Europa auf Distanz: Palantir gerät unter Druck

Behörden und Militärs suchen Alternativen – der umstrittene US-Datenkonzern verliert in Europa wichtige Partner

Jahrelang galt Palantir als unangefochtener Marktführer für Datenanalyse bei Sicherheitsbehörden. Doch nun wächst in Europa die Skepsis. Deutsche Behörden, die Bundeswehr, die Schweiz und sogar London prüfen Alternativen oder stellen bestehende Projekte infrage. Gleichzeitig expandiert der US-Konzern in der Ukraine und Lateinamerika.

Palantir verliert in Europa an Boden


Der US-Technologiekonzern Palantir steht in Teilen Europas zunehmend unter Druck. Während Sicherheitsbehörden und Militärs in mehreren Ländern nach Alternativen suchen, baut das Unternehmen seine Präsenz in anderen Regionen der Welt weiter aus. Im Mittelpunkt der Debatte stehen Fragen nach digitaler Souveränität, Datenschutz und der politischen Unabhängigkeit staatlicher IT-Infrastrukturen.

NRW prüft Alternativen zu Palantir

Besonders aufmerksam verfolgt wird die Entwicklung in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen könnte Palantir einen wichtigen Polizeivertrag verlieren. Das Bundesland nutzt die Software bereits zur Auswertung großer Datenmengen im Rahmen kriminalpolizeilicher Ermittlungen.

NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte jedoch, dass bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung mehrere Anbieter zur Auswahl stünden. Bereits in der Vergangenheit hatte das Bundesland Einschränkungen vorgenommen und etwa eine Fernwartung durch Palantir ausgeschlossen.

Hintergrund sind unter anderem die langjährigen Verbindungen des Unternehmens zu amerikanischen Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten.

Verfassungsschutz testet französische Konkurrenz

Auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz zeichnet sich ein möglicher Kurswechsel ab. Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung testet die Behörde derzeit die Analyseplattform des französischen Unternehmens ChapsVision.

Die Software soll große Datenmengen mit Hilfe künstlicher Intelligenz auswerten und Verbindungen zwischen Personen, Objekten und Ereignissen sichtbar machen. Nach Angaben der beteiligten Stellen wurde ein erster Machbarkeitstest erfolgreich abgeschlossen.

Eingesetzt werden könnte das System unter anderem bei der Terrorismusbekämpfung und Spionageabwehr.

Bundeswehr setzt auf digitale Souveränität

Noch deutlicher fällt die Haltung bei der Bundeswehr aus. Für das geplante militärische Cloud- und KI-Projekt kommt Palantir nach Aussagen von Vizeadmiral Thomas Daum derzeit nicht infrage.

Als entscheidendes Argument nennt die Bundeswehr die digitale Souveränität. Nationale Daten sollen nicht von Mitarbeitern externer Konzerne eingesehen oder kontrolliert werden können.

Stattdessen werden mehrere europäische Anbieter geprüft, darunter ChapsVision sowie deutsche Unternehmen wie Almato und Orcrist.

Auch die Schweiz verfolgt einen ähnlichen Kurs. Trotz jahrelanger Gespräche entschied sich das Schweizer Militär bislang gegen Produkte des US-Konzerns.

London stoppt Millionenvertrag

Gegenwind erhält Palantir inzwischen auch in Großbritannien. Londons Bürgermeister Sadiq Khan legte sein Veto gegen einen geplanten Vertrag zwischen der Metropolitan Police und dem Unternehmen ein.

Bei dem Projekt ging es um ein Auftragsvolumen von rund 58 Millionen Euro. Nach Angaben des Bürgermeisteramtes seien mögliche Alternativen nicht ausreichend geprüft worden.

Die Entscheidung fiel wenige Wochen nach der Veröffentlichung eines viel diskutierten Manifests von Palantir. Kritiker warfen dem Unternehmen vor, darin eine technokratische Vision staatlicher Kontrolle und den verstärkten Einsatz KI-gestützter Sicherheitstechnologien zu propagieren.

Milliardenverträge bleiben bestehen

Trotz der Kritik bleibt Palantir in Großbritannien weiterhin ein bedeutender Partner staatlicher Einrichtungen.

Mit dem britischen Gesundheitsdienst NHS besteht ein Vertrag im Umfang von rund 382 Millionen Euro. Hinzu kommt ein weiterer Vertrag mit dem Verteidigungsministerium über etwa 278 Millionen Euro.

Diese Kooperationen stehen jedoch seit Jahren in der Kritik von Datenschutz- und Bürgerrechtsorganisationen.

Expansion in die Ukraine und nach Lateinamerika

Während in Teilen Europas die Skepsis wächst, expandiert Palantir gleichzeitig in anderen Regionen.

Die Ukraine setzt zunehmend auf die Plattform „Maven“, die militärische Daten analysieren und bei der Auswertung großer Informationsmengen unterstützen kann.

Auch in Lateinamerika baut das Unternehmen seine Kontakte aus. Medienberichte verweisen auf Treffen des Palantir-Investors Peter Thiel mit politischen Entscheidungsträgern in Chile und Argentinien. Bereits 2025 schloss der Zoll in Ecuador einen Vertrag mit dem Unternehmen ab.

