Seit Finanzkrise 18.000 griechische Ärzte abgewandert

Tsipras sieht Ärzteflucht als Plage für Griechenland

Der griechische Regierungschef Tsipras klagt über die wachsende Abwanderung von Ärzten ins europäische Ausland. Mit einem dringlichen Appell und einem Maßnahmenpaket will er die Ärzteflucht seit Beginn der Finanzkrise stoppen.

Freie Welt

Ministerpräsident Alexis Tsipras ruft die Ärzte seines Landes dazu auf, Griechenland trotz der Finanzkrise nicht zu verlassen. Dieser erklärte, die Ärzteflucht als Teil der Abwanderung von spezialisierten Arbeitskräften sei »eine Plage« für Griechenland. Griechische Ärzte hätten andere europäische Staaten geradezu »überflutet«, sagte der Regierungschef. 

»Wir müssen dafür sorgen, dass diese Ärzte zurückkehren«, betonte der 42-jährige. Gleichzeitig kündigte Tsipras als zusätzliche Offensive die Gründung vom mehr als 230 neuen regionalen Gesundheitszentren in den kommenden Monaten in Griechenland und die Einstellung 3000 neuen Ärzten und Pfleger an.

In Folge der schweren Finanzkrise wurden in den vergangenen Jahren in Griechenland nur wenige Ärzte eingestellt. Darüber hinaus sanken die Löhne der Mediziner um fast 30 Prozent. Nach Angaben des Präsidenten des griechischen Ärzteverbandes, Michalis Vlastarakos, anderten zwischen 2010 und Ende 2016 etwa 18 000 griechische Ärzte aus. Die meisten arbeiten in Großbritannien, Deutschland, Schweden, Frankreich und in der Schweiz.

Sven von Storch

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