Die Zahl der Asylbewerber in der Europäischen Union steigt seit Jahresbeginn wieder kräftig an. Von Januar bis einschließlich April stellten rund 206.500 Menschen erstmals einen Asylantrag innerhalb der EU, was somit rund 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum sind. Zuletzt war die Zahl der Asylbewerber wieder etwas zurückgegangen.
Eine Besonderheit ist dabei, dass immer mehr Asylbewerber über reguläre Wege durch bestehende Visafreiheit in die EU einreisen, vor allem aus Lateinamerika und den Westbalkan-Staaten (hier insbesondere Albanien). So stammte im ersten Tertial des Jahres jeder vierte Asylantrag von Staatsangehörigen eines Landes, dessen Bürger ohne Visum in die EU-Schengenzone einreisen dürfen. 2018 machte deren Anteil ein Fünftel aus.
In den ersten vier Monaten des Jahres 2019 stieg die Zahl der visafrei eingereisten Asylbewerber aus dem krisengeschüttelten Venezuela im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 121 Prozent auf 14.257, die aus dem benachbarten Kolumbien um 156 Prozent auf 8.097. Die Zahlen sind auf der Webseite der EU-Asylbehörde EASO abrufbar.
Venezuela ist nunmehr nach Syrien das Hauptherkunftsland von Asylbewerbern in der EU. Auf Platz drei folgt schließlich Afghanistan, was immer näher zu Syrien aufschließt, wo die Zahlen etwas stagnieren. 14.042 Afghanen stellten von Januar bis April erstmals einen Asylantrag, das sind 36 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Während das die Zahlen für den gesamten EU-Raum sind, ergeben sich für Deutschland ein paar Abweichungen. Es gibt deutlich weniger Asylanträge aus Venezuela, da diese vor allem in das ihnen sprachlich und kulturell nahestehende Spanien streben. Die meisten Asylanträge in Deutschland wurden im ersten Tertial 2019 von Syrern, Irakern und Nigerianern gestellt.
Anstieg um 15 Prozent bei Asylanträgen
Asylbewerberzahlen in der EU klettern wieder
Innerhalb der EU gibt es mit 15 Prozent zum Vorjahreszeitraum einen verstärkten Anstieg der Asylbewerberzahlen zu verzeichnen. Einen großen Anteil daran haben nun Menschen aus Staaten Lateinamerikas und dem Westbalkan, mit denen Visafreiheit besteht.
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