In der Europäischen Union wächst die Unruhe

Die Ukraine stimmt den "Hauptbedingungen" eines von den USA geleiteten Friedensabkommens zu

Eine unerwartete Wendung im Ukrainekrieg: Nach Angaben amerikanischer Quellen hat Kiew den zentralen Punkten eines Friedensabkommens zugestimmt, das vom Team Donald Trumps vorbereitet wurde. 

Kiew stimmt den Hauptbedingungen zu

Während Washington sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine im diplomatischen Modus „hinter verschlossenen Türen“ verhandelt, schlagen die pro-europäischen Regierungen der EU Alarm: Der Plan komme Moskau ihrer Ansicht nach zu sehr entgegen. Der Kreml äußert weiterhin Skepsis, und Präsident Wolodymyr Selenskyj bereitet sich auf eine Reise in die USA vor, wo das Dokument endgültig abgeschlossen werden soll.

Amerikaner melden Durchbruch: Kiew stimmt den Hauptbedingungen zu

Nach Informationen, die der Sender CBS News veröffentlicht hat, kam es während der November-Gespräche zu einem entscheidenden Fortschritt. Ein hochrangiger US-Beamter bestätigte dem Sender, dass die Ukraine den "wesentlichen Parametern" des von der Trump-Administration ausgearbeiteten Friedensrahmens zugestimmt habe. Es blieben lediglich "kleine technische Details" übrig, die im Rahmen der bevorstehenden Treffen geklärt werden könnten.

Es ist das erste Mal seit dem Ausbruch des Konflikts im Jahr 2022, dass die ukrainische Seite offiziell Bereitschaft signalisiert, einen Friedensvorschlag zu akzeptieren, der nicht innerhalb europäischer Strukturen entstanden ist, sondern unter direkter Führung der Vereinigten Staaten.

Geheime Gespräche in Genf und Abu Dhabi: Wer verhandelt wirklich?

In den vergangenen Wochen reiste die US-Delegation zwischen Genf, Abu Dhabi und mehreren europäischen Hauptstädten hin und her. An den Gesprächen nahmen laut durchgesickerten Informationen der US-Heeresminister Dan Driscoll, Außenminister Marco Rubio sowie Trumps Verbündete Steve Witkoff und Jared Kushner teil.

Die Treffen sollten getrennt mit ukrainischen und russischen Unterhändlern stattfinden. In Abu Dhabi traf sich Driscoll sogar mit russischen Regierungsvertretern. Auch ein Treffen mit dem Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, wurde erwartet.

Washington bestätigte anschließend, dass nach den Genfer Gesprächen ein „aktualisierter Rahmen“ ausgearbeitet wurde, der nun beiden Konfliktparteien vorliegt.

Von 28 auf 19 Punkte: Zugeständnisse, Druck und geopolitische Realität

Der ursprüngliche US-Vorschlag soll laut Leaks aus 28 Forderungen bestanden haben – viele davon stuften europäische Regierungen als "inakzeptabel" ein. Dabei ging es insbesondere um:

die Anerkennung der russischen Kontrolle über Teile der besetzten Gebiete,

feste Einschränkungen der ukrainischen Streitkräfte,

ein Sicherheitsmodell, das der NATO ähnelt, aber ohne ukrainische Mitgliedschaft,

die Verpflichtung Kiews, der NATO niemals beizutreten.

Nach scharfer Kritik – vor allem aus Paris, Berlin und Brüssel – überarbeitete das US-Team das Dokument und reduzierte den Vorschlag auf 19 Punkte. Die europäischen Staaten legten zudem eigene Änderungsentwürfe vor, die die vollständige Wahrung der ukrainischen Souveränität über die umstrittenen Regionen und die Offenhaltung der NATO-Beitrittsoption fordern.

Die Reaktion Moskaus folgte umgehend: Der Kreml bezeichnete die europäischen Vorschläge als "völlig unkon­struktiv" und warf dem Westen vor, einen Prozess zu sabotieren, der aus russischer Sicht endlich begonnen habe, "die Realität auf dem Schlachtfeld" abzubilden.

Selenskyjs Reise in die USA: Der entscheidende Schritt?

US-Vertreter ließen zugleich durchblicken, dass eine Reise des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in die Vereinigten Staaten vorbereitet werde. Dort soll der endgültige Text des Abkommens ausgehandelt werden.

Selenskyj steht in der Heimat unter wachsendem Druck. Nach Monaten militärischer Rückschläge, der Erschöpfung von Armee und Bevölkerung, der eingeschränkten europäischen und amerikanischen Unterstützung sowie zahlreichen Korruptionsskandalen mehren sich Stimmen, die eine radikale Änderung der Strategie fordern. Die Annahme des US-Plans könnte für den ukrainischen Präsidenten die einzige Möglichkeit sein, sich die Unterstützung des Westens zu erhalten.

Die EU ist nervös: Macron lehnt eine "Friedenskapitulation" ab

Die Reaktionen der europäischen Staats- und Regierungschefs fallen äußerst zurückhaltend aus. Am deutlichsten äußerte sich bislang der französische Präsident Emmanuel Macron:

"Wir wollen Frieden, aber keinen Frieden, der einer Kapitulation gleichkommt."

