Wo Schule offenbar im normalen Lehrplan schon scheiterte

Union fordert Wertekunde-Unterricht für Zuwanderer-Kinder

Die Vermittlung von Werten gehört zwar eigentlich zum allgemeinen Lehrplan, doch jetzt fordern Unions-Politiker, dass künftig Kinder aus Zuwanderer-Familien an einem separaten Wertekunde-Unterricht teilnehmen. Fragwürdig ist, ob das etwas ändert.

Angesichts der wachsenden Probleme mit der Integration von Zuwanderern meinen jetzt die Unionsparteien dem mit einem verpflichtenden Unterricht für schulpflichtige Kinder beikommen zu können. Am Dienstag soll auf der Konferenz der Unions-Fraktionsvorsitzenden in Bund und Länder in Frankfurt am Main ein verabschiedet werden. Darin fordert man bundesweit an Schulen für Kinder von Asylbewerbern und Flüchtlingen »Rechtsstaatsklassen« beziehungsweise einen »Wertekunde-Unterricht« einzuführen.

»Die Integration derer, die in Deutschland bleiben können, hat – nicht zuletzt zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens – Priorität. Dazu gehört über den notwendigen Willen zum Spracherwerb hinaus auch die bundesweite Einführung von Rechtsstaatsklassen bzw. Wertekundeunterricht, um Flüchtlingen die Werte und Grundregeln unseres Rechtsstaates zu vermitteln«, heißt es in dem vorliegenden Beschlussentwurf der Fraktionschefs, der azf eine Initiative des bayerischen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zurückgeht.

»Sprach- und Wertevermittlung soll der Regelbeschulung vorgeschaltet sein und sind unabdingbare Voraussetzung für gelingende Integration«, führt das Papier weiter aus. »Ziel dieses Unterrichts soll sein, dass Flüchtlinge sich in unserem Werte-/Rechtsstaatssystem besser zurechtfinden können und ihnen gleichzeitig die Grenzen und Verpflichtungen unseres Rechtsstaates vermittelt werden.«

Konstitutionelle Normen des Grundgesetzes wie die Achtung der Menschenwürde, die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die Gewährleistung der Presse- und Meinungsfreiheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und das Gewaltmonopol des Staates »stehen als unverzichtbare Werte über kulturell oder religiös abweichenden Auffassungen«.

Letztlich handelt es sich bei dem Vorschlag der von den Unions-Fraktionschefs beraten wird, aber um nichts Neues. Die Themen sind alle bereits Bildungsinhalte der Regelbeschulung.  Ein »Wertekunde-Unterricht« gibt es vielerorts. Vermutlich hat schon bisher die Vermittlung nicht funktioniert. Das Angebot richtet sich auch nur an den kleineren Kreis von Schulkindern, was ist aber mit den volljährigen Migranten? Von daher wird am Ende nichts grundlegend besser werden, zumal die Kinder dann im Elternhaus wieder ganz andere Werte vermittelt bekommen.

Sven von Storch

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