Ein Interview mit dem Chef des österreichischen Getränkekonzerns »Red Bull«, Dietrich Mateschitz, zur Flüchtlingspolitik sorgt für heftige Diskussionen. Neben seiner Erfolgsgeschichte als »Red Bull«-Gründer, Formel-1-Investor, ServusTV-Eigentümer und Sponsor zweier Fußballvereine in Salzburg und Leipzig geht er auch auf Politik ein.
Der sonst eher öffentlichkeitsscheue Mateschitz spricht nämlich in dem Interview auch über die »Destabilisierung Europas« und die »Einzigartigkeit unserer Vielfalt, der Individualität, der verschiedenen Kulturen und Sprachen«. Zugleich beklagt er, dass diese Vielfalt in Europa aktuell bedroht sei.
»Wenn einer der höchsten Beamten in Brüssel sagt, dass Staaten mit Monokulturen von der Landkarte ausradiert gehören, dann mache hoffentlich nicht nur ich mir Sorgen. Aber es scheint schon so, dass sich niemand mehr die Wahrheit zu sagen traut, auch wenn jeder weiß, dass es die Wahrheit ist.«
Mateschitz sieht viele Probleme auf Europa zukommen. Auf die Frage, wer die Schuld für die politische Misere trage, sagt er: »Die Politik, die sich in politischer Correctness ergeht, und eine selbst ernannte sogenannte intellektuelle Elite, bei der man bei bestem Willen weder einen wesentlichen wirtschaftspolitischen noch einen kulturpolitischen Beitrag für unser Land erkennen kann.«
»Würde man in einem Unternehmen Fehlentscheidungen dieser Tragweite treffen, wäre man in Kürze pleite«, stellt der Red Bull-Chef fest, der kürzlich Sebastian Kurz als »einzigen österreichischen Politiker« lobte, hinsichtlich der Flüchtlingspolitik fest. Natürlich hätte man die Grenzen schließen und ordentlich kontrollieren müssen.
Die Regierung habe ihre Politik nur geändert, da es irgendwann um die Machterhaltung der politischen Parteien gegangen sei, »bevor ihnen die letzten zehn, fünfzehn Prozent der Bürger auch noch davonlaufen«, sagt der österreichische Milliardär.
Schließlich rechnet Mateschitz mit all jenen ab, welche an der Spitze der aktuellen Flüchtlingspolitik stehen: »Keiner von denen, die 'Willkommen' oder 'Wir schaffen das' gerufen haben, hat sein Gästezimmer frei gemacht oder in seinem Garten ein Zelt stehen, in dem fünf Auswanderer wohnen können. «
So viel Offenheit ruft neben allerlei Zustimmung natürlich auch bei etlichen Politikern etablierten Parteien sowie Vertretern von Flüchtlingsinitiativen Protest hervor. In einem offenen Brief wendet sich letztere Gruppe kritisch an den Red Bull-Chef. Erstunterzeichnerin ist Anna Schiester, die neben der Leitung der Aktion »Flüchtlinge - Willkommen in Salzburg« Mitarbeiterin im Landtagsbüro der Grünen ist.
In dem offenen Brief meinen die von Schiester angeführten 50 Salzburger Flüchtlingshelfer: »Mit dieser Aussage, die nicht nur falsch sondern auch in höchstem Maße zynisch ist, verhöhnen Sie jene Menschen, die sich nun seit fast zwei Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren.«
FPÖ-Chef Heinz Christian Strache ist einer von denen die es anders sehen. Dieser sagt über Mateschitz: »Ein außergewöhnlicher Mensch, der – in Zeiten wie diesen – seine Bodenhaftung nicht verloren hat und außergewöhnlichen Weitblick beweist. Ein großer Österreicher, der für unser Land Enormes geleistet hat.«
Mateschitz kündigte alsgleich ein neues Medienprojekt an. So soll es bald eine »multimediale Rechercheplattform« als Antwort »auf die wuchernde Misstrauenskultur« geben, die finanziert über die Privatstiftung »Quo Vadis Veritas« werde.
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Red Bull-Chef warnt vor Political Correctness und »Destabilisierung Europas«
Mateschitz rechnet mit Asylpolitik ab
Der Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz gibt selten Interviews. Nun kritisiert er mit recht deutlichen Worten das politische Establishment in Wien, Berlin und Brüssel und dass dieses mit seiner Flüchtlingspolitik die kulturelle Vielfalt Europas bedrohe.
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