Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will Anzeichen für ein Ende der Niedrigzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi erkennen. Nach seiner Ansicht würde sich die Leistungsfähigkeit der Euro-Staaten allmählich verbessern. »In Italien sind wir auf einem richtigen Weg. Auch Griechenland entwickelt sich besser als vor ein, zwei Jahren«, sagte der 74-jährige.
»Da sich die wirtschaftliche Lage in der Euro-Zone insgesamt verbessert hat und die Sorge vor einer Deflation verschwunden ist, gibt es Andeutungen aus dem Kreis des EZB-Vorstands, wonach man dort allmählich den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik einleiten will«, äußerte Schäuble.
Draghi hätte sich Ende April vorsichtig optimistisch hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in der Euro-Zone gezeigt. Die Aussage Schäubles weicht aber von dem ab, was Draghi erst Ende April öffentlich äußerte. Demnach machte er noch einmal klar, dass er aktuell noch keine Chance zu einer Kehrtwende sehe.
Eine Zinswende in der Euro-Zone wurde von ihm eher erst im Jahr 2018 erwartet, womit sich ein Abschied von der Niedrigzinspolitik nicht wirklich andeutete. Anders ist die Politik der US-Notenbank Federal Reserve, die bereits eine allmähliche Zinswende in Richtung Normalität einleitete.
Die EZB senkte den zentralen Zinssatz vor einem Jahr auf den historisch niedrigen Wert von 0,0 Prozent, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation ankurbeln zu wllen. Da die Inflation in der Euro-Zone im Februar den höchsten Stand seit vier Jahren erreichte, geriet die EZB unter Druck, wieder von ihrer Politik abzurücken.
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Angebliches Umdenken bei EZB-Chef Draghi
Schäuble erwartet Ende der Niedrigzinspolitik
Finanzminister Schäuble macht den Sparern Hoffnung und meint bei EZB-Chef Draghi Anzeichen für eine Abkehr von der Niedrigzinspolitik wie in den USA zu sehen. Allerdings äußerte sich Draghi erst Ende April dazu noch anders.
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