Unüberbrückbare Differenzen in der US-Außenpolitik

Trump trennt sich von Sicherheitsberater Bolton

Immer häufiger gab es Streit zwischen US-Präsident Trump und seinem Sicherheitsberater John Bolton, etwa um die Politik gegenüber Iran, Nordkorea oder Afghanistan. Bolton drängte gerne auf militärische Lösungen. Nun gab Trump die Trennung von Bolton bekannt.

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton entlassen, nachdem er mit vielen von Boltons Vorschlägen nicht einverstanden war und diese Einschätzung auch von anderen Regierungsmitgliedern geteilt worden sei, heißt es aus dem Weißen Haus. Deshalb habe Trump Bolton zum Rücktritt aufgefordert.

Ein neuer Nationaler Sicherheitsberater soll in der kommenden Woche benannt werden. Bolton bekleidete den Posten seit April 2018 und war dort nach Michael Flynn und H. R. McMaster die dritte Person in dieser Amtszeit. Vorübergehend übernimmt Trump Boltons Stellvertreter Charles Kupperman die Geschäfte.

Bolton galt innerhalb der Regierung als Hardliner. Vom Iran über Nordkorea bis Afghanistan vertrat er deutlich härtere Positionen als der Präsident, so dass beide immer wieder aneinander gerieten. Das passierte zuletzt beim Thema Iran, aber nun ebenso wieder beim Streit um US-Gespräche mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan.

Laut »New York Times« war Bolton auch damit nicht einverstanden, als Trump im Juni einen geplanten US-Vergeltungsangriff auf den Iran nach dem Abschuss einer US-Drohne kurzfristig absagte. Schon Jahre vor Eintritt in Trumps Regierungsteam warb Bolton als Außen-Staatssekretär unter Vorgänger George W. Bush für einen Militärangriff auf den Iran.

Sven von Storch

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