Tayfun Keltek entfacht Debatte um Sprachunterricht in NRW-Grundschulen

SPD-Integrationsrat will Türkisch statt Englisch als Fremdsprache

Der Kölner Sozialdemokrat Tayfun Keltek, Vorsitzender des NRW-Landesintegrationsrats, sorgt mit einem Vorstoß für Kritik. Da jedes dritte Kind Migrationshintergrund habe, schlägt er vor, an Grundschulen den Englischunterricht zugunsten Türkisch abzuschaffen,

Vor wenigen Tagen regte der Vorsitzende des Integrationsrates, Tayfun Keltek, zugleich langjähriges Vorstandsmitglied der SPD Köln, an, den Englischunterricht an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen abzuschaffen und stattdessen Türkisch zu unterrichten. Unlängst wurde als Auftakt einer Debatte zu Sprachunterricht an Schulen bekannt, dass immer weniger Kinder in Duisburg die deutsche Sprache beherrschen.

Keltek plädiert dafür, mehr auf muttersprachliche Kenntnisse der verschiedenen Grundschulkinder zu setzen. Jedes dritte Kind in Nordrhein-Westfalen habe einen Migrationshintergrund. »Sie sprechen zum Beispiel türkisch, russisch, polnisch«, erklärte Keltek. »Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprachen erlernen.« Zugleich hätten Kinder mit Migrationshintergrund mehr Zeit, sich auf das Deutsche zu konzentrieren.

Politiker von Union, FDP und AfD reagierten mit Ablehnung auf den Vorschlag des nordrhein-westfälischen Integrationsrates, Türkisch statt Englisch an Grundschulen zu unterrichten. »Englisch ist eine Weltsprache. Darum muß sie Vorrang vor Türkisch haben. Den Vorschlag, Englisch durch Türkisch zu ersetzen, lehne ich entschieden ab«, sagte die kulturpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Motschmann.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sprach sich ebenso dagegen aus. »Englisch ist und bleibt die zentrale Fremdsprache, die eine weltweite Kommunikation ermöglicht.« Ein solcher Änderungsvorschlag schieße über das Ziel hinaus. Englisch müsse wegen seiner Bedeutung an allen Grund- und weiterführenden Schulen verpflichtend bleiben. Außerdem gebe es schon ein Angebot an herkunftssprachlichem Unterricht in Türkisch.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Röckemann sagte dazu: »Türkisch-Unterricht für alle auf Kosten der Weltsprache Englisch? Was für eine bodenlose Frechheit! Wer nach Deutschland kommt und unsere Sprache lernen will, der schafft das auch – wenn er denn will!« Er fordert den Rücktritt des Sozialdemokraten Keltek. »Ein Integrationsbeauftragter, der dies nicht versteht, ist für die Aufgabe ungeeignet – ob türkisch oder deutsch.«


Sven von Storch

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