Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der Volksrepublik China aufgrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums und steigender Verschuldung erstmals seit 1989 herabgestuft. Die Bonitätsnote wurde dabei um eine Stufe auf A1 von Aa3 abgesenkt, was für eine zusätzliche Belastung des Staatshaushalts sorgen wird.
Die Kreditanalysten erwarten bei ihrem Schritt, dass die Finanzkraft des Landes in den kommenden Jahren weiter nachlässt. »Auch wenn die Reformfortschritte mit der Zeit die Wirtschaft wahrscheinlich verändern werden, dürften sie einen weiteren deutlichen Anstieg der Verschuldung nicht verhindern«, heißt es von Seiten Moody's.
China weist nun die gleiche Bonitätsnote wie etwa Japan, Israel oder Saudi Arabien auf. Die Ratingagentur Fitch senkte ihre Einstufung für China bereits 2013 auf A+, was dem neuen Rating von Moody's entspricht. Hingegen bewertet Standard & Poor's die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit AA- immer noch eine Stufe höher.
Die Abstufung blieb an der Börse nicht ohne Auswirkungen. So ging es in Schanghai am Morgen zu Handelsbeginn zunächst um 1 Prozent abwärts, während sich im weiteren Verlauf das Minus auf nur noch 0,4 Prozent einpendelte. Da für China-Experten die Abwertung nicht ganz überraschend kommt, hielten sich die Turbulenzen in Grenzen.
Die Regierung in Peking übte Kritik an der Entscheidung von Moody's. Man überschätze die Schwierigkeiten, denen die chinesische Wirtschaft derzeit ausgesetzt sei und unterschätze die Reformbemühungen, heißt es aus dem Finanzministerium. Darüber hinaus wende man eine unsachgemäße Methode an. Die Konjunktur werde stabil und relativ schnell wachsen.
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