Der Vatikan wird laut einem Bericht des »Wallstreet Journal« innerhalb der nächsten Tage das umstrittene Abkommen mit China unterzeichnen. Demnach werde die Volksrepublik China Papst Franziskus als Oberhaupt aller chinesischen Katholiken anerkennen, gleichzeitig der Vatikan aber die vom kommunistischen Regime eingesetzen Bischöfe der chinesisch-katholischen Kirche, die bisher als exkommunziert galten, als legitime Bischöfe anerkennen.
Diese Anerkennung wird von vielen glaubensfesten Katholiken in China, die jahrelang im Untergrund agieren mussten und verfolgt wurden, scharf kritisiert, so auch von Kardinal Joseph Zen, dem emeritierten Bischof von Hongkong, der schon lange zu den größten Kritikern eines solchen Abkommens zählt. Rund die Hälfte der zehn bis zwölf Millionen Katholiken in der Volksrepublik China gehört der bisher vatikantreuen Untergrundkirche an.
Zen wirft dem Papst eine unterwürfige Haltung gegenüber dem Regime vor. Es brodele in der Untergrundkirche Chinas. Mit einem Kniefall vor der chinesischen Zentralregierung greife der Vatikan zu umstrittenen Maßnahmen, um die Verhandlungen über die Wiederherstellung der Beziehungen mit Peking voranzubringen. Der Vatikan ist das einzige europäische Land, das keine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China, aber dafür zur Republik China auf der Insel Taiwan unterhält.
Raymond Arroyo, Nachrichtenchef des christlichen Fernsehsenders EWTN, spricht auf Twitter von einem »verheerendes Abkommen« mit China. Arroyo verweist darauf, dass zwei rechtmäßig ernannte katholische Bischöfe ihren Sitz an Bischöfe abtreten müssen, die von der kommunistischen chinesischen Regierung ernannt wurden. »Mir wurde mitgeteilt, dass die Untergrundkirche, die gegenüber dem Papst in großer Bedrängnis loyal war, über dieses Vatikan / Peking - Abkommen niedergeschmettert sind.«
Der Philosoph und Buchautor Francis J. Beckwith twitterte zu dem bevorstehenden Abkommen des Vatikan mit China mit klaren Worten: »Nun hat die atheistische chinesische Regierung größere Macht bei der Auswahl der katholischen Bischöfe ihrer Nation als die amerikanische katholische Laienschaft bei der Auswahl der ihrigen.«
Umstrittenes Vatikan-China-Abkommen vor der Unterzeichnung
Papst Franziskus vor Kniefall gegenüber kommunistischem Regime in China
Wenn dieser Tage das umstrittene Vatikan-China-Abkommen unterzeichnet wird, fällt Papst Franziskus der bisher vatikantreuen Untergrundkirche in China in den Rücken. Er anerkennt Bischöfe, die als loyal geltend vom kommunistischen Regime eingesetzt wurden.
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