Streit um die Zukunft staatlicher Daten

Der Fall Palantir zeigt einen grundlegenden Wandel in der Sicherheits- und Digitalpolitik vieler Staaten. Während die Leistungsfähigkeit moderner Datenanalyse-Systeme kaum bestritten wird, wächst gleichzeitig die Sorge vor einer zu starken Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen.

Deutschland, die Schweiz und weitere europäische Staaten setzen deshalb zunehmend auf eigene oder europäische Lösungen. Die Frage, wer künftig die sensibelsten Daten von Polizei, Geheimdiensten und Militär verarbeitet, entwickelt sich damit zu einer zentralen strategischen Entscheidung für die digitale Zukunft Europas.

Sven von Storch

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Comments

Anstatt die Menschen mit Hilfe von KI und Datenanalyse zu überwachen, sollten das eher Menschen tun, die die Lage auch richtig einschätzen können und nicht nur nach Schlagworten suchen. Dabei sind auch schon sehr oft Unschuldige ins Kreuzfeuer geraten und die Schuldigen kamen frei.

Bei der schlechten Infrastruktur im Bereich Stromversorgung und der alten Hard- und Software, mit der im öffentlichen Dienst gearbeitet wird, ist das sowieso eher Wunschdenken.

Die KI ist noch zu etwa 60 % und mehr fehleranfällig und die Cloud ist quasi das Scheuentor für Computerhacker. Man darf nicht blind solchen Systemen die Führung überlassen, sondern sollte sie als Werkzeug einsetzen, und nicht, um Arbeitsplätze abzubauen und Menschen "überflüssig" zu machen.

Der inneren Sicherheit wäre wirklich geholfen, wenn terror- und spionageverdächtige Personen direkt in Gewahrsam genommen werden, wenn sich der Verdacht bestätigt bzw. diese ausweisen.

Zudem wäre der kompletten Bevölkerung geholfen, wenn ausländische Straftäter und Kriminelle in ihre Heimatländer abgeschoben werden und nicht auch noch Turbo-Eingebürgert und so unsere Gefängnisse und psychologischen/psychatrischen Einrichtungen blockieren, die wir Bürger voll finanzieren müssen.

Ekkehardt Fritz Beyer

30.05.2026 | 10:46

... „NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte jedoch, dass bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung mehrere Anbieter zur Auswahl stünden. Bereits in der Vergangenheit hatte das Bundesland Einschränkungen vorgenommen und etwa eine Fernwartung durch Palantir ausgeschlossen.“ ...

Auch - weil die deutschen Behörden „ohne die umfangreichen nachrichtendienstlichen Erkenntnisse, Warnungen vor Terroranschlägen und die satellitengestützte Aufklärung durch die USA“ in vielen Bereichen deutlich eingeschränkter und oft "blind" sind???

https://www.google.com/search?q=ohne+us-geheimsienste+k%C3%B6nnen+die+deutschen+einpacken&rlz=1C1ONGR_deDE1024DE1024&oq=ohne+us-geheimsienste+k%C3%B6nnen+die+deutschen+einpacken&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyB…

 

Und Peter Thiel, der Staatsbürgerschaften Sammler, verlässt die USA und geht nach Argentinien. Es ist widerlich wie mit demFeuer gespielt wird,in dem andere brennen sollen und man selbst sich in Sicherheit bringt.

Nun ja, Argentinien war ja schon immer ein Sammelbecken bösartiger, Menschen feinlicher Typen aus dem Ausland .....! Wen wundert es da, dass dieser Peter Thiel dorthin geht und sicher sehr gerne aufgenommen wird? Wird nicht lange dauern, da bekommt der auch die argentinische Staatsbürgerschaft verliehen.

Präsident zu Drohnen-Zwischenfall in Rumänien: „Kein russischer Angriff“ – Merz & EU-Poltiker eskalieren

https://tkp.at/2026/05/30/praesident-zu-drohnen-zwischenfall-in-rumaenien-kein-russischer-angriff-merz-

NATO- und EU-Politiker in Berlin und Brüssel haben sofort Russland als aggressiven Angreifer dargestellt und die Kriegsrhetorik weiter angeheizt ohne Fakten zu kennen. Der rumänische Präsident selbst hat die Sache klargestellt: Der Drohnen-Zwischenfall in Galati war kein russischer Angriff. ALLES LESEN !!

Sehr merkwürdig finde ich, dass die USA alle Länder auf der Welt angreifen dürfen und man dies nicht kritisieren darf

Liste von Militäroperationen der Vereinigten Staaten

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Militäroperationen_der_Vereinigten_Staaten

Liste: 1775 bis 1799, 1800 bis 1899, 1900 bis 1927, Briand-Kellogg-Pakt (1928), 1941 bis 1979, 1980 bis 1999, Ab 2000

Kein Land hat so viele Menschen in ihrer Geschichte umgebracht wie die USA!!

Auch Russland wurde indirekt durch einen Putsch in der Ukraine 2013 angegriffen und dort die NAZIS & Russenhasser als Regierung installiert, die begannen die Russen im Donbass zu ermorden!!

Ukraine  Analyse 2016 vom schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser:  https://www.youtube.com/watch?v=jZmO_cfj9js

Russland soll sich jedoch nicht dagegen wehren und immer nur schön zuschauen und den Westen machen lassen was er will!?!?

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