Nicht nur die Kosten an dem seit fünf Jahren immer neuen Eröffnungsterminen entgegen schreitenden Großflughafen Berlin-Brandenburg BER ufern in ein Vielfaches der ursprünglich geplanten Summe aus, auch beim Umbau des Stuttgarter Bahnknotens im Rahmen des Projekt Stuttgart 21 sieht es nicht viel anders aus
Erst knapp 60 Prozent der Tunnelstrecken unter Stuttgart sind errichtet. Das Vorhaben kann nunmehr frühestens im Jahr 2024 in Betrieb gehen und damit drei Jahre später als geplant. Die Kosten steigen damit um über eine Milliarde Euro auf 7,6 Milliarden Euro, wie eine Vorlage für den am 13. Dezember tagenden Aufsichtsrat der Deutschen Bahn verrät.
Der bisherige Finanzierungsrahmen von 6,5 Milliarden Euro sei demnach nicht mehr zu halten. Dieses Geld kommt zusammen durch Beiträge der Projektpartner in Land, Stadt und Region sowie durch Mittel des Bundeshaushaltes und der EU in Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro.
Im Dezember vergangenen Jahres verklagte die Deutsche Bahn bereits die Projektpartner auf eine finanzielle Beteiligung an den Mehrkosten, um das Verjähren eventueller Ansprüche zu vermeiden und sich so abzusichern. Jetzt steht im Aufsichtsrat eine Erhöhung des Kostenrahmens auf 7,6 Milliarden Euro an.
Verantwortlich für die Kostenentwicklung macht die Bahn die stark anziehenden Baupreise. Der Markt sei aufgrund des aktuellen Baubooms satt. Es gebe für Aufträge immer weniger Angebote von Baufirmen und die seien dann entsprechend hoch. Zudem musste bei den Tunneln durch anders vorgefundene Gesteinsformationen die Bauweise geändert werden.
Verzögerungen verursacht ebenso der Bahnhofstrog. Die Bahn hat bis heute dort keine Genehmigung, um geänderte Pläne für die Fluchtwege umsetzen zu können. Davon ist aber der Bau der sogenannten Kelchstützen abhängig, die einmal das Dach der Bahnsteighalle bilden sollen. Das entsprechende Änderungsverfahren läuft bei den Behörden seit Mai 2016.
Gleich realistischer war schon der Bundesrechnungshof. Der sagte schon vor einem Jahr nach Prüfung der Unterlagen voraus, dass die Kosten für die Verlegung des bisherigen Stuttgarter Kopfbahnhofs in den Untergrund am Ende auf bis zu 9 Milliarden Euro steigen könnten. Angefangen hatte das Projekt mal 2008 mit einer Schätzung von drei Milliarden Euro.
Später fertig - und nochmals eine Milliarde Euro mehr
Beim Bahnprojekt Stuttgart 21 explodieren die Kosten
Wie beim Berliner Hauptstadtflughafen BER wird auch das Bahnprojekt Stuttgart 21 nochmals teurer. Statt ursprünglich mal 2021 ist jetzt von einer Fertigstellung im Jahr 2024 die Rede. Die Kosten für das Projekt steigen von 6,5 auf 7,6 Milliarden Euro.
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