Epsteins Geld und die norwegischen Eliten

Kinder der Diplomatin Juul in Epsteins Testament: Norwegen reagiert mit Suspendierung

Ein weiteres Kapitel der Affäre Jeffrey Epstein erschüttert diesmal Skandinavien. Das norwegische Außenministerium hat eine der bedeutendsten diplomatischen Persönlichkeiten des Landes – die Botschafterin Mona Juul – vorübergehend von ihren Aufgaben entbunden.

Suspendierung der Botschafterin Juul


Grund dafür sind neu veröffentlichte Dokumente, denen zufolge ihre Kinder im Testament Jeffrey Epsteins als Erben einer Summe in Höhe von mehreren zehn Millionen Kronen aufgeführt gewesen sein sollen.

Über den Fall berichtete unter anderem die deutsche Tageszeitung WELT, die sich auf offizielle Stellungnahmen der norwegischen Regierung sowie auf heimische Medien beruft.

Suspendierung der Botschafterin: „Wir müssen Licht in die Sache bringen“

Der norwegische Außenminister Espen Barth Eide erklärte am Montag, das Ministerium habe Mona Juul vorübergehend von ihren diplomatischen Pflichten suspendiert. Seinen Worten zufolge sei es notwendig, „Licht in die gesamte Angelegenheit zu bringen“, insbesondere im Hinblick auf ihre Kontakte zu Jeffrey Epstein.

Juul war in der Vergangenheit als norwegische Botschafterin bei den Vereinten Nationen tätig und bekleidete zuletzt den Posten der Chef­diplomatin Norwegens in Jordanien. Sie zählt seit Langem zu den angesehensten Persönlichkeiten der norwegischen Diplomatie.

Kinder im Epstein-Testament: zehn Millionen Dollar

Eine entscheidende Wendung brachten neue Dokumente aus dem US-Justizministerium. Nach Angaben norwegischer Medien wurden die beiden Kinder von Mona Juul und ihrem Ehemann Terje Röd-Larsen im Testament Epsteins als Erben einer Summe von zehn Millionen US-Dollar genannt, was etwa achteinhalb Millionen Euro entspricht.

Gerade diese Tatsache führte zu einer umgehenden Reaktion der norwegischen Regierung. Bislang ist unklar, unter welchen Umständen die Kinder des Diplomatenpaares in das Testament aufgenommen wurden und ob ihre Eltern davon wussten.

Schlüsselrolle im Friedensprozess im Nahen Osten

Mona Juul und ihr Ehemann Terje Röd-Larsen spielten eine Schlüsselrolle bei den geheimen Verhandlungen zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation, die Anfang der neunziger Jahre in die sogenannten Oslo-Abkommen mündeten. Diese galten damals als historischer Durchbruch in den israelisch-palästinensischen Beziehungen.

Gerade dieser Status macht den aktuellen Skandal besonders brisant – es handelt sich nicht um eine Randfigur, sondern um ein Symbol norwegischer Diplomatie und internationaler Vermittlung.

Weitere norwegische Namen in den Dokumenten

Juul ist nicht die einzige norwegische Persönlichkeit, deren Name in den neu veröffentlichten Akten auftaucht. Nach Angaben norwegischer Medien finden sich in den Dokumenten auch die Namen von:

– Thorbjørn Jagland, ehemaliger norwegischer Ministerpräsident und früherer Generalsekretär des Europarates

– Børge Brende, ehemaliger Außenminister Norwegens und heutiger Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos

Brende traf Epstein in den Jahren zweitausendachtzehn und zweitausendneunzehn mehrfach zu Abendessen in New York. Noch im November vergangenen Jahres erklärte er jedoch gegenüber der norwegischen Zeitung Aftenposten, er habe mit Epstein „nie etwas zu tun gehabt“.

Jagland räumte inzwischen ein, bei der Einschätzung von Epsteins Person „Fehler gemacht“ zu haben.

Drei Millionen Dokumente aus den USA: Bill Gates und Prinz Andrew

Das US-Justizministerium veröffentlichte am vergangenen Freitag mehr als drei Millionen weitere Dokumente zur Epstein-Affäre. Dabei handelt es sich um E-Mails, Fotos, Videos sowie interne Aufzeichnungen.

