MdB Jelpke: Begriff Clankriminalität sei »irrefeführend und diskriminierend«

Linkspartei findet Begriff Clankriminalität rassistisch

Bei der Linkspartei hält man das Vorgehen gegen die von arabischen Familien dominierte Clankriminalität für »irreführend und diskriminierend«. Deren Bundestagsabgeordnete Jelpke will lieber über »deutsche Familienclans« sprechen und dies mit Kapitalismuskritik verbinden.

Die Linke-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke hält den Begriff Clankriminalität für »irreführend und diskriminierend«, sagte sie bei einer Veranstaltung ihrer Partei in Berlin-Neukölln zum Thema »Stigma, Show und Schikane - Debatte über sogenannte Clankriminalität«.

Jelpke beklagt, dass in der Debatte »ganz eindeutig die rassistische Karte gezogen« werde, wenn man von Clankriminalität spreche. »Der Begriff suggeriert, dass die Ursache von Kriminalität auf eine Zugehörigkeit zu einer Familie zurückzuführen ist«, erklärte die innenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.

Die vergangenen Razzien in Shisha-Bars und Lokalen sollen ihrer Ansicht nach »für eine aufgeschreckte Öffentlichkeit den Eindruck von Tatendrang« vermitteln. »Es sind Lappalien. Verstöße gegen das Tabaksteuergesetz, Schwarzarbeit, Konzentration von Kohlenmonoxid. Das ist zweifellos gesundheitsgefährdend, aber bestimmt keine organisierte Kriminalität.«

Durch das Vorgehen gegen die Clans würden unbescholtene Familienmitglieder »stigmatisiert und kriminalisiert« werden, nur weil sie den gleichen Nachnamen tragen. »Der Druck, den wir machen müssen, gehört auch in diese Repressionspolitik«, sagte die 68-jährige Hamburgerin.

Man solle aber keine Hoffnung auf das Parlament setzen, sagte sie vor etwa 200 Veranstaltungsteilnehmern. »Wir müssen in unsere eigenen Kräfte, in unsere Widerstandskräfte die Hoffnung setzen und Menschen gewinnen, dass solche Dinge verändert werden«, betonte die Abgeordnete Jelpke.

Unter großem Applaus der Genossen schlägt die Linkspartei-Politikerin vor, lieber über deutsche statt arabische Familienclan zu reden: »Wir sollten über deutsche Familienclans sprechen. Warum wird organisierte Kriminalität von den Reichen und Kapitalisten nicht angeklagt?«

Die Linkspartei zeigt einmal mehr, dass sie die reellen Probleme in vielen deutschen Großstädten nicht wahrnehmen will. Das Vorgehen gegen die zumeist nun mal von arabischstämmigen Großfamilien ausgehende organisierte Kriminalität wird einfach in eine rassistische Ecke gestellt und damit Kriminelle geschützt. Lieber wirft man Nebelgranaten, indem man von angeblichen deutschen Familienclans spricht.


Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.