Der Verfassungsschutz registriert nach Informationen von Behördenchef Hans-Georg Maaßen einen deutlichen Zuwachs in der islamistisch-terroristischen Szene in Deutschland. Man würde inzwischen bundesweit 1.600 Personen dazu zählen, erklärte Maaßen auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin.
Noch zu Ende des vergangenen Jahres 2016 habe die Zahl bei rund 1.200 Personen gelegen. Es habe in den vergangenen Monaten einen starken Zulauf gegeben. Als islamistische »Gefährder« und damit all diejenigen, denen ein Terroranschlag zugetraut werde, führte das Bundeskriminalamt zuletzt rund 570 Menschen.
Maaßen sieht mit Sorge eine ansteigende Terrorgefahr. »Wir erhalten täglich zwei, manchmal sogar vier konkrete Hinweise auf Tatbegehungen in Deutschland.« Es hätte im vergangenen Jahr aus der Bevölkerung heraus 1.104 Hinweise beim Verfassungsschutz zu möglichen Terrorplanungen gegeben. 2015 waren es noch 520, 2013 nur 103.
Das bedeute auch immer mehr Arbeit für einzelne Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. »Wir hatten vor Weihnachten allein 20 unspezifische Gefährdungshinweise zu Anschlagsplanungen zu Weihnachten und zu Silvester gehabt, die alle aufgearbeitet werden mussten mit dem Ziel, das Risiko eines Anschlags so gering wie möglich zu halten.«
Maaßen stellte fest: »Wir müssen anerkennen, dass wir in einer Lage leben, und nicht mehr in einem Normalzustand.« Es gebe für die Nachrichtendienste immer komplexere Herausforderungen. Ein Großteil der Radikalisierung finde im Internet über den Cyberraum und in Messenger-Diensten statt. Immer schwerer sei erkennbar, wer genau dazu gehöre.
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Verfassungsschutz verzeichnet starken Zulauf für islamistisch-terroristische Szene seit Jahreswechsel
Maaßen_ Nicht mehr in einem Normalzustand
Seit dem Terroranschlag vor Weihnachten in Berlin wächst die islamistisch-terroristische Szene in Deutschland noch rasanter an. Verfassungsschutz-Chef Maaßen spricht sorgenvoll von einem Zuwachs von 1.200 binnen Monaten auf 1.600 Personen.
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