Vermeintliche Messerattacke Rechtsextremer erwies sich als Lügengeschichte

Linken-Politiker wegen vorgetäuschter Straftat verurteilt

Ein Nachwuchspolitiker der Linkspartei wurde jetzt in Schwerin zu zwei Wochenenden Jugendarrest verurteilt. Er täuschte eine rechtsextremistische Messerattacke auf sich selber vor, die im Januar bundesweit Medienschlagzeilen machte.

Freie Welt

Ein Nachwuchspolitiker der Linkspartei, der Anfang des Jahres vorgab, in Wismar von »Rechtsradikalen« mit Messerstichen niedergestochen und als »schwule Kommunistensau« beschimpft worden zu sein, muss jetzt für zwei Wochenenden in den Jugendarrest.

Der in der Schweriner Linkspartei als Sprecher der Jugendorganisation Solid aktive, damals 18-jährige Julian K. wurde der Lüge überführt. Er behauptete, Kleidung der Marke Thor Steinar tragende Rechtsradikale hätten 17mal mit dem Messer auf ihn eingestochen.

Das sorgte natürlich für einen medialen Aufschrei und brachte es bundesweit in die Nachrichten. Der NDR berichtete mehrfach in Filmbeiträgen. Führende Politiker der Linken beklagten in Statements einen üblen menschenverachtenden Angriff auf einen jungen Genossen und forderten dazu auf, noch stärker gegen Rechtsextremismus vorzugehen.

Auch Julian K. meldete sich nur kurz nach der vermeintlichen Tat mit öffentlichen Erklärungen aus dem Krankenhaus zurück und bezeichnete die vermeintliche Attacke als einen gezielten Mordanschlag auf seine Person.

Der Staatsanwaltschaft kamen jedoch schnell Zweifel an der Version, da die Art der Stiche nur sehr flach waren und selber herbeigeführt sein mussten. Julian K. behauptete daraufhin, seine Jacke hätten die Messerattacke größtenteils abgefangen - eine Jacke, die er dann als plötzlich verschwunden angab.

Es wurde letztlich seitens der Staatsanwaltschaft Schwerin gegen K. ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet, weil nach den durchgeführten Ermittlungen die Behörde zu dem Ergebnis kam, dass der in seiner Strafanzeige beschriebene Überfall lediglich erfunden war.

Der Verteidiger des heute 19-jährigen Studenten nannte als strafmildernde Umstände, daß sein Mandant psychische Probleme gehabt habe und möglicherweise über die erfundene Tat seinen Selbstwert  erhöhen wollte. Ein politisches Motiv hätte dabei nicht vorgelegen.

Ein Gutachten bescheinigte K. dann auch soziale Unreife, so dass es im Urteil nicht der von der Staatsanwaltschaft geforderte Dauerarrest wurde, auch wenn die Richter ihm eine in Kauf genommene zusätzliche Polarisierung in der politischen Landschaft anlasteten. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Es wird möglicherweise noch angefochten.

Mehr dazu unter metropolico.org

Sven von Storch

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