Linksorientiertes »Künstlerkollektiv« betreibt Aktionismus mit Verstorbenen

Zentrum für Politische Schönheit auf dem Gipfel der Pietätlosigkeit

Das linksorientierte »Zentrum für Politische Schönheit« (ZPS) macht in pietätloser Weise sich an Gräbern Verstorbener zu schaffen. Während am Montag vor dem Reichstag eine Säule mit der Asche ermordeter Juden aufgestellt wurde, stahl man nun den Grabstein von Ex-Reichskanzler von Papen.

Das »Zentrum für Politische Schönheit« (ZPS) überbietet sich einmal mehr in pietätlosen Aktionen gegenüber Verstorbenen. Am Dienstag wurde nun auch noch von dem linksorientierten Aktionsbündnis im Saarland den Grabstein des ehemaligen Reichskanzlers Franz von Papen (1879 - 1969) von einem Friedhof entwendet.

Dazu teilte das ZPS auf seiner Internetseite mit: »Franz von Papen ist in unserer Gewalt«. Mit vier Jahren Haft, Rückgabe seines »Kriegsverbrechervermögens« und einem »Ehrengrab in Wallerfangen« sei der frühere Kanzler bestraft worden, obwohl er »verantwortlich für Millionen Tote in ganz Europa« sei. »Diesen Zustand haben wir jetzt beendet.«

Daher sei jetzt von Papens Grabstein auf dem »Weg nach Berlin, um die historische Schuld des deutschen Konservatismus aufzuarbeiten«. Franz von Papen war letzter Reichskanzler der Weimarer Republik vor Adolf Hitler. Dabei scheiterte 1933 sein Versuch, Hitler in der Koalition aus DNVP und NSDAP unter Kontrolle zu bringen. Darum wirft ihm das ZPS vor, ein Wegbereiter des Nationalsozialismus zu sein.

Doch das ist dieser Tage nicht das einzige, wo das selbsternannte »Künstlerkollektiv« die Totenruhe bricht. Bereits einen Tag zuvor am Montag stellten Anhänger der Organisation eine »Säule gegen den Verrat an der Demokratie« vor dem Berliner Reichstag auf. Die gläserne Säule soll Asche von jüdischen Opfern aus Konzentrationslagern enthalten.

Das führt nun zu massiver Kritik, dass man damit den Bogen weit überspannt habe. Der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, erklärte: »Auschwitz-Überlebende sind bestürzt darüber, dass mit diesem Mahnmal ihre Empfindungen und die ewige Totenruhe ihrer ermordeten Angehörigen verletzt werden.«

Weiter heißt es: »Die Vorstellung, dass die Asche ihrer ermordeten Familienmitglieder zu Demonstrationen durch Europa transportiert wird, ist für sie nur schwer erträglich.« Daher sei diese Art der Demonstration »pietätlos«.

Sogar dem Grünen-Politiker Volker Beck geht die Aktion zu weit. »Falls es sich tatsächlich um die Asche von in der Shoah Ermordeten handeln sollten, wäre dies eine strafbare Verletzung der Totenruhe. (§ 168 StGB). Dies behaupten die Aktivisten vom Zentrum für Politische Schönheit (ZPS). Es könnte freilich auch Fake & Teil der geschmack- und respektlosen Kunstaktion sein. Dies kann nur durch Ermittlungen geprüft werden. Ich habe beim Staatsschutz Strafanzeige erstattet«, sagte Beck.

Sven von Storch

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