Die türkische Lira vollzieht einen immer rasanteren Wertverlust. Seit dem gescheiterten Putschversuch im Sommer verlor die Landeswährung rund 30 Prozent ihres Wertes. Die politischen Turbulenzen und Terroranschlägen haben Anleger scharenweise ihr Geld aus dem Land abziehen lassen.
Verstärkt wurde der Trend der Verunsicherung seit Jahresbeginn durch die jüngsten staatlichen Umbaupläne von Staatschef Recep Tayyip Erdogan zu einer Präsidialrepublik. Es gibt unterdessen Wertverluste von mehr als zwei Prozent pro Tag. Die Lira erreichte somit ein neues Rekordtief.
Am Mittwoch mussten die Türken mehr als vier Lira für einen Euro hinpacken, während es noch im Sommer kaum mehr als drei Lira waren. »Eine Stabilisierung oder gar eine Gegenbewegung ist nicht in Sicht«, erklärte der Experte der Bayerischen Landesbank Manuel Schimm. Die Lira sei durch die Unsicherheiten für Investoren äußerst unattraktiv.
Anleger an den Finanzmärkten fürchten mehr denn je einen unberechenbaren Staatschef, der schalten und walten kann wie er will. Die türkische Notenbank muss offenbar machtlos zusehen, auch wenn sie sich gegen die Lira-Schwäche zu stemmen versuchte, indem sie einheimischen Banken erlaubt, mehr Dollar zu verkaufen.
Die türkische Wirtschaft leidet aktuell unter eine steigenden Inflation. Die zahlreichen Anschlägen wie zuletzt wieder Silvester in Istanbul haben das wichtige Touristikgeschäft einbrechen lassen. Investoren ziehen sich zunehmend aus dem Land zurück. In der Situation werden auch keine deutlichen Zinserhöhungen der türkischen Notenbank zu erwarten sein.
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Wertverlust seit dem Sommer von rund 30 Prozent
Türkische Lira stürzt immer tiefer ab
Die türkische Wirtschaft rutscht durch die wachsende politische Instabilität unter Erdogan zunehmend tiefer in die Inflation. Anlieger und Investoren ziehen sich zurück. Die türkische Lira erreicht ein neues Rekordtief.
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