Für Paris, aber ebenso für Polen und die baltischen Staaten, ist es undenkbar, dass die USA über den Ausgang des Krieges entscheiden, ohne die europäischen Sicherheitsinteressen ausreichend zu berücksichtigen. Deutschland hält sich bislang bedeckt und veröffentlicht lediglich vage Appelle für eine „dauerhafte und gerechte Lösung“.

Was bleibt unklar? Waffenstillstand, Grenzen, Sicherheitsgarantien

Obwohl Washington betont, dass der "Grundrahmen steht", bleibt weiter offen:

wie die zukünftigen Grenzen definiert werden sollen,

ob Russland tatsächlich einen Waffenstillstand garantiert,

ob die Ukraine einer Begrenzung ihrer Streitkräfte zustimmt,

welche Staaten Sicherheitsgarantien übernehmen sollen,

und ob Wladimir Putin überhaupt ein Abkommen unterzeichnet, das ohne seine öffentliche Beteiligung entstanden ist.

Moskau signalisiert zudem immer wieder, dass es keine direkten Abkommen mit Kiew schließen wolle – als Verhandlungspartner betrachtet der Kreml ausschließlich die USA.

Ein zerbrechlicher Frieden, der jederzeit scheitern kann

Sollten sich die Informationen amerikanischer Medien bestätigen, befindet sich der Konflikt erstmals seit 2022 in einer Phase, in der ein formelles Ende möglich erscheint. Doch der Friedensrahmen, der den größten europäischen Krieg seit dem Zerfall Jugoslawiens beenden soll, ist äußerst fragil:

die USA drängen auf einen schnellen Abschluss,

die Ukraine ist finanziell und militärisch erschöpft,

Europa weigert sich, Russland entgegenzukommen,

und der Kreml kritisiert "inakzeptable Änderungen".

Das Ergebnis könnte Frieden sein – oder eine neue Eskalation, falls eine der Seiten den amerikanischen Fahrplan nicht mitträgt.

Eines jedoch ist klar: Die entscheidenden Tage haben begonnen.

Sven von Storch

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Kommentare

"In der europäischen Union wächst die Unruhe" Warum eigentlich?

Wächst doch nun die Chance, daß der Ukrainekrieg nicht eskaliert und daß die für Rüstung und Ukrainehilfe vorgesehenen Mittel bald sinnvoller verwendet werden können. Kommt noch hinzu, daß vor allem die EU-Länder selbst am meisten profitieren, wenn die Sanktionen gegen Russland abgebaut werden.

Da drängt sich der Verdacht auf, daß diese "Unruhe" vor allem von den US-Globalisten ausgeht, die ihre Weltmachtfelle davonschwimmen sehen. Ganz zu schweigen von den Profiten aus der Rüstungsindustrie.

Allerdings wird die Situation auch für unsere(?) scheinheiligen EU-Politker, die sich im Auftrag der Fremdherrschaft und auf Kosten der Bürger, so sehr um die "Sicherheit Europas" gesorgt haben, immer peinlicher ....

 

 

Johannes Friedrich

26.11.2025 | 10:44

Nachdem Selenskyj nun endlich vernünftig geworden zu sein scheint ist zu hoffen, daß er sich nicht wieder von den europäischen Kriegstreibern beeinflussen läßt.

Im Anhang zum 28-Punkte-Plan liegt auch eine Karte, auf der die vorgesehenen Abtretungen dargestellt sind und erklärt werden, zu finden hier: 


https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine/das-sind-die-28-punkte-in-trumps-ukraine-friedensplan-accg-200253054.html
Ich gehe davon aus, dass an der Aufteilung kaum zu noch Änderungen vorgenommen werden.
 

Mit dem Kriegsende kann man nicht so lange warten, bis alle europäischen Regierungschefs einwilligen. Besonders die immer wieder vorgetragenen Forderungen der Herren Macron und Starmer, es dürfe zu keinen Gebietsabtretungen kommen, und es sollten europäische Truppen den Frieden in der Ukraine sichern, sind völlig illusorisch. Bei solchen Forderungen wird es nie zu einem Kriegsende kommen. Ich spreche lieber von einem Kriegsende, weil ich an einen richtigen Frieden noch lange nicht glaube. Auf beiden Seiten muss der Wille zu einer Beendigung aller Kriegshandlungen vorhanden sein, keine weiteren Angriffe auf das jeweils andere Territorium zu starten. Russland sollte meines Erachtens wegen seiner übermäßigen Größe und militärischen Stärke auch zusichern, keine weiteren Länder anzugreifen oder in diese mit Truppen einzumarschieren, insbesondere nicht in Moldau oder den baltischen Ländern. Denn dieses würde in Europa zu großer Verunsicherung der Bevölkerung führen. 
 

Eines ist klar nach dieser Aktion und Kriegstreiberei muss die EU aufgelöst werden.In solch einem Staatenverbund sollten die Menschen nicht leben.Korruptes,verdorbenes und Macht gieriges Konstrukt das nur darauf ausgelegt ist Menschen auszubeuten und sich selbst zu bereichern.

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