Amerikanische plastische Chirurgen stellen sich gegen irreversible Eingriffe bei Minderjährigen

Fachgesellschaft stellt „gender-affirmative Versorgung“ infrage und warnt vor Ideologisierung der Medizin

Die Amerikanische Gesellschaft der Plastischen Chirurgen (ASPS), die die überwältigende Mehrheit der Fachärzte in den USA und Kanada vertritt, hat eine grundlegende Stellungnahme gegen irreversible chirurgische Eingriffe bei Minderjährigen im Rahmen der sogenannten gender-affirmativen Versorgung veröffentlicht.

ASPS warnt vor Risiken der gender-affirmativen Versorgung


Dabei handelt es sich um die Verabreichung von Hormonen und Pubertätsblockern sowie um transgenderchirurgische Operationen. Die Organisation weist auf die geringe Qualität der vorliegenden Beweise, mögliche Risiken und langfristige Folgen dieser Eingriffe hin.

Grundlegender Wandel der fachlichen Position

Die Amerikanische Gesellschaft der Plastischen Chirurgen, die rund elftausend Ärzte und mehr als neunzig Prozent der Fachärzte des Fachgebiets in Nordamerika vereint, hat sich eindeutig gegen die Durchführung gender-affirmativer Operationen bei Personen unter neunzehn Jahren ausgesprochen. In ihrer neuen Stellungnahme weist sie darauf hin, dass systematische Studienübersichten erhebliche Mängel in der Qualität der Forschung, unzureichende Nachbeobachtungen der Patienten sowie zunehmende Hinweise auf Komplikationen und mögliche Schäden aufgedeckt haben, wie city-journal.org berichtet.

Nach Angaben der ASPS steht keine ausreichend verlässliche wissenschaftliche Grundlage zur Verfügung, die solche Eingriffe bei Minderjährigen rechtfertigen würde.

Tausende Eingriffe, minimale Sicherheit

Auf das Problem weisen auch verfügbare Daten hin. Eine Analyse von Versicherungsunterlagen aus den Jahren 2017 bis 2023 zeigt, dass mindestens fünftausendzweihundert jugendliche Mädchen in den USA im Rahmen einer Geschlechtsumwandlung eine Brustentfernung haben vornehmen lassen. Die tatsächliche Zahl liegt nach Einschätzung von Experten wahrscheinlich deutlich höher.

Zudem treten in der öffentlichen Debatte zunehmend Erfahrungsberichte von Personen auf, die ihre Transition später rückgängig gemacht haben. Diese berichten von unzureichender psychischer Begutachtung, Druck zu schnellen Entscheidungen und dauerhaften gesundheitlichen Folgen.

Es geht nicht nur um Operationen

Die Stellungnahme der ASPS betrifft nicht ausschließlich chirurgische Eingriffe. Die Organisation äußert auch ernste Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Pubertätsblockern und gegengeschlechtlichen Hormonen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Damit stellt die ASPS indirekt den Ansatz anderer bedeutender medizinischer Institutionen infrage, wie der Amerikanischen Akademie für Pädiatrie, der Endokrinen Gesellschaft oder der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung, die hormonelle Eingriffe bei Minderjährigen unterstützen.

Kritik am Missbrauch des Autonomieprinzips

Ein wesentlicher Teil der Stellungnahme besteht in der Kritik an einer falschen Auslegung des Prinzips der Patientenautonomie. Nach Auffassung der ASPS bedeutet Autonomie das Recht, eine angemessene Behandlung anzunehmen oder abzulehnen, nicht jedoch einen Anspruch auf beliebige Eingriffe unabhängig vom Verhältnis von Risiken und Nutzen.

Bei Jugendlichen, deren Persönlichkeit und Identität sich noch in der Entwicklung befinden, sei laut der Gesellschaft ein besonders vorsichtiges Vorgehen erforderlich, ohne ideologischem Druck nachzugeben.

Irreversible Folgen und Verantwortung der Ärzte

Die ASPS weist darauf hin, dass chirurgische Eingriffe irreversibel sind und lebenslange Folgen haben können. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass auch Pubertätsblocker zu dauerhaften Veränderungen führen können, einschließlich Sterilität.

Die Stellungnahme legt großen Wert auf die persönliche Verantwortung der Chirurgen. Diese könnten sich laut der Organisation nicht allein auf Empfehlungen anderer Fachleute oder frühere Maßnahmen verlassen, sondern müssten den psychischen Zustand des Patienten sowie die Risiken und den Nutzen des Eingriffs eigenständig beurteilen.

Politische und gesellschaftliche Dimension

Bemerkenswert ist, dass sich auch die Administration von Präsident Biden kritisch zur Frage chirurgischer Eingriffe bei Minderjährigen geäußert hat und gegen Ende ihrer Amtszeit einräumte, dass solche Operationen Kindern nicht angeboten werden sollten.

Die ASPS betont, dass ihre Stellungnahme keine rückwirkende Verurteilung von Ärzten darstelle, die solche Eingriffe bereits durchgeführt haben, sondern eine Reaktion auf neue Erkenntnisse sei. Gleichzeitig lehnt sie die Kriminalisierung medizinischer Versorgung ab und bevorzugt eine berufliche Selbstregulierung.

Es ist völlig offensichtlich, dass sich mit dem Amtsantritt der neuen Administration von Donald Trump die Funktionsweise der Fachgesellschaft grundlegend verändert und sie keine Angst mehr hat, tatsächliche Fakten zu veröffentlichen.

Aufruf zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Medizin

Die neue Stellungnahme der Amerikanischen Gesellschaft der Plastischen Chirurgen wird von vielen als mutiger Schritt gegen die Ideologisierung der Medizin wahrgenommen. Die Organisation ruft zu einer Rückkehr zu wissenschaftlicher Strenge, Ethik und einem langfristigen Interesse am Wohl der Patienten auf – insbesondere von Kindern und Jugendlichen.

Ob sich diesem Ansatz auch weitere medizinische Institutionen anschließen werden, werden die kommenden Monate zeigen. Sicher ist jedoch, dass die Debatte über gender-affirmative Versorgung für Minderjährige in eine neue Phase eingetreten ist.

Sven von Storch

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