Steigenden Steuereinnahmen im Bund zum Trotz

Viele deutsche Großstädte immer tiefer in der Schuldenfalle

Eine Reihe deutscher Großstädte rutschen immer tiefer in die Schulden. Besonders betroffen davon Nordrhein-Westfalen. Am höchsten verschuldet ist Oberhausen mit 9.792 Euro pro Person, am geringsten hingegen Braunschweig mit 394 Euro.

Freie Welt

Während der Bund sich aufgrund sprudelnder Steuereinnahmen und einer guten Konjunktur rühmt, sieht die Realität in vielen deutschen Großstädten ganz anders aus, die einen wachsenden Schuldenanstieg zu beklagen haben.

Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young kam in einer Studie zum Ergebnis, dass die Mehrheit der 73 Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern darunter fallen. Die Stadtstaaten wurden nicht in die Analyse einbezogen.

Dabei waren vor allem Städte in Nordrhein-Westfalen von höheren Verbindlichkeiten betroffen. 19 der 29 NRW-Großstädte mussten zusätzliche Kredite aufnehmen, während die meisten deutschen Städte anderswo ihre Verschuldung reduzieren konnten.

Somit sei die Gesamtverschuldung aller Großstädte letztlich um 0,2 Prozent auf 80,9 Milliarden Euro gesunken, wonit auf jeden Großstadtbewohner im Schnitt kommunale Schulden in Höhe von 4.099 Euro entfielen - im Vorjahr waren es noch 4.166 Euro.

Ernst & Young registriert vor allem bei den Großstädte in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen einen weiteren Schuldenanstieg um 0,9 beziehungsweise 0,5 Prozent. Hingegen konnten die ohnehin deutlich geringer verschuldeten Städte in Bayern und Baden-Württemberg ihre Verbindlichkeiten weiter abbauen.

Die Wirtschaftsprüfer ermittelten als die am stärksten verschuldete Großstadt mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 9.792 Euro Oberhausen, gefolgt von Saarbrücken mit 8.739 Euro und Mühlheim an der Ruhr mit 8.527 Euro.

Am wenigsten verschuldeten Großstädte sind weiter Braunschweig mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 394 Euro, Wolfsburg mit 730 Euro sowie Jena mit 1.109 Euro. Auffällig ist, dass die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung ostdeutscher Großstädte weiter deutlich niedriger blieb als die westdeutscher Großstädte.

Ernst & Young berücksichtigten neben den Schulden im Kernhaushalt auch die Schulden der Extrahaushalte und sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, an denen die Kommunen zu 100 Prozent beteiligt sind.

Mehr dazu unter welt.de

Sven von Storch

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