Kritik an fehlender Bereitschaft zur Rücknahme in Europa

Türkei will 20 IS-Kämpfer nach Deutschland schicken

Die türkische Regierung beklagt, dass die europäischen Staaten keine Mitglieder der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) zurücknehmen. Daher kündigt die Türkei als erstes an, 20 IS-Kämpfer mit deutschem Pass in die Bundesrepublik abzuschieben.

Die Türkei will 20 Mitglieder der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) in die Bundesrepublik abschieben, wie der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Fahrettin Altun, mitteilte. Vier von ihnen wurden vor einem Monat von der türkischen Armee beim Einmarsch in Nordsyrien gefasst. Weitere 16 mit deutscher Staatsangehörigkeit säßen wegen IS-Mitgliedschaft bereits länger dort in Abschiebezentren.

Zuvor erklärte schon am Sonnabend der türkische Innenminister Süleyman Soylu: »Wir sind für niemandes IS-Mitglieder ein Hotel«. Damit übte er Kritik auch daran, dass mehrere europäische Staaten IS-Mitgliedern die Staatsangehörigkeit entzogen hätten. Das sei inakzeptabel und unverantwortlich. Länder wie Großbritannien oder die Niederlande, aus denen diese Gefangenen stammten, machten es sich auf diese Weise einfach.

Bisher lehnen mehrere europäische Staaten es ganz genauso ab, die einst aus ihren Ländern ausgereisten IS-Anhänger zurückzuholen, die von Kämpfern der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gefangen genommen wurden.

Sven von Storch

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