Die Europäische Union zahlte der Türkei laut aktualisierten Zahlen der EU-Kommission allein in den vergangenen drei Jahren 2,7 Milliarden Euro netto zur Vorbereitung auf einen Beitritt des Landes zur Union.
Ankara erhielt demnach von 2014 bis Ende 2016 insgesamt 3,3 Milliarden Euro aus EU-Geldern als sogenannte Heranführungshilfe. Abzuziehen sind davon 625 Millionen Euro, welche an Brüssel überwiesen wurden, um an EU-Programmen teilnehmen zu können.
Erdogans Türkei ist damit der größte Profiteur von EU-Mitteln unter allen Nicht-EU-Ländern. Dabei ist gerade angesichts des kürzlichen Verfassungsreferendum ein Beitritt des Landes zur EU in äußerste Ferne gerückt.
Zwar wurden die Beitrittsverhandlungen bisher nicht offiziell beendet, aber aus viele EU-Ländern kommen entsprechende Forderungen. Auch die Bevölkerung Europas ist großteils gegen einen EU-Beitritt der Türkei.
Die Türkei ist bereits seit 1999 EU-Beitrittskandidat. Seit 2005 wird darüber offiziell verhandelt. Die Gespräche kamen mittlerweile praktisch zum Erliegen, weil die Differenzen zwischen beiden Seiten immer größer wurden.
Von 35 sogenannten Verhandlungskapiteln wurden bisher 15 eröffnet. Im Dezember wurde seitens der EU-Staaten beschlossen, als Reaktion auf die Ereignisse nach dem Putschversuch in der Türkei, vorerst keine neuen Kapitel zu eröffnen.
Darüber hinaus flossen von Brüssel weitere sechs Milliarden Euro nach Ankara im Rahmen des sogenannten Flüchtlingsdeals.


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