Zusammenspiel von »Hilfs­organisationen« und Schlepperbanden im Mittelmeer beklagt

Österreichs Innenminister Sobotka will Strafen für selbst ernannte Seenot-Retter

Vermehrt werden von Schlepperbanden in Schlauchboote gesetzte Migranten von »selbst ernannten Seenot-Rettern« im Mittelmeer aufgegriffen und nach Europa gebracht. Österreichs Innenminister Sobotka (ÖVP) fordert hierfür Strafen.

Freie Welt

Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) fordert die Einführung von Strafen für »selbst ernannte Seenot-Retter« im Mittelmeer. Der 61-jährige wirft zugleich einzelnen Hilfsorganisationen vor, direkt mit Schlepperbanden vor der Küste von Libyen zu kooperieren. 

Der ÖVP-Minister beklagt, dass inzwischen ein Drittel der in Österreich aufgegriffenen Migranten nicht registriert seien. Daher stehe für ihn fest, dass diese von kriminellen Banden auf illegalen Routen nach Österreich und weiter geschleust werden. In Italien wurden dieses Jahr bereits 85.000 Flüchtlinge aufgegriffen. 

Es sei absehbar, dass sich die Lage zuspitze und es nicht weiter  gut gehe. Niemand dürfe im Mittelmeer ertrinken, sagte Sobotka, »wir müssen aber trotzdem unterbinden, dass sogenannte Helfer weiterhin mit ihren Booten in libysche Hoheitsgewässer eindringen und dort die Flüchtlinge von den Schleppern direkt übernehmen.«

Die EU zeigt sich bei den Gegenmaßnahmen zu der aus Afrika kommenden Fluchtwelle weiterhin zahm. Am Montag beschlossen die EU-Außenminister Ausfuhrbeschränkungen für Schlauchboote und Außenbordmotoren, die zum Transport von Migranten genutzt werden könnten. Die gibt es vermutlich auch auf andere Wege weiter zu beschaffen.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.