Der designierte CSU-Chef Markus Söder warnt seine Partei davor, zu sehr auf einen konservativen Kurs zu setzen. »Wir müssen uns breiter aufstellen. Die CSU darf sich nicht nur auf eine Wurzel, wie das Konservative, verengen. Wir brauchen das Liberale, das Ökologische und das Soziale genauso«, erklärte Söder.
Noch vor wenigen Monaten - vor der bayerischen Landtagswahl - forderte Söder ein konservativeres Profil der Union. Mit seiner jetzigen Äußerung schlägt er plötzlich gemäßigtere Töne ein und nimmt Formulierungen auf, die Merkel als CDU-Vorsitzende gerne benutzte. Wenn aus eigenen Reihen jemand forderte, das Konservative zu stärken, verwies sie darauf, dass das Konservative nur eine von mehreren Wurzeln der CDU ist.
Darüber hinaus bestätigte der bayerische Ministerpräsident auch, dass der scheidende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer als Bundesinnenminister der Großen Koalition weiterhin im Amt bleiben werde. »Wir haben inhaltliche und personelle Stabilität versprochen. Horst Seehofer bleibt Bundesinnenminister.«
Im weiteren versprach Söder: »Wir werden uns in Berlin jetzt konstruktiv um die Probleme kümmern, die die Menschen beschäftigen, und die Gesellschaft wieder zusammenführen.« Es sei eine Chance, dass fortan die drei Parteichefs der Großen Koalition von CDU, SPD und CSU der Bundesregierung nicht als Minister angehörten.
Auf einem außerordentlichen Parteitag in München soll am 19. Januar ein neuer CSU-Chef gewählt werden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist dabei der einzige Kandidat für das Amt.
Designierter CSU-Chef möchte seine Partei »breiter aufstellen«
Söder will keine auf das Konservative verengte CSU
Die CSU scheint mit ihrem designierten Vorsitzenden Markus Söder sich nun vollends auf Kurs von Merkels CDU zu begeben. Der bayerische Ministerpräsident will die Partei »breiter aufstellen«. Ebenso dürfe man die CSU nicht länger auf das Konservative verengen.
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