-Krieg ist nicht das einzige Warnsignal.
Beim Thema Wirtschaft sehen inzwischen 38 Prozent der Wähler die Demokraten als kompetenter an, während 35 Prozent den Republikanern den Vorzug geben. Reuters zufolge lagen die Demokraten bei dieser Frage in den vergangenen rund zehn Jahren nicht vorne. Auch bei den Lebenshaltungskosten genießen sie derzeit mehr Vertrauen.
Selbst bei der Immigration, bislang einer der stärksten politischen Trump-Domänen, schrumpft der Vorsprung dramatisch. 40 Prozent halten den republikanischen Ansatz für besser, 38 Prozent den demokratischen. Im Januar 2025 hatten die Republikaner hier noch einen Vorsprung von 26 Prozentpunkten.
Die Reuters/Ipsos-Umfrage wurde vier Tage lang online unter 1.166 Erwachsenen in den USA durchgeführt. Die statistische Fehlermarge beträgt rund 3 Prozentpunkte.
Außenpolitische Drohungen, innenpolitischer Druck
Damit treffen zwei Entwicklungen unmittelbar aufeinander: Während Trump seine Rhetorik im Nahen Osten weiter verschärft und nun sogar einem langjährigen amerikanischen Partner offen mit Bomben droht, wächst zu Hause die Skepsis gegenüber seiner Politik.
Trump betont, sich von Umfragen und Zwischenwahlen nicht beeinflussen zu lassen. Doch die Zahlen zeigen, wie gefährlich der festgefahrene Iran-Konflikt für das Weiße Haus inzwischen geworden ist.
Die Straße von Hormus bleibt weitgehend blockiert, die Benzinpreise belasten amerikanische Haushalte, eine diplomatische Lösung mit Iran ist nicht in Sicht – und nun droht Washington auch noch dem Oman, jenem Staat, der über Jahrzehnte hinweg immer wieder als Vermittler zwischen den verfeindeten Seiten fungiert hat.
Während Trump im Ausland immer härtere Töne anschlägt, wird die Unterstützung für seine Politik im eigenen Land immer dünner.


Comments
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Dann kann sich Dänemark ja heute schon ausrechnen,
was ihnen in Grönland 'morgen' noch alles so blüht, gell ?
... „US-Präsident Donald…
... „US-Präsident Donald Trump sorgt mit einer drastischen Drohung gegen den Oman für Aufsehen. Sollte sich das Golf-Sultanat den amerikanischen Plänen für die Straße von Hormus in den Weg stellen, drohte Trump offen mit einem militärischen Angriff.“ ...
Was es Russland und China sicherlich extrem vereinfacht, ihren Einfluss in den Golfstaaten noch weiter auszubauen! https://www.diepresse.com/17953298/brics-wird-zum-koloss-wie-russland-und-china-ihren-einfluss-in-den-golfstaaten-ausbauen
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