Die USA müssen sich womöglich bald vor dem Weltstrafgericht in Den Haag für Kriegsverbrechen in Afghanistan verantworten, nachdem die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes, Fatou Bensouda, über eine entsprechende Anklage nachdenkt.
Nach Einschätzung internationaler Ermittler begingen US-Soldaten und Agenten des US-Geheimdienstes CIA mehrfach Kriegsverbrechen, wie aus einer von Bensouda veröffentlichten umfassenden Untersuchung zu den Geschehnissen in Afghanistan seit dem Mai 2003 hervorginge
Kriegsverbrechen würden von Angehörigen der afghanischen Regierungstruppen, Taliban-Kämpfer und deren Verbündete, sowie auch US-Soldaten und CIA-Agenten in Afghanistan ausgehen.
Die juristische Beleuchtung von Kriegsverbrechen auch seitens der US-Streitkräfte ist dabei ein Novum. Bensouda kam in der Untersuchung zum Ergebnis, dass Angehörige der US-Streitkräfte auf afghanischem Boden mindestens 61 Gefangene mit Folter, Misshandlungen oder durch Verletzung ihrer Menschenwürde gequält haben könnten.
Darüber hinaus seien mindestens 27 Häftlinge von CIA-Agenten misshandelt worden, was nicht nur in Afghanistan geschah, sondern auch in Geheimgefängnissen in Polen, Rumänien und Litauen.
Die Angehörige der US-Streitkräfte und der CIA hätten dabei offenbar auf Techniken zurückgegriffen, welche auf die Verübung des Kriegsverbrechens Folter hinauslaufen. Bensouda betonte, es handele sich nicht um Einzelfälle, sondern offenbar um das Ergebnis einer vorsätzlich betriebenen Politik. Daher wolle sie in Kürze entscheiden, ob sie umfassende Ermittlungen beantragen werde.
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Den Haager Gericht hat belastendes Material gegen US-Armee und CIA
USA droht Anklage wegen Kriegsverbrechen
Mitglieder der US-Armee und der CIA sollen Ermittlern zufolge in Afghanistan Kriegsverbrechen begangen haben, etwa indem sie Gefangene folterten. Daher droht den USA jetzt eine Anklage vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.
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