Die Abgeordneten im Parlament der Republik Südafrikas sprachen sich am Dienstag für eine Enteignung weißer Farmern ohne Entschädigung aus. Eingebracht wurde der Antrag von der linksradikalen Partei »Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit« (Economic Freedom Fighters, EFF) eingebracht und nach Änderungen auch von der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkonkress (ANC) unterstützt.
Der Antrag könnte zu einer Änderung der Verfassung führen. Das Parlament beauftragte den Verfassungsausschuss bis Ende August über das Thema zu berichten. Seit dem Ende der Apartheid in Südafrika ist das Thema Landenteignungen immer wieder diskutiert worden. Der 2013 verstorbene erste schwarze Staatspräsident Südafrikas Nelson Mandela sprach sich damals dagegen aus, da es dem multiethnischem Miteinander im Land schade.
Der seit Mitte Februar regierende neue Präsident Cyril Ramaphosa hatte in seiner ersten großen Rede nach Amtsantritt die Enteignung von Farmern ohne eine Entschädigung offen unterstützt. Die Regierungspartei ANC steht vor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr unter Druck und hofft, dass Landenteignungen die Zustimmung in der armen schwarzen Wählerschaft erhöhen können.
Ein Großteil der Agrarfläche in Südafrika gehört auch 24 Jahre nach dem Ende der Apartheid noch den Weißen. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie befinden sich 73 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche immer noch in weißer Hand. 1994 waren es 85 Prozent. ANC-Politiker klagten, dass die weißen Haushalte in dem Land ein mindestens fünfmal so hohes Einkommen haben wie die schwarzen Haushalte.
Dabei sollte eigentlich in Südafrika die Zeit vorbei sein, wo man Menschen nach ihrer Hautfarbe unterscheidet. Egal, was in früheren Jahrzehnten war, was ist eine Enteignung ausschließlich weißer Farmer anderes als Rassismus? Zumal die sogar noch entschädigungslos erfolgen soll und man Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe die oft über Familiengenerationen hinweg gepflegte Lebensgrundlage entzieht.
Wohin so etwas führen kann, könnte Südafrika sich im Nachbarland Simbabwe anschauen. Das einstige Rhodesien galt mal als die Kornkammer Afrikas« und mit Handelsexporten eines der reichsten Länder auf dem Kontinent, bis nach der unstrukturierten und oft gewaltsamen Enteignung von weißen Landwirten viele Farmen verfielen und die Agrarproduktion einen jähen Rückgang erlebte.
Hungersnöte und Kriminalität griffen um sich. Die Weißen verließen das Land. Zimbabwe stürzte in eine schwere langjährige Wirtschaftskrise. Zwei Jahrzehnte nach dem Kampf gegen die weißen Farmer sah Zimbabwes Staatschef Robert Mugabe den Fehler ein, da die Ländereien unter den neuen schwarzen Eigentümern kaum noch Erträge abwarfen. Mugabe lud die Weißen ein, wieder in das Land zurückzukehren, doch dazu war es zu spät.
In Südafrika droht nun eine ähnliche Entwicklung. Noch ist es das momentan wohlhabendste Land auf dem afrikanischen Kontinent, doch die wirtschaftliche Entwicklung geht auch hier seit Jahren bergab. Zugleich mehren sich immer mehr Übergriffe von Schwarzen gegen Weißen. Viele weiße Farmer haben ihre Wohnhäuser zu Festungen ausgebaut, nachdem etliche von ihnen nächtlich brutal massakriert wurden.
In Südafrika greift der schwarze Rassismus immer weiter um sich
Südafrikas Parlament will weiße Landwirte enteignen
In Südafrika soll 24 Jahre nach Abschaffung der Apartheid wieder die Hautfarbe über Wohl und Wehe entscheiden. Das südafrikanische Parlament votierte für eine entschädigungslose Enteignung weißer Farmer und damit Dreiviertel aller Agrarflächen.
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