Der langjährige hessische SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel zieht sich aus der Politik zurück. Ende September will der 49-jährige sein Landtagsmandat sowie sämtliche Ämter niederlegen. Dazu zählt auch der Vize-Vorsitz der Bundes-SPD, den er seit 2013 bekleidet. Schäfer-Gümbel war seit 2009 Oppositionsführer im hessischen Landtag und verlor dreimal als Spitzenkandidat die Landtagswahlen gegenüber der CDU.
Der im mittelhessischen Gießen beheimatete SPD-Politiker geht aber wohl nicht, ohne sich durch seine Partei mit einem lukrativen Managerposten versorgen zu lassen. Er soll nach Informationen der »Bild«-Zeitung neuer Personalvorstand bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) werden, einem Posten, der zu den bestbezahlten gehört, den die Politik besetzen könne.
Die Neubesetzung dieser bisher von Tanja Gönner (CDU) geführten Top-Position ist laut Koalitionsvertrag der Bundes-SPD vorbehalten. Eigentlich wollte SPD-Chefin Andrea Nahles damit Ex-Staatssekretär Matthias Machnig versorgen, doch es habe massive Proteste der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gegen den Vertrauten von Ex-SPD Chef Sigmar Gabriel gegeben. Daher habe Machnig seine Bewerbung als Arbeitsdirektor zurückgezogen.
Der linkere Torsten Schäfer-Gümbel gilt hingegen bei der mit einem Jahresbudget von 2,4 Milliarden Euro in der öffentlichen Entwicklungshilfe tätigen Organisation als willkommen. In den vergangenen Tagen einigten sich die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat auf ihn als Personalvorstand. Seine Wahl bei der nächsten Aufsichtsratssitzung gelte von daher als Formsache. Dort wird er monatlich deutlich mehr einstreichen als bisher: 200.000 Euro jährlich, also 50.000 Euro zusätzlich.
Von eigenen Genossen weggelobt als dreifacher Wahlverlierer in Hessen
SPD-Vize Schäfer-Gümbel wechselt auf lukrativen Entwicklungshilfe-Posten
Dreimal hat Hessens Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel die Landtagswahl verloren. Nun legt er sämtliche Ämter und Mandate nieder, auch den Vize-Vorsitz der SPD. Das alles nicht ohne auf einen hochbezahlten Managerposten der Entwicklungshilfe-Organisation GIZ zu wechseln.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.


Add new comment