Der frühere Berliner SPD-Finanzsenator und Bestseller-Autor Thilo Sarrazin glaubt nicht an eine schnelle Erneuerung seiner Partei. »Zu den zentralen Fragen der Gegenwart – Fluchtmigration, Einwanderung, Integration und Demographie – habe sie keine zielführenden Antworten, und sie scheint sich für sie auch nicht ausreichend zu interessieren«, erklärte der 73-jährige.
Die SPD müsse sich bemühen, »Antworten auf jene Fragen zu geben, die die verloren gegangenen Wähler interessieren, und sie müsste aus diesen Antworten glaubwürdiges Handeln ableiten«, sagte Sarrazin, was er aber derzeit nicht sehe. Er wirft der SPD-Spitze ein Versagen vor. Dabei habe sich Martin Schulz selbst erledigt.
»Die Probleme der übrigen Führungsgarde ergeben sich daraus, dass sie ihn so lange gewähren ließen. Das wirft einen Schatten auf ihre Standfestigkeit, Glaubwürdigkeit und Kompetenz«. Er halte es aber für sehr wahrscheinlich, dass die neue GroKo die volle Legislaturperiode überstehe. Gerade die SPD könne kein Interesse an Neuwahlen haben.
Die SPD sei jetzt »in der traumhaften Situation, dass zwar nur 16 Prozent der Wähler sie noch wollen, aber ihre Repräsentation in der Regierung einer 30-Prozent-Partei entspricht«, fügte der Buchautor und frühere Politiker an, der schon mehrfach eine gescheiterte Migrationspolitik in Deutschland beklagte.
Keine Erneuerung der Sozialdemokraten in Sicht
Sarrazin_ SPD bietet zu zentralen Fragen keine Antworten
Der frühere SPD-Politiker Thilo Sarrazin übt deutliche Kritik an seiner Partei. Diese habe zu zentralen Fragen der Gegenwart wie Einwanderung, Integration und Demographie keine zielführenden Antworten. Daher hätte sie viele Wähler verloren.
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