In den Unterlagen tauchen erneut die Namen zahlreicher global einflussreicher Persönlichkeiten auf, darunter unter anderem der Microsoft-Gründer Bill Gates oder der britische Prinz Andrew.

Die Veröffentlichung der Dokumente verdeutlicht einmal mehr, wie tief Epstein in den politischen, finanziellen und gesellschaftlichen Eliten des Westens verankert war.

„Peinliche Fehler“ auch von der norwegischen Kronprinzessin eingeräumt

Der Skandal erreichte sogar die norwegische Königsfamilie. Kronprinzessin Mette-Marit hatte bereits zuvor „peinliche Fehler“ im Umgang mit Epstein eingeräumt, nachdem norwegische Medien berichtet hatten, dass ihr Name in den neuen Akten mindestens tausend Mal auftaucht.

Dies verstärkt den Verdacht, dass Epsteins Kontakte in Norwegen deutlich weiter reichten, als bislang offiziell eingeräumt wurde.

Wer war Jeffrey Epstein: wiederholter Schutz der Eliten

Jeffrey Epstein wurde erstmals im Jahr zweitausendacht wegen der Ausnutzung minderjähriger Prostituierter verurteilt. Dank einer umstrittenen Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft verbüßte er damals lediglich achtzehn Monate Haft, zudem unter außergewöhnlich milden Bedingungen.

Im Jahr zweitausendneunzehn wurde er erneut wegen umfangreichen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger festgenommen. Etwa einen Monat später wurde er erhängt in seiner Zelle in einem New Yorker Gefängnis aufgefunden. Offiziell wurde sein Tod als Selbstmord eingestuft, doch Zweifel bestehen bis heute fort.

Fragen, denen Norwegen nicht ausweichen kann

Die Suspendierung von Mona Juul zeigt, dass auch die nordischen Staaten nicht immun gegen dunkle Verflechtungen globaler Eliten sind. Die Tatsache, dass die Kinder einer hochrangigen Diplomatin im Testament eines Mannes auftauchten, der des massenhaften Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt wurde, stellt nicht nur ein politisches, sondern auch ein moralisches Problem dar.

Wie tief reichten diese Verbindungen? Wer wusste davon? Und wie viele weitere Namen werden die neuen Dokumente noch ans Licht bringen?

Die Epstein-Affäre erweist sich erneut nicht als abgeschlossener Skandal der Vergangenheit, sondern als lebendiges Fragezeichen über das Funktionieren westlicher Eliten.

Sven von Storch

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Kommentare

Sie zählt seit Langem zu den angesehensten Persönlichkeiten

 

Bei solcher Charakterisierung müssen die Alarmglocken läuten, weil in dieser Welt angesehene Persönlichkeiten den Pferdefuß des Satans haben. Moralisch hochstehende und intelligente Menschen werden im gegenwärtigen gut vernetzten globalen Politbetrieb nicht gebraucht und auch nicht zugelassen.  Man deckt sich wie bei der Mafia gegenseitig nur, wenn man die Leichen des anderen im Keller kennt.

 

Ekkehardt Fritz Beyer

07.02.2026 | 09:41

... „Die Epstein-Affäre erweist sich erneut nicht als abgeschlossener Skandal der Vergangenheit, sondern als lebendiges Fragezeichen über das Funktionieren westlicher Eliten.“

Welche das US-Programm zu entführten ukrainischen Kindern etwa auch deshalb eingestellten??? https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-03/us-programm-entfuehrte-ukrainische-kinder-russland-eingestellt

Ja mei - „Moskau zu den Epstein-Akten: "Die reinste Hölle"!!! https://rtde.team/international/269488-moskau-zu-epstein-akten-reinste/

Wohinter etwa auch die Biden-Familie & Co. steckte?https://www.morgenpost.de/politik/ausland/article240769278/Hunter-Biden-auch-wegen-Steuerdelikten-angeklagt.html

https://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-die-drei-ukraine-probleme-des-joe-biden/29201312.html

Was letztlich noch sehr viel mehr verdecken sollte???????https://mid.ru/de/maps/ua/1809592